Panama-Special Teil 7: Augen auf beim Fincakauf

ForestFinance arbeitet seit 1995 in Panama – pflanzt Wälder und Kakaobäume, schützt Regen- und Mangrovenwälder, schafft Arbeitsplätze und sichere Lebensräume für viele Tiere und Pflanzen. Im ersten Halbjahr 2022 schaute uns Clara Bidstrup dabei über die Schulter. Unterwegs in Panama berichtete sie regelmäßig von ihren Erfahrungen vor Ort. Dabei hat sie vieles gelernt: zum Beispiel, worauf man beim Kauf einer neuen Aufforstungsfläche achten muss.

Hier können Sie die bisherigen Erlebnisse von Clara in Panama nachlesen:

Panama-Special Teil 1: Angekommen!

Panama-Special Teil 2: 10 Fun Facts über Panama

Panama-Special Teil 3: Clara und die Schokoladenfabrik

Panama-Special Teil 4: Die kleinen Unterschiede

Panama-Special Teil 5: Der Panamakanal – ein Nadelöhr mit Geschichte

Panama-Special Teil 6: Von großen Tieren und kleinen Setzlingen

Im Mai 2022 bin ich mit Max Coll, der über den Forstdienstleister Silvi Consult bei ForestFinance tätig ist, nach Darién gefahren. Darién ist eine Provinz von Panama, die im Grenzgebiet zu Kolumbien liegt. In diesen tropischen Wäldern leben viele indigene Völker. Auch einige Fincas von ForestFinance befinden sich hier und weitere sollen vielleicht dazukommen.

Max Coll
Max Coll sieht sich für ForestFinance potentielle neue Forstflächen an. Foto: Clara Bidstrup

Anfangs verlief die Fahrt nach Darién problemlos, doch umso näher wir kamen, desto schlechter wurden die Straßen. Ich selbst, die eine Woche zuvor in Las Lajas war, dachte ich kenne schlimme Straßen. Doch als ich in Darién war, habe ich schnell gemerkt, hier sind die Straßen wirklich katastrophal! Es gab so viele Schlaglöcher – wirklich große und tiefe Löcher, die sicherlich zehn Zentimeter tief waren und manchmal so groß, dass man ein Fahrrad reinlegen könnte. Weil die Straße also dringend saniert werden muss, protestieren die Bewohnerinnen und Bewohner der Region für eine bessere Straße.

Das ist in Panama nicht ungewöhnlich. Mehrfach habe ich in den letzten Monaten mitbekommen, dass sich Panamaer:innen für ihre Rechte einsetzen. Auch in Las Lajas, Chiriquí, gab es Proteste wegen schlechter Schulen. In Panama City wurde aufgrund des niedrigen Arbeitslohns und der hohen Benzinpreise protestiert.

Auf der Hinfahrt erklärte mir Max, worauf man genau bei einem Fincakauf achten muss. Zuerst muss man die Finca, welche zum Verkauf ist, persönlich besuchen, damit man mit eigenen Augen die Landschaft sehen kann: Wie hügelig ist die Finca? Wo liegt sie genau? Was liegt in der Nähe der Finca, ein Fluss, ein See, der Dschungel oder nur weitere Fincas?

Zum Verkauf stehende Finca
Diese zum Verkauf stehende Aufforstungsfläche grenzt direkt an den Regenwald. Foto: Clara Bidstrup

Danach muss man sich genau die Farbe der Erde anschauen. Wenn die Erde leicht rötlich ist, ist der PH-Wert niedrig und die Erde sauer. Das ist nicht ideal für unsere Bäume. „Gute Erde“ hat eine bräunliche Farbe, wie Kaffee oder Schokolade, diese hat einen höheren PH-Wert und somit mehr Nährstoffe. Alles ab einem PH-Wert von 5 gilt als eine gute nährstoffhaltige Erde. So hat zum Beispiel unsere Finca Lara einen PH-Wert von 7,8, was sehr gut für Bäume ist und mit ein Grund, wieso dort unsere Bäume sehr gut wachsen. Um den genauen PH-Wert herauszufinden, macht man Bodenproben und schickt diese ans Labor. Max selber hat über die Jahre viel Erfahrung gesammelt und weiß somit beim Anschauen der Erde, welchen PH-Wert diese hat. Als letzter Schritt ist es wichtig, die Finca selber nochmal nachzumessen, damit man genau weiß, wie groß sie wirklich ist. Das sind grob die wichtigsten Punkte, die man beim Kauf einer Finca beachten muss, damit man eine fruchtbare Finca findet.

Ich habe mit Max zwei unterschiedliche Fincas besucht und dort die Landschaft und die Erde angeschaut. Vielleicht wird eine davon zukünftig von ForestFinance aufgeforstet und bewirtschaftet. So wie die Finca Lara, die ich selbst besucht habe. Sie ist erst drei Jahre alt, aber die Bäume dort sind schon acht bis zehn Meter hoch.

Praktikantin Clara Bidstrup ist begeistert: So groß sind die Bäume auf der Finca Lara bereits nach drei Jahren.

Foto: Clara Bidstrup

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