Ohne Plunder und Plastik: Unsere Last-Minute-Tipps für ein umweltfreundliches Weihnachtsfest

Nachhaltig Weihnachten feiern: Geht das überhaupt?

Es herrscht ja schon ein gewisser Druck, in dieser ach so glanzvollen Weihnachtszeit: Es muss – schon wieder – das absolut perfekte Geschenk für die Liebsten sein, ein echter Hingucker! Dazu ein Menü, wie es die Welt noch nie gegessen hat und einen Baum so schick und schön, dass er in unseren Herzen noch lange weitergrünt. Wissen Sie eigentlich, was Sie das kostet? Im Schnitt 465 Euro (laut ifes-Institut) und jede Menge Abfall. Den produzieren wir Deutschen eh en masse: Waren es um die Jahrtausendwende noch 455 Kilo Haushaltsmüll pro Jahr und Einwohner, sind es heute gut 100 Kilo mehr (Quelle: Umweltbundesamt). Dabei fallen um die Weihnachtszeit 10 bis 20 Prozent mehr Müll an als in den elf Monaten davor! Und das für einige wenige Minuten der Ahs und Ohs … Es geht auch anders! Wie? Hier einige Tipps aus der ForestFinance-Redaktion.

1. Gut verpackt

Alternativen zum klassischen Geschenkpapier – und der wohl umweltunfreundlichsten Kunststoffolie – gibt es viele: Von alten Zeitungen und Magazinseiten über Tapetenreste, Backpapier oder Seiten aus dem alten Straßenatlas reichen die Ideen der Zero-Waste-Community. Auch hübsche Marmeladengläser oder Flaschen können, mit einem hübschen Band geschmückt oder mit Blättern oder Transparentpapier beklebt, kleine Geschenke so lang für sich behalten, bis sie unterm Baum ihren Inhalt zur gewünschten Zeit preisgeben. Nicht nur schön, sondern auch praktisch kommt der nächste Tipp daher: Wer sein Geschenk in ein hübsches  Geschirrtuch oder einen – vielleicht sogar selbstbedruckten oder bestickten – Jutebeutel verpackt, hat gleich ein doppeltes Geschenk zur Hand! Denn beides lässt sich auch nach der großen Geschenkesause gut weiternutzen. Oder wie wär’s mit Stoffresten? Als große Schleife ums Geschenk oder zum Beutel gebunden, sind sie eine kreative Alternative zu bunt bedrucktem oder alubeschichtetem Geschenkpapier und anderen Industrieprodukten. Apropos Industrie: Auch Klebefilm lässt sich schick ersetzen – Paketband aus Papier oder Schnüre sind die wesentlich umweltfreundlichere Variante.

Wenn es unbedingt doch „richtiges“ Geschenkpapier sein muss, achten Sie beim Kauf auf den blauen Engel, das gängige Nachhaltigkeitssiegel für Papier in Deutschland. Und machen Sie’s wie früher: Statt beim Auspacken alles zu zerreißen, das schöne Geschenkpapier falten und fürs nächste Jahr aufheben.

Mit Nüssen, Plätzchen und Tannengrün lässt es sich schön und umweltfreundlich dekorieren. Foto: Sabine Ripke Fotografie

2. Einfach ist am schönsten – natürlich dekoriert

Die Natur dekoriert sowieso am schönsten: Ob Tannenzapfen und Zweige, getrocknete Orangenscheiben oder grüne Äste, wir finden, Adventskranz und Tisch sehen damit einfach am besten aus. Nach den Feiertagen kann vieles fürs nächste Jahr aufbewahrt werden, der Rest kommt in die Bio-Tonne. Denn das große Geschäft mit der Weihnachtsdeko stellt eine erhebliche Belastung für die Umwelt dar. So wurden im letzten Jahr rund 60.000 Tonnen Weihnachtsartikel nach Deutschland importiert: 28.000 Tonnen davon waren Weihnachtsbäume, mehr als 16.000 Tonnen Weihnachtsbaumschmuck, 7.000 Tonnen elektrische Beleuchtungen für Weihnachtsbäume und der Rest frische Zweige von Nadelbäumen (Quelle: Statista). Diese Zahlen ergeben sich so jedes Jahr. Im Grunde müsste das nicht sein, denn wenn wir den Umfragen von Statista glauben, verbinden wir Menschen in Deutschland mit Weihnachten durchaus einen schön geschmückten Baum, allerdings noch viel mehr: Zeit, die wir nun endlich mal für Freunde und Familie haben. Weihnachten ist uns laut einer Umfrage des CocaCola-Happiness-Instituts sogar noch viel wichtiger als der eigene Geburtstag oder gar die Fußball-WM.

3. Nachhaltig schenken

„Dieses Jahr schenken wir uns gar nichts!“ – wer diesem Mantra folgt, hat natürlich auch nichts zu befürchten, was die Ökobilanz unter dem Weihnachtsbaum betrifft. In Deutschland wird an Weihnachten aber sehr gerne verschenkt (insgesamt 266 Euro geben wir im Durchschnitt dafür aus), am liebsten verschenken wir Bücher. Der Klassiker unter den nachhaltigen Geschenken? Gemeinsame Zeit natürlich! Auf der Website Zeit-statt-Zeug.de kann man sich fabelhaft inspirieren lassen: Wandern statt Wein, Blumenpflanzen statt Blumenstrauß oder Nackenmassage statt Schal.
Als nächstes auf der Liste nachhaltiger Geschenkideen steht natürlich Selbstgemachtes: Kuchenmischungen im Glas, selbstgemachte Seife oder kreative Upcycling-Projekte. Im Internet kommen Bastel und DIY-Freunde voll auf ihre Kosten. Besonders nachhaltig wäre auch ein Geschenk, dass die Ökobilanz nicht nur nicht verschlechtert, sondern sogar verbessert: Zum Beispiel der GeschenkBaum von ForestFinance. Ein Geschenk, das mitwächst und mit dem man gleichzeitig etwas Gutes für Umwelt,Klima und den Beschenkten tut.

4. Der Weihnachtsbaum

Glitzernde, üppig geschmückte Plastikbäume scheinen der neue Trend zu sein. Sind sie die Alternative zum guten alten Weihnachtsbaum? Immerhin werden davon um die 28.000 Tonnen jährlich importiert und in Bäumen 29,5 Millionen Bäume verkauft. Das klingt nach einem Koniferen-Gemetzel! Plastik ist aber aus Erdöl und wenn sich die künstlichen Bäume auch alle Jahre wieder aufstellen lassen: Ihre Ökobilanz ist eine Katastrophe und rechnet sich erst nach 21 Jahren (Quelle: MDR). Auf jeden Fall ökologisch sind Weihnachtsbäume aus Holz und die aus dem nächsten Forstrevier. Hier fallen sie als „Nebenprodukt“ an und sind nicht mit Insektiziden oder Pestiziden belastet. Einen Überblick über Weihnachtsbäume, die nicht immer Tannen sind, finden Sie bei der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald. Besonders schlicht und nachhaltig sind „Weihnachtsbäume“ aus Holz. Wenn sie aus nachhaltiger Produktion stammen, sind sie die ultimative Lösung für alle, die nicht für zwei Wochen Weihnachtszauber einen Baum aus dem Wald holen wollen. Wenn es doch ein echter Weihnachtsbaum sein muss, verrät Ihnen der Naturschutzbund NABU hier, wo Sie einen aus ökologischer Forstwirtschaft in Ihrer Nähe finden.

Weihnachtsbäume aus Holz – sie sind die ökologischste Alternative zum klassischen Weihnachtsbaum, weil sie alle Jahre wieder statt eines echten Baumes weihnachtliche Stimmung verbreiten. Foto: Kokopellimercantile

 

Wir wünschen Ihnen eine frohe und festliche Zeit mit Freunden und Familie, die sich über eine gesunde Umwelt ebenso freuen, wie über Sie und Ihr Geschenk.

 

Weiter mit Links:

„So feiern Sie Weihnachten ohne Müll“ – Tipps zum nachhaltigen Feiern vom MDR

Umweltfreundliche Verpackungen finden Sie bei smarticular

Alles zum deutschen Weihnachtsbaum von der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald.

 

 

Janina Mai
Online Redaktion | janina.mai@forestfinance.de

ist Teil des Kommunikationsteams bei ForestFinance. Sie schreibt gerne über Nachhaltigkeitstrends, Tiere und Grünes im Netz.

Ein Kommentar zu “Ohne Plunder und Plastik: Unsere Last-Minute-Tipps für ein umweltfreundliches Weihnachtsfest

  1. Vielen Dank für diese großartigen Tipps 👍🙌👏

    Sie sollten in keinem Haushalt fehlen und im großen Stil umgesezt werden !
    Diese Infos sollten in Schulen Kindergärten, Kitas etc. verteilt werden. Auf Facebook und Co. posten waere auch Super. Diese Ideen verdienen es weitergereicht zu werden😱😱😱😱

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