Filmtipp: Ainbo – Hüterin des Amazonas

Die Kinos öffnen wieder! Wir haben einen Filmtipp zum Thema Regenwald für die ganze Familie: „Ainbo – Hüterin des Amazonas“ läuft jetzt im Kino. Der Film begleitet die mutige Titelheldin auf einer abenteuerlichen Mission zur Rettung ihrer Heimat. Ainbo ist im Amazonas-Dschungel geboren und aufgewachsen und muss eines Tages feststellen, dass ihr geliebtes Zuhause durch die Gier der Menschen und deren und Ausbeutung illegaler Minen bedroht ist. Gemeinsam mit ihren tierischen und spirituellen Begleitern Dillo, einem niedlichen und humorvollen Gürteltier, sowie Vaca, einem schwerfälligen Tapir, kämpft sie darum das Paradies, in dem sie lebt, zu bewahren, bevor es zu spät ist … Wir verlosen auf auf unserer Facebook-Seite 3 x 2 Kinokarten für den Film, der jetzt in ausgewählten Kinos läuft!

Der Filmtrailer zu „Ainbo – Hüterin des Amazonas„.

Nachwuchsredakteur Leander, elf Jahre, hat den Familienfilm für uns rezensiert: „Ich finde den Film gut. An sich ist es ein schöner Film, der aber auch auf das Problem der Abholzung der Regenwälder aufmerksam macht. Er ist humorvoll und zeigt die Artenvielfalt der Wälder in Amazonien. Mir persönlich gefällt die Stelle am besten, an der Ainbo mit ihrer Mutter und den Dschungelgeistern das große Bagger-Skorpion-Monster bekämpfen. Aber auch die Riesenschildkröte und da Faultier gefallen mir sehr gut. Ein spannender, lustiger und interessanter Film!

Da können wir nur zustimmen. Besonders, weil der Regisseur Jose Zelada aus der Region stammt und seine eigenen Erfahrungen hier in einem Animationsfilm verarbeitet hat, der kindertauglich ist. Im Jahr 2012 gründete er die erste Filmschule in Peru EPIC (Peruanische Schule der Filmindustrie). Im Interview mit der Produktionsfirma erzählt er, wie es „Ainbo – Hüterin des Amazonas“ – entstand.


Interview mit Jose Zelada

Woher kam die Inspiration zu Ainbo?

Wir haben schon immer davon geträumt, Filme zu machen.  Wir waren erfüllt von fantastischen Geschichten, vor allem aus dem Amazonasgebiet – wir sind dort geboren.  Und ich hatte immer die Geschichte meiner Mutter.  Meine Mutter ist im Grunde die Inspiration für diesen Film. Von dort aus fingen wir an, Komponenten zusammenzufügen, wie die traurige Realität der Plünderung des Amazonas-Regenwaldes, durch illegalen Bergbau, durch den Klimawandel, durch das wahllose Abholzen von Bäumen. Wir haben uns gefragt: Wie können wir nicht nur eine großartige Geschichte ins Kino bringen, sondern auch eine Botschaft für Kinder, für die zukünftigen Generationen?  Und wie kann man eine solch apokalyptische Realität auf eine angenehmere Art und Weise darstellen?  Uns wurde klar, dass wir einen animierten Spielfilm machen müssen.

Tierwelt im Regenwald: Eine kleine Schildkröte sieht Ainbo an. Quelle: Telepool

Welche Aspekte Ihrer persönlichen Erfahrung, in Peru aufzuwachsen, haben Sie inspiriert? Wie spiegeln sich diese im Film wider?

Wir haben eine wichtige Verbindung zum Amazonas durch unsere Wurzeln. Meine ganze Kindheit, sogar meine Teenagerzeit, waren geprägt von Fantasie, Magie …  Der Glaube, die Art, das Leben zu sehen, die Sichtweise … Das eigene Universum, das nicht nur aus der Erschaffung der Welt selbst, sondern aus dem Zusammenleben mit der Natur entsteht. Von sprechenden Tieren, zu Landschaften, magischen Gebieten voller Zauberer, Heiler. All diese Elemente helfen uns, nicht nur die Geschichte von Ainbo zu schreiben, sondern auch andere Geschichten. Das Geheimnis ist, diese Elemente einfach aufzugreifen, sie sind einfach da, „in der Luft“. Sie werden über Tausende von Jahren von einem zum anderen erzählt. Man nehme die Geschichte einer Riesenschildkröte, die den Dschungel auf ihrem Panzer trägt und ihn vor den Zauberern versteckt, und man füge sie mit der Geschichte eines heldenhaften Mädchens zusammen, das einen Stamm vor Hunger und Wassermangel rettet. Im Grunde war es also die Mischung aus all dem: im Dschungel aufzuwachsen, inspiriert von seinen Geschichten, und diese magischen Geschichten zu schreiben, die einem als Kind erzählt wurden. Wir hatten das Glück, im Amazonas geboren zu sein, denn man wird nicht nur mit diesen Geschichten genährt, sondern man lebt sie auch, man sieht sie, man stellt sie sich vor, man glaubt sogar an sie. Man findet erstaunliche Landschaften, Bäume, die 160, 230, sogar 260 Fuß hoch sind, die ihren eigenen Geist haben, und man verbindet sich mit ihnen. Und all das hilft mir und dem ganzen Team nicht nur dabei, die Geschichte zu erzählen, sondern auch, sie zu gestalten. Akribisch zu sein und auch unsere Charaktere, die Landschaften, sogar das Design der Hütten zu überzeichnen. Alles, die ganze Shipibo-Kultur – aus der wir stammen – wird in dem Film verkörpert, aber auf eine magischere Art und Weise.

Ainbo und Dillo fliegen über den Regenwald. Quelle: Telepool

Wie haben Sie die Charaktere geschaffen? Erzählen Sie uns etwas über die Tiere, was repräsentieren sie in Ihrer Kultur und Tradition?

Ainbo ist, wie ich schon sagte, durch meine Mutter inspiriert. Im Grunde ist Ainbo die Verschmelzung zweier Kulturen: Meine Mutter ist die Tochter einer europäischen Familie, die als Einwanderer in den peruanischen Amazonas-Regenwald kamen. Sie wurde im Herzen des Dschungels geboren, und unsere Großmutter hat uns die Legende unserer Mutter erzählt. Also beruht Ainbo im Grunde von dieser Legende und der Geschichte meiner Mutter. Die Figuren, die Ainbo umgeben, basieren auf der Mythologie des Amazonas. Sie sind Geistführer. Motelo Mama zum Beispiel ist ein riesiger tausendjähriger Geist, der auf der Legende der Motelo Mama basiert („motelo“ bedeutet Schildkröte), und es ist die riesige Mutterschildkröte, die einen großen Teil des Dschungels auf ihrem Panzer trägt und ihn an einen anderen Ort bringt, um ihn vor den Raubtieren zu verstecken. Die Yacuruna ist buchstäblich ein Dämon, der den Verstand der Eingeborenen kontrolliert, um sie auszunutzen und das Gold zu stehlen. Vaca und Dillo sind ein Tapir und ein Gürteltier, die wir lustig fanden und die den Comic Relief in den Film bringen und auch Ainbos Partner und Geistführer sind. Sie alle haben eine wichtige Rolle in der amazonischen Mythologie.

Wie war die Erfahrung, den Film gemeinsam mit Richard Claus zu drehen? Was denken Sie, sind die wertvollsten Beiträge, die er in das Projekt eingebracht hat?

Zunächst einmal war es meine erste Erfahrung als Co-Regisseur. Am Anfang war es eine große Herausforderung wegen der unterschiedlichen Kulturen und Sprachen … Aber mit der Zeit kamen wir in einen Flow, schufen eine Verbindung, vereinten uns in einem Haupterzählstrang und begannen, uns gegenseitig zu unterstützen.  Er hatte Erfahrung mit anderen Filmen und brachte relevanten Input mit, der sich gut in die Haupthandlung einfügte.  Die Arbeit mit Richard war eine großartige Erfahrung.

Was glauben Sie, wie das internationale Publikum auf Ihren Film reagieren wird? Was möchten Sie ihnen mit auf den Weg geben?

Ainbo gibt uns die Möglichkeit, den Amazonas auf eine ganz andere Art zu zeigen, auf eine ehrlichere und loyalere Art. Ich denke, da Ainbo von „Söhnen des Amazonas“ erzählt und gestaltet wird, hat er diesen einzigartigen Touch, der ihn von anderen Filmen unterscheiden wird.

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Online Redaktion | Übersetzung | kristin.steffan@forestfinance.de

Kristin Steffan schreibt seit mehr als zehn Jahren für ForestFinance – am liebsten über Themen rund um Umweltpädagogik, Klimaschutz und Biodiversität.

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