Neues aus Vietnam: Interview mit Projektleiterin Dang Mai Dung

Neues aus Vietnam
Foto: ForestFinance

In Vietnam lief in der Corona-Krise bislang vieles besser als anderswo, wie unter anderem das Handelsblatt berichtete. Dennoch müssen sich auch unsere Mitarbeiter dort den neuen Bedingungen anpassen. Wir haben Projektleiterin Dang Mai Dung gefragt, was das für unser Akazienprojekt bedeutet.

Wie zufrieden waren Sie mit der Entwicklung Ihres Projekts seit Sommer 2019 bis heute?

Die Umsetzung des Projekts in Vietnam konzentriert sich derzeit vor allem auf die Plantagenbewirtschaftung und den Schutz. Die Akazienforste wachsen gut, ohne dass Mensch und Natur sie beeinflussen.

Dang Mai Dung
Vietnam-Projektleiterin Dang Mai Dung. Foto: privat

Wann haben Sie zum ersten Mal von dem Corona-Virus gehört und erkannt, dass die Pandemie höchstwahrscheinlich Auswirkungen auch auf Ihr Land haben wird?

Das Corona-Virus wurde von der Regierung zum ersten Mal im Januar 2020 angekündigt, Ende März wurden dann die Richtlinien zur sozialen Distanzierung und Isolation erlassen.

Welche konkreten Auswirkungen hat die Pandemie auf das GreenAcaciaProjekt?

Wegen der Regierungsdirektiven kann ich nicht zu den Projektstandorten reisen. Aber zum Glück sind bisher noch keine Mitarbeiter erkrankt (Stand 07. April 2020) und Feldarbeit, Verwaltung und Schutz der Forste werden ganz normal fortgesetzt.

Welche Arbeiten müssen verschoben werden?

Geldüberweisungsverfahren sind wegen der verbotenen Reisen der Verantwortlichen nach Hanoi, der vorübergehenden Unterbrechung der öffentlichen Verkehrsmittel und der sozialen Isolation momentan nicht möglich.

Schon gewusst? ForestFinance hat in Zusammenarbeit mit der Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) ein forstwirtschaftliches Weiterbildungsprogramm inVietnam initiiert. Unsere Projekte haben bis heute eine Vorreiterrolle in ökologischer Waldbewirtschaftung im gesamten Land.

Über welche Entscheidungen und Arbeiten der Vergangenheit freuen Sie sich, weil sie nun helfen, die Krise besser zu bewältigen?

Ich freue mich, dass das Monitoring der 2014 und 2015 in Ba Ché aufgeforsteten Flächen, vor der Krise im Dezember 2019 in Ruhe gut durchgeführt wurde.

Was können wir aus der Krise für die Zukunft lernen – was sollten wir an Arbeitsmethoden, Projekten, Bereichen, Strategien usw. ändern, um auf zukünftige Krisen vorbereitet zu sein?

Wir lernen jetzt, wie wichtig es ist, dass die digitale Kommunikation gut funktioniert. Wir entwickeln sie so weiter, dass sie anstelle der persönlichen Treffen und des direkten Austauschs treten können: Wir werden unsere Partner auch in Zukunft auffordern, uns regelmäßig verbindliche Daten und aussagekräftige Fotos per Mail zukommen zu lassen.
Pandemien führen immer zu Angst und Krisen – aber sie bieten auch Chancen, denn sie schaffen neue Konsumgewohnheiten und Märkte. Unternehmen müssen sich daran schnell anpassen – ohne aber ihre Grundwerte zu verlieren. In Krisenzeiten fällt alles auf diese zurück, auf Verlässlichkeit, solide Produkte und Produktionen.

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