Zehn Dinge, die Sie schon immer über Bäume wissen wollten …,

… aber nie zu fragen wussten. Denn obwohl wir mit ihnen aufwachsen, sie uns vom ersten Tag an umgeben und die meisten uns haushoch überragen, nehmen wir sie oft nur am Rande wahr und wissen herzlich wenig über sie. 

 

1. Blätter, die die Welt bedeuten: So viel hängt am Baum

Ein europäischer Laubbaum trägt durchschnittlich 30.000 Blätter, über die er an warmen Sommertagen mehrere hundert Liter Wasser verdunstet. Einige Bäume sogar zigfach mehr! Nehmen wir mal eine 80-jährige Buche: In diesen, ihren besten Jahren ist sie etwa 25 Meter hoch, hat eine Baumkrone mit einem Durchmesser von circa 15 Meter und bedeckt eine Fläche von 160 Quadratmeter, braucht also zehn Quadratmeter mehr als ein durchschnittliches Einfamilienhaus seinen Einwohnern Platz bietet. Die Buche trägt im Sommer etwa 800.000 Blätter, die – würde man sie nebeneinander ausbreiten – eine Fläche von 1.600 Quadratmeter einnähmen. Damit bräuchten die Blätter eines Baumes doppelt so viel Platz wie Hausbesitzern in der Regel als Grundstück zur Verfügung steht. Pro Stunde verbraucht die Buche mehr als zwei Kilo Kohlendioxid, hält diese so ganz nebenbei davon ab, unser Klima weiter anzuheizen, und schenkt uns stündlich 1,7 Kilo Sauerstoff. Alleine diese Buche versorgt somit täglich 20 Menschen mit Sauerstoff.

 

Die Bavariabuche bei Pondorf gehört mit ihrem Umfang von 8,88 Metern zu den dicksten Buchen in Deutschland. (Foto: wikimedia/Rainer Lippert)

 

2. Es gibt drei Billionen Bäume auf der Welt – Tendenz fallend

Wissenschaftler der Yale University haben 2015 eine Studie veröffentlicht, in der sie zum Schluss kommen, dass derzeit rund drei Billionen Bäume auf der Welt leben. Das macht 422 Bäume pro menschlichen Erdenbewohner – global gesehen. Sieht man sich die einzelnen Länder genauer an, kommen wir Deutschen zum Beispiel auf lediglich 100 Bäume pro Bundesbürger. Ähnlich bescheiden sieht es für Ungarn, Chinesen und Bewohner der Dominikanischen Republik aus. Ein Norweger hingegen kann, so die Yale-Berechnung, sich 3.000 Bäume zusprechen, ein Russe rund 4.500 und ein Bolivianer sogar 5.400. Hier können Sie die Bäume und Wälder der Welt sehen, wie sie die Yale-Wissenschaftler zählen, zuordnen und kartieren.

 

Der ForestFinance-Waldfriedfhof in der Eifel gehört zu den selten gewordenen, mehrere 100 Jahre alten Laubwäldern Deutschlands. Foto: FinalForest/Henning Rogge

 

3. Jedes Jahr werden für Sie zwei Bäume gefällt

Für jeden Menschen auf der Welt werden jedes Jahr zwei Bäume gefällt. Hochgerechnet auf ein in Deutschland durchschnittliches Leben von 80 Jahren bedeutet das, dass für jeden von uns 160 Bäume ihr Leben lassen, bevor wir das Zeitliche segnen – 60 mehr als uns eigentlich laut Yale-Studie hierzulande pro Kopf zustehen. Von wegen (deutsche) Nachhaltigkeit: Jedes Jahr gibt es 15 Milliarden Bäume weniger auf der Welt. Wie rasant das Waldsterben voranschreitet können Sie in „Die Zeit“ lesen.

 

Holzernte in Deutschland. Mit einem Holzeinschlag von rund 56.000 Kubikmeter im Jahr 2015 liegt Deutschland in der EU auf Rang drei, gleich hinter Schweden und Finnland. (Quelle: Statista GmbH, Foto: Michael Bührke_pixelio.de)

 

4. Bäume sind Jobmotoren

Nach Beschäftigten und Umsatz zählt die Forst- und Holzwirtschaft zu den Leitbranchen Deutschlands. Der Wirtschaftszweig beschäftigt fast eine Million Menschen, umfasst rund 160.000 Betriebe, erzielt einen jährlichen Umsatz von etwa 114 Milliarden Euro und übertrifft damit die Automobilindustrie. (Quelle: Deutscher Holzwirtschaftsrat)

Nach Beschäftigten und Umsatz zählt die Forst- und Holzwirtschaft zu den Leitbranchen Deutschlands. (Grafik: Deutscher Holziwrtschaftsrat)

5. Sie sind unter uns: Nackt- und Bedecktsamer

Wenn Sie nicht gerade für Ihren Biologie-Leistungskurs lernen, Förster oder Naturkundler sind, haben Sie wahrscheinlich noch nie von ihnen gehört. Aber wir können sie Ihnen hier und jetzt – ganz ohne rot zu werden – vorstellen: Zu den baumförmigen Nacktsamern gehören Nadelbäume und Gingkos, weil ihre Samen nicht von Fruchtblüten bedeckt werden. Laubbäume hingegen verstecken ihre Samen und gehören somit zu den Bedecktsamern. Allesamt zählen sie zu den „echten Bäumen“, die sich dadurch von anderen verholzenden Pflanzen wie Sträuchern und Farnen unterscheiden, dass aus ihrer Wurzel ein Stamm herauswächst, der kontinuierlich an Umfang gewinnt.

 

Pinien wie diese, die unter der Sonne Mallorcas wächst, sind Nacktsamer. Der Name rührt daher, dass ihre Samenanlagen nicht von den Fruchtblättern eingeschlossen sind, sondern frei auf den einzelnen Fruchtblättern liegen. Foto: Andreas Hermsdorf/pixelio.de

6. Heilige Bäume gab es schon vor Avatar

Bäume spielen bei vielen unserer Rituale eine zentrale Rolle – vom Mai- über den Richt- bis zum Weihnachtsbaum. Dabei haben die meisten von uns den tieferen Sinn dahinter, die religiöse Bedeutung der Bäume schon längst vergessen. Nur ab und an erinnern uns Filme wie „Avatar“ an die großen Mythen, in deren Zentrum Weltenbäume standen: wie „Yggdrasil“, die Weltesche der nordischen Völker oder die „Sykomore“, die Himmelsbäume der Ägypter, in deren Form sich ihnen Götter offenbarten, oder der „Baum des Lebens“ und der „Baum der Erkenntnis von Gut und Böse“ aus der christlichen Schöpfungsgeschichte.

Lucas Cranach der Ältere malte den Baum der Erkenntnis in seinem Gemälde „Paradies“. Das ist in seiner ganzen Pracht im Kunsthistorischen Museum, in Wien zu sehen.

7. Der teuerste Baum der Welt ist ein Bonsai

Sucht man im Internet nach dem „teuersten Baum“ findet man die teuersten Hölzer auf dem Markt. Deren Preise treiben das Alter des Holzes, dessen fachgerechte Lagerung, die Maserung, Färbung und nicht zuletzt Verarbeitung des Holzes in die Höhe. Oder auch die Öle des Baumes – wie das des Adlerholzes, das besonders aromatisch duftet und es zum begehrtesten und teuersten der Welt macht. Kurz und klein gehackt wird es zu Räucherstäbchen und in Parfums verarbeitet. Als Stamm kann ein Adlerholzbaum um die 60.000 Euro kosten. Das ist im Vergleich zum teuersten – lebendigen! – Baum noch sehr bescheiden. Denn Bonsais können bis zu einer Million Euro kosten! So bietet „Luxury Trees“ einen 900 Jahre alten Bonsai für 950.000 Euro an.

Die Firma „Luxury Trees“ bietet auf ihrer Homepage diesen Bonsai für fast eine Million Euro an. Foto: Screenshot

8. So klingt ein Baum auf Klavier – unglaublich schön!

Der Künstler Bartholomäus Traubeck hat ein unglaublich beeindruckendes Kunstwerk geschaffen: Mit einem umgebauten Plattenspieler, der nicht Vinylschallplatten abspielt, sondern dünne Baumscheiben. Statt einer Nadel hängt eine Kamera am Tonarm, die das Muster der Baumscheibe abtastet und an eine Software weitergibt, die es in Klaviernoten „übersetzt“. So erklingen einzigartige Musikstücke, mit einer fast hypnotischen Wirkung. Traubecks Kunst-Projekt heißt „Year“ und Sie können es hier hören.

Das Kunstprojekt Years bringt Bäume zum Klingen.

 

9. 113 Mal Hollywood: Es gibt eine Filmliste für Baumfreunde

Laut Moviepilot spielen Bäume in 113 Filmen eine zentrale Rolle. Unvergessen natürlich die Baumbarts in „Herr der Ringe“ oder die „Heimatbäume“ und der „Baum der Seelen“ in Avatar. Doch es gibt auch unbekannte Baumrollen, die es in die cineastischen Chroniken geschafft haben. Wie der verhexte Baum, der in „Curse Of The Witching Tree“ sein Unwesen treibt, oder der Feigenbaum in „The Tree“, in dem die Seele eines Mannes wiedergeboren wird. Die Baum-Filme, die Moviepilot gelistet hat, finden Sie hier.

Der Film „Sieben Minuten nach Mitternacht“ kommt im Mai 2017 in deutsche Kinos. Seit langem wieder ein Film mit einem Baum in einer der Hauptrollen – neben Liam Neeson und Sigourney Weaver.

 

10. Die Eibe ist der einsamste Baum Deutschlands

Die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung hat lange gesucht und zu wenige gefunden, denn Eiben gibt es hierzulande nur noch sehr wenige. Und zwar so wenige, dass ihr Bestand mittlerweile als gefährdet gilt. Über die Republik verteilt sind es nur 60.000, die vor allem in Thüringen und Bayern wachsen. Elsbeeren geht es nur unwesentlich besser – von ihnen gibt es zwar 20.000 mehr als von den Eiben, als sicher kann ihr Bestand damit aber noch lange nicht gelten. Den Fichten geht es hierzulande gut – sie gehören zu der häufigsten Baumart und machen 26 Prozent der hier lebenden Bäume aus. Den Überblick können Sie sich über die Bundeswaldinventur holen.

 

Obwohl Eiben offenbar mit sehr wenig Licht auskommen, können sie sich in Deutschland kaum durchsetzen. Diese Eibe wächst im Schatten anderer Bäume im Urwaldgebiet Mittelsteighütte, im Nationalpark Bayerischer Wald. Foto: Willow/wikimedia

 

 

 

Ein Kommentar zu “Zehn Dinge, die Sie schon immer über Bäume wissen wollten …,

  1. Wirklich erstaunlich, was Bäume alles „leisten“ können und welch ein Wunder der Natur sie eigentlich sind.
    Wer eine gute Übersicht auf die gängigsten Laubbäume haben möchte, kann ja gerne mal auf unserer Seite vorbeischauen 😉

Schreiben Sie einen Kommentar zu kreuzwortraetsel.de Antworten abbrechen

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahren Sie mehr darüber, wie Ihre Kommentardaten verarbeitet werden .