Vielfalt statt Einfalt: nachhaltige Forstwirtschaft vom Setzling bis zum Baumriesen

Auf vier Kontinenten ist ForestFinance mittlerweile mit unterschiedlichen Waldprojekten aktiv. Eines ist dabei immer gleich geblieben: All diese Projekte sind nachhaltig, vom Samen bis zur Ernte. Schon der Unternehmensslogan „Wir machen Wald“ betont das Ziel – die langfristige, nachhaltige Schaffung ökologisch wertvoller Mischwälder auf ehemals degradierten Böden.

Unsere Mitarbeiterinnen der Baumschule Santa Cruz in Panama pflegen die kleinen Setzlinge. Foto: ForestFinance
Unsere Mitarbeiterinnen der Baumschule Santa Cruz in Panama pflegen die kleinen Setzlinge. Foto: ForestFinance

Auch Wälder fangen klein an: die Baumschule

Die ForestFinance-Wälder sind bereits so alt, dass die Bäume Samen bilden, aus denen wir in der Baumschule neue Setzlinge ziehen können – ein geschlossener Kreislauf. In der Trockenzeit untersuchen Baumschulmitarbeiter die Samen per Hand auf Schädlingsbefall und selektieren: für den Verkauf oder zur Aufzucht neuer Setzlinge in der Baumschule. Dort werden die Samen in Anzuchtbeeten zur Keimung gebracht und dann als Keimlinge in Pflanztüten verpflanzt. Anzuchterde und Pflanzsubstrat werden vor Ort selbst gemischt. Ein Dach aus einer lichtdurchlässigen Gewebeplane dämpft die Sonne und schützt die Jungpflanzen vor starken tropischen Regengüssen. Ab einer Größe von circa 25 Zentimetern werden die Setzlinge dann zur Pflanzung ausgeliefert.

Der ForestFinance-Baumfilm zeigt das Leben eines ForestFinance-Baumes vom Setzling bis zur Ernte. Video: ForestFinance

Alte Hasen für junges Gemüse: Forstexperten kümmern sich um Neuzugänge im Wald

In den ersten Jahren erhalten die jungen Bäumchen besonders viel Pflege. Die so genannte Wertastung sorgt dafür, dass keine Astlöcher später den Wert des Holzes mindern. Die Forstarbeiter stellen außerdem sicher, dass jeder Baum weder zu viel noch zu wenig Licht erhält und befreien die Bäumchen von Schlingpflanzen, die ihren Wuchs behindern. Schon nach wenigen Jahren entsteht aus der Aufforstung ein Wald mit Bäumen, die mehrere Meter hoch sind. Obwohl diese in Reih und Glied stehen, ist so ein Forst keineswegs eintönig: Jeder ForestFinance-Forst enthält bis zu sieben verschiedene Nutz-Edelholzarten und eine Auswahl aus 50 verschiedenen weiteren heimischen Arten. Das ist nicht nur ökologisch, sondern auch ökonomisch sinnvoll (mehr dazu im Interview mit Dr. Verena Griess).

Junge Bäumchen brauchen viel Pflege: dieser Caoba-Baum wurde gerade von Forst-Ingenieur Pedro Garay gestützt um gerades Wachstum zu ermöglichen. Foto: ForestFinance
Junge Bäumchen brauchen viel Pflege: Dieser Caoba-Baum in Panama wurde gerade von Forst-Ingenieur Pedro Garay gestützt um gerades Wachstum zu ermöglichen. Foto: ForestFinance

Akazien verbessern den Boden

In Vietnam und Kolumbien geschieht diese Wertschöpfung über einen Zwischenschritt: Hier übernimmt ForestFinance bestehende Akazien-Plantagen und wandelt diese langfristig in ein naturnahes Ökosystem Wald um. Die Baumart Acacia mangium dient dabei als „Bodenverbesserer“ und ebnet den Weg für anspruchsvollere einheimische Baumarten, die auf den stark ausgelaugten und jahrzehntelang entwaldeten Böden nicht genug Nährstoffe finden würden. Denn die Akazie verbessert die Bodenqualität, indem sie Schadstoffe filtert und ihn mit Stickstoff anreichert. Damit schafft sie die nötigen Vorrausetzungen für die Rückführung der degradierten Fläche in einen artenreichen, nachhaltig bewirtschafteten Mischwald mit standortgerechten Baumarten.

Akazienforst in Kolumbien. Die Bäume bereiten den Boden auf eine spätere Bepflanzung mit Mischwald vor. Foto: ForestFinance
In unseren Akazienforsten in Kolumbien leben viele Tiere. Die Bäume bereiten den Boden auf eine spätere Bepflanzung mit Mischwald vor. Foto: ForestFinance

Forstwirtschaft, die Werte schafft

Die hohe Artenvielfalt der Mischwälder macht die neuen Forste weitaus weniger anfällig für Schädlingsbefall und Krankheiten als Monokulturen. Zahlreiche Vogelarten, die sich von schädlichen Insekten ernähren, leben hier ebenso wie eine Vielzahl weiterer, zum Teil bedrohter Tierarten (mehr dazu im Biodiversitätsbericht, den Sie hier als PDF herunterladen können). Daher ist im Vergleich zu Monokulturen nur ein minimaler Chemieeinsatz notwendig. Da auch die Ernte schonend und ohne Kahlschlag erfolgt, entstehen dauerhaft naturnahe Mischwälder, die vielen Pflanzen und Tieren neuen Lebensraum bieten. Dazu gehören auch Naturschutzflächen: Vor allem Feuchtgebiete und Grenzbereiche zu den Flüssen werden konsequent geschützt, da sie Lebensraum unter anderem für viele Amphibienarten sind.

Feuchtgebiete wie dieser Mangrovenwald werden von ForestFinance geschützt. Foto: ForestFinance
Feuchtgebiete wie dieser Mangrovenwald werden von ForestFinance geschützt. Foto: ForestFinance

Wie es nach der Ernte weitergeht? Das lesen Sie hier.

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