25 Jahre ForestFinance – ehemalige MitarbeiterInnen berichten: Miriam Becker, von der Hilfskraft zur Projektmanagerin

Wir feiern 25 Jahre ForestFinance – Grund genug, einmal ehemalige MitarbeiterInnen zu Wort kommen zu lassen, die uns auf diesem langen Weg begleitet haben! Miriam Becker kam 2005 als studentische Hilfskraft zu ForestFinance und hat seitdem eine spannende Entwicklung zur Projektmanagerin und Coach vollzogen. Wir haben sie gefragt, was sie heute über ihre Zeit bei ForestFinance denkt.

Miriam Becker startete bei ForestFinance als studentische Hilfskraft und übernahm bald mehr Verantwortung. Foto: privat

Wie bist du zu ForestFinance gekommen und was waren deine Aufgabengebiete?

Ich war seit 2004 Studentin an der Uni Bonn und habe nach einem sinnstiftenderen Neben-Job gesucht, als Cocktails und Bier zu servieren. Durch eine Anzeige auf einer Seite für studentische Nebenjobs habe ich 2005 die Ausschreibung von ForestFinance gesehen. „Mit Bäumen sinnvoll Geld machen.“ So richtig konnte ich mir darunter nichts vorstellen. Aber nachhaltiges Denken fand ich gut und die Rahmenbedingungen passten. Ich wurde zum Glück eingeladen und damals arbeitete ForestFinance noch, sagen wir in einer Art Lagerhalle, in einem Beuler Hinterhof mit kleinem Büro.

Karin von Wahlberg, die heute noch als Buchhalterin für ForestFinance arbeitet, hat mich sehr freundlich begrüßt und das Bewerbungsgespräch mit Harry Assenmacher war nicht nur sympathisch, sondern auch informativ und ich wollte den Job unbedingt machen und mehr über dieses „Baum-Konzept“ lernen. 


Ich habe kurz darauf in Beuel begonnen und in diesem „Baum-Startup“ (so habe ich es meinen Freunden erklärt) alles gemacht, was anfiel: Kundenbetreuung am Telefon und per Mail, Kisten und Material sortieren und packen, Übersetzungen anfertigen und mit Vertriebspartnern kommunizieren. Als wir dann umgezogen sind, größer wurden, stiegen auch meine Verantwortungen. Neben den Aufgaben der Kunden- und Vertriebspartnerbetreuung durfte ich die Vermarktung des ersten Holzproduktes – dem Tablet-Halter „PadBrett“ -– mit steuern, bin mehr in rechtliche Themen eingestiegen und habe Kundenevents organisiert. Besonders in Erinnerung ist mir ein Kundenevent im Bonner Wald mit Unterstützung von Peter Wohlleben geblieben. 

In dieser Fabrikhalle nahm alles seinen Anfang. Miriam Becker war von Beginn an dabei. Foto: ForestFinance


Was fällt dir ein, wenn du heute an diese Zeit zurückdenkst?

Ich habe unglaublich viel gelernt und ich habe wunderbare Persönlichkeiten kennengelernt, mit denen ich teilweise heute noch gut vernetzt bin. Ich habe zum einen ganz viel über Wald, Nachhaltigkeit, neue Geschäftsmodelle und Möglichkeiten, ökologisch und ökonomisch zu arbeiten, gelernt. Ich habe angefangen Spanisch zu lernen, da unser erster Partner bzw. das Primärland damals Panama war. Zum Anderen habe ich aber auch ganz viel über Arbeitsstrukturen und Prozesse gelernt. Ich war live dabei, als ein kleines Hinterhof-Büro plötzlich zu wachsen begann und sehr schnell immer größer wurde. Ich habe von Harry Assenmacher gelernt, „verrückte Ideen“ durchzusetzen und auf sich selber zu hören. Ich habe außerdem von jedem Kollegen etwas gelernt – und diese bereichernde und freundliche Atmosphäre ist mir besonders in Erinnerung geblieben. Ich wurde als studentische Hilfskraft ernst genommen, gefördert und voll integriert. Mit jedem würde ich gerne heute noch ein Kölsch trinken gehen. 

Miriam Becker hat uns ihre persönlichen Glückwünsche als Video übermittelt. Video: Miriam Becker


Wohin hat dich dein Weg danach geführt?

Ich war zwischendurch mal ein Jahr in den USA und bin 2011 nach dem Studium nach Aachen gezogen: Fakultät für Maschinenwesen; zunächst mal ziemlich entfernt von nachhaltigen Ansätzen „mit Bäumen“. Ich habe dort ein Pilot-Projekt „Mentoring“ zur Verbesserung der studentischen Lebenswelt mitbetreut. Einzel-Coachings, Gruppenworkshops, Events, aber auch juristische Aufgaben und vor allen Dingen Projektmanagement waren meine Aufgaben.

Auch ohne Bäume konnte ich hier alle ForestFinance-Erfahrungen nutzen und einsetzen und ich hatte „heimlich“ irgendwie einen nachhaltigen Gedanken implementiert bekommen. Mich hat immer die Frage beschäftigt, wie man in dieser Welt gesünder leben und mit ihr umgehen kann, und mein Gedanke war immer: Es fängt bei den Menschen, bei uns, an. So habe ich meine Coachings dann auch gestaltet und bin nach zwei Jahren beim Hochschulsport der RWTH als Projektkoordinatorin in einem internationalen Gesundheits- und Bewegungsprojekt gelandet.

Projektarbeit kann mitunter sehr stressig sein, ich war viel unterwegs, aber ich bin jeden Tag gerne dort hingegangen, weil ich das Ziel, die Uni und die Studierenden zum Umdenken zu bewegen, ganz klar und praktisch vor Augen hatte. Ich hatte enge Vorgaben, aber auch viele Freiheiten und ein starkes, internationales Team. Als mich zum Beispiel alle unterstützten, ein bewegtes Mittags-Event „Tanzen statt Schnitzel“  im Zentralbereich, draußen, mit lauter Musik zu organisieren, war das super! Und dann machten tatsächlich auch StudentInnen mit – es war einfach toll! 


Nun bin ich wieder in einem sehr agilen, digitalen und neuen Projekt: Netzwerk Q 4.0 beim Bildungswerk der Nordrhein-Westfälischen-Wirtschaft e.V. in Düsseldorf. Ziel ist es, Ausbilder/innen dabei zu helfen sich im Digitalisierungsprozess besser und effektiver zurecht zu finden. Dazu führen wir zahlreiche Interviews, konzipieren und moderieren Workshops, probieren neue agile Methoden, wie das Design-Thinking aus und ich bewege mich wieder in einem Netzwerk mit vielen Partnern und vielen Ideen. Kommunikation, egal ob in Präsenz oder digital, ist eines der entscheidensten Tools in dem Projekt. Mein Anliegen ist auch hier, nachhaltig und gesundheitsorientiert zu kommunizieren. 


Seit circa fünf Jahren bin ich nebenberuflich als Moderatorin, Coach und Trainerin tätig. Neben Veranstaltungen und Events liegt der Fokus primär auf gesundheitsorientierten Themen. 

Wie haben die Erfahrungen, die du zuvor bei ForestFinance gesammelt hattest, dich dabei beinflusst oder dir geholfen?

Beim Lesen, was ich gerade zuvor getippt habe, fallen mir ein paar Schlagworte ein:

  • Interkulturalität: Arbeiten über Bund- und Ländergrenzen hinaus spielt bis heute eine wichtige Rolle in meinem Leben. 
  • Start-Up-Mentalität: Ich war und bin in vielen Pilotprojekten tätig – „machen, ausprobieren, noch mal machen und weiter geht’s.“ 
  • Kommunikation: Ich durfte mich kommunikativ viel erproben und es wurde über die Jahre zu meinem Hauptgeschäft. 
  • Nachhaltigkeit: Ich wurde angeregt, mehr über unsere Umwelt und unser Sozialgefüge nachzudenken. Ich bin keine Umweltaktivistin, aber es liegt mir am Herzen, dass ich mich ab und zu auf der Yogamatte einfinde, es trägt mich und ich bin motiviert, anderen auch einen alternativen Blickwinkel zu eröffnen. 
  • Spaß im Job: Arbeiten kann und darf Spaß machen und man kann auch mit den KollegInnen mal ein Bier trinken. Viel Arbeit und gleichzeitig viel Freude und Freiheit – das geht! 

Was sagst du zur Entwicklung des Unternehmens, wenn du dir zum Beispiel die Website von heute ansiehst?

WOW! Gab es damals überhaupt eine Website? Klar, verständlich, eine ganz schöne Erweiterung des Portfolios: neue Produkte, neue Partner und Kooperationsländer, zwischen vielen alten Gesichtern auch einige neue, professionell und schön grün.

Wir feiern 25 Jahre ForestFinance – was möchtest du dem Unternehmen für die nächsten 25 Jahre sagen?

Lasst weiter nicht nur die Wälder wachsen, sondern auch euch. Bleibt dem Grundgedanken treu und probiert weiter „verrückte“, grüne Ideen aus. 
Gebt weiter Raum für Ideen, Stimmen, neue Kollegen, soziale Themen und Professionalität. Außerdem sage ich Danke. Beim Beantworten dieser Fragen ist mir nochmal bewusst geworden, dass ich froh bin, ein Teil der Mannschaft gewesen zu sein. 

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahren Sie mehr darüber, wie Ihre Kommentardaten verarbeitet werden .