ForestFinance geht neue Wege – warum jetzt und warum so?

Wir haben Gründer und Geschäftsführer Harry Assenmacher gefragt, warum ForestFinance ein neues Unternehmen in Deutschland gegründet hat, das auf innovative Technologie und Biokohlenstoff setzt. Er erklärt hier, wieso wir damit bewährte (Wald)Wege nicht verlassen, sondern sie weiter ausbauen.

Harry Assenmacher hat 1995 ForestFinance als Anbieter von Wald-Direktinvestments gegründet. Mittlerweile leitet er die ForestFinance Gruppe, zu der auch das Unternehmen ClimateCarbon Eberswalde gehört, das mit einer innovativen Technologie aus Biomasse Biokohlenstoff herstellt. Foto: Kartrin Spanke

Herr Assenmacher, wie kam es dazu, dass ForestFinance aus Biomasse Kohlenstoff erzeugen will?

Eigentlich begann das vor über zehn Jahren mit dem Umweg über Pellets, Biomasse und der Annahme, das Verbrennen von Holz sei umweltfreundlich und klimaneutral, weil es nachwächst. Heute wissen wir: Das stimmt so nicht. Mit der kritischen Weiterentwicklung dieses Gedankens und der Wissenschaft zu diesem Thema, wurde klar: Verbrennen von Holz muss möglichst vermieden werden. Es geht darum, den Kohlenstoff dauerhaft aus der Atmosphäre zu holen und zu binden, zum Beispiel als Terra Preta oder Kunststoffersatz.

Verlässt ForestFinance jetzt den „Holzweg“ und spezialisiert sich auf neue Technologien?

Ja und nein. Verlassen nur insofern, als wir weitergehen. Wir sind zwar einerseits „traditionellen“ Werten und Wirtschaften verbunden, aber auch Forst- und Landwirtschaft können und müssen modern betrieben werden. Und so sind wir dabei, diese zu digitalisieren. Auch die Karbonisierung von Biomasse ist ein ganz traditionelles Verfahren. Holzkohle ist nichts Neues, wie wir Deutschen als grillfreudiges Volk wissen. Aber man kann sie heute sehr viel effizienter und vor allem umweltfreundlicher herstellen. Dennoch ist Holzkohle für uns nur ein eben noch akzeptierter Zwischenschritt, denn auch sie wird ja letztlich verbrannt. Ziel ist es weitgehend aus der Verbrennung auszusteigen und Technologien zu entwickeln, die Kohlenstoff in Produkten speichern.

Wieso setzen Sie in einer Zeit von pandemischer Unruhe und vielen Ängsten auf neue Wege, auf technische Innovationen und gründen ein neues Unternehmen?

Die Pandemie ist ja auch nur ein Resultat unserer Natur zerstörenden Lebens- und Wirtschaftsweise. Technik und Innovation spielt eine (aber eben auch nur eine) wichtige Rolle, um Fehlentwicklungen wenigstens zu kompensieren oder vielleicht zu korrigieren. Hier ganz pragmatisch: Die globale Holzkohleerzeugung ist ein massives Klimaproblem! Sie zerstört sehr viel Wald und emittiert Klimagase, auch wenn das nicht so bekannt ist. Mit neuer Technologie kann man hier große Fortschritte und Einsparungen erzielen. Dass dies in einem neuen Unternehmen geschieht, hat rein rechtliche und organisatorische Gründe.

Worin sehen Sie die größten Chancen, den Klimawandel zu stoppen – in Technik oder Natur?

Die größte Chance – und Notwendigkeit – liegt in einem Systemwechsel! Sowohl technische Entwicklungen, das Nutzen natürlicher Vorgänge wie Aufforsten und Waldschutz, als auch individuelle Verhaltensänderungen werden den Klimawandel nicht stoppen – obwohl die alle unbedingt notwendig sind, um Zeit zu schaffen für die Einsicht und den Übergang zu einem anderen Wirtschaften miteinander. Nutzen wir jetzt nicht alle Möglichkeiten, den Klimawandel wenigstens zu verlangsamen, dann wird die Veränderung der weltweiten Lebensumstände drastisch sein. Gerade die Ärmsten und Schwächsten werden am schlimmsten leiden – erst recht wenn „die Reichen und Mächtigen“ statt auf Kooperation auf gewaltsame, kriegerische „Lösungen“ setzen, um den Status quo zu konservieren.

https://www.climatecarbon.de/

Mit Ihrer Beteiligung an der Gesellschaft finanzieren Sie den Erwerb, die Errichtung und den Betrieb einer Karbonisierungsanlage in der Nähe von Berlin am Standort Eberswalde. In dieser werden rund 4.800 Tonnen Biokohlenstoff pro Jahr produziert und zusammen mit dem Nebenprodukt Strom abgesetzt.

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Der Erwerb dieser Vermögensanlage ist mit erheblichen Risiken verbunden und kann zum vollständigen Verlust des eingesetzten Vermögens führen.

betreut seit 2008 das Kundenmagazin ForestFinest und sämtliche Printprodukte als Redakteurin und Autorin. Sie schreibt am liebsten über nachhaltig Gutes, das sich für Mensch und Umwelt rechnet.

2 Kommentare zu “ForestFinance geht neue Wege – warum jetzt und warum so?

    1. Liebe:r Kommentator:in,

      das können wir guten Gewissens beantworten mit: Ja, haben wir! Ein Produktabnahmevertrag für den Biokohlenstoff ist bereits durch die Emittentin abgeschlossen worden. Der Vertrag soll den reibungslosen Absatz des Biokohlenstoffs sicherstellen und tritt mit der Aufnahme der Produktion der Karbonisierungsanlage in Kraft.

      Die Nachfrage nach Biokohlenstoffen ist hoch, weil sie so vielfältig eingesetzt werden können. Auch langfristig sind die Aussichten also bestens. Die Abnehmer kommen u.a. aus der Holzkohle-, Aktivkohleindustrie und Landwirtschaft.

      Darüber hinaus ist unser Ziel auch tägliche Gebrauchsgegenstände aus Plastik durch Biokohlenstoff zu ersetzen, Baumaterial zu produzieren und schwindende Ressourcen zu ersetzen. Mehr über das Potenzial von Biokohlenstoff lesen Sie übrigens auf der Webseite: climatecarbon.de.

      Sollten Sie weitere Fragen haben, kontaktieren Sie uns gerne.

      Herzliche Grüße

      Ihr ForestFinance-Team

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