5 Fragen an … Jennifer Brockerhoff

Zugegeben – Finanzen sind oft eine trockene Anlegenheit. Vor allem Einsteiger:innen verlieren schnell den Überblick und trauen sich kaum an das Thema heran. Nachhaltigkeit und Klimaschutz hingegen sind – zu recht! – schon längst in aller Munde und gewinnen auch im Bereich Geldanlage immer mehr an Bedeutung. Was tun also, wenn man als Einsteiger:in nachhaltig Geld anlegen will – und überhaupt keinen Überblick hat?

Jennifer Brockerhoff ist seit 20 Jahren Finanzberaterin und hat ein Buch geschrieben, um eben diesen Überblick zu schaffen: Grüne Finanzen. Von Altersvorsorge bis Geldanlage – der Ratgeber für Einsteiger*innen. Wir haben ihr fünf Fragen gestellt und freuen uns über fünf spannende Antworten!

5 Fragen an Jennifer Brockerhoff

Warum braucht es ein Buch speziell über grüne Finanzen?

Das Thema nachhaltige Geldanlage ist aktueller denn je und die Nachfrage in den letzten Jahren sehr stark angestiegen, was die aktuellen Zahlen des Forum Nachhaltige Geldanlage bestätigen. Somit ist es mir ein großes Anliegen die Hürden für den Einstieg in das Thema abzubauen, um es für ein breites Publikum sichtbarer zu machen.

Es gibt bereits eine ganze Reihe von Büchern rund um das Thema grüne Finanzen. Jedoch ist mir beim Lesen der meisten aufgefallen, dass ich diese für Einsteiger:innen in das Thema zu fachlich, zu lang und für das trockene Thema Finanzen nicht immer optisch ansprechend fand.

Buchcover:  Grüne Finanzen. Von Altersvorsorge bis Geldanlage – der Ratgeber für Einsteiger*innen.

In Ihrem Buch beschreiben Sie, dass Nachhaltigkeit oft Frauensache ist. Investieren Frauen anders als Männer?

Ja, der Mythos der „nachhaltigen Frau“ hält sich hartnäckig! Im Buch hinterfrage ich diese Behauptung und suche Gründe, warum Frauen im Alltag häufiger nachhaltig agieren als Männer. Die Antworten liegen unter anderem an die tradierte Arbeitsteilung zwischen den Geschlechtern, die unbezahlte Care-Arbeit von Familienmitgliedern und die damit einhergehenden Konsumentscheidungen sowie dem hartnäckigen Vorurteil, dass hohe Renditen nur mit konventionellen Geldanlagen erzielt werden können. Zu oft habe ich von Frauen in der Beratung gesagt bekommen, dass sie gerne „grün“ investieren wollen und dafür freiwillig auf Rendite verzichten. Ein weiterer Grund warum ich dieses Buch geschrieben habe.

Welche drei Tipps würden Sie einem absoluten Finanzanfänger geben?

  1. Orientieren Sie sich an den 5 Schritten der Finanzplanung (siehe Buch 😉)
  2. Kennen Sie Ihre Risikotragfähigkeit & Ihren Anlagehorizont!
  3. Diversifikation ist Trumpf!
Jennifer Brockerhoff

Und was würden Sie jemandem als ersten Schritt raten, der nachhaltig investieren möchte?

So banal es klingt: Jede:r sollte sich im Vorfeld Gedanken darüber machen, was nachhaltig Investieren de facto für einen persönlich heißt. Nachhaltigkeit ist kein geschützter Begriff und es gibt weitaus mehr als Fifty Shades of Green am Finanzmarkt! Eine Orientierungshilfe kann sein sich zu Fragen: Möchte ich mit meinen Investments nicht Schlechtes finanzieren/unterstützen oder möchte ich sogar eine sichtbare Wirkung erzielen? Bei dieser Fragestellung kommt man schnell auf die unterschiedlichen Wirkungskanäle des Sekundär- und Primärmarktes zu sprechen und macht das Thema sofort greifbarer.

Zwar haben Sie keine Kristallkugel, aber wenn Sie spekulieren müssten: Wo sehen Sie die Zukunft des nachhaltigen Finanzmarktes?

Die Tendenzen sind klar: um die Klimaziele von Paris zu erreichen müssen massive Investitionen getätigt und Geldströme in nachhaltige Wirtschaftstätigkeiten gelenkt werden. Neue Gesetze und Offenlegungspflichten tun ihr übriges, um den Wandel voranzutreiben. Ich brauche daher keine Kristallkugel um zu erkennen, dass wir erst am Anfang eines grünen Wirtschaftszyklus sind.

Online Redaktion | janina.mai@forestfinance.de

ist Teil des Kommunikationsteams bei ForestFinance. Sie schreibt gerne über Nachhaltigkeitstrends, Tiere und Grünes im Netz.

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