Pflanzenkohle – vielseitig und kostbar

Unser Klima ist ein komplexes Zusammenwirken vieler Faktoren – Sonne und Geografie, Bodenbeschaffenheit, Flora und Fauna spielen wichtige Rollen. Eine der wichtigsten hat Kohlenstoff: Gespeichert in Wäldern, Böden, Mooren oder fossilen Quellen ist er entscheidend für das fragile Gleichgewicht. Das ist durch das menschliche Eingreifen empfindlich gestört. Erdspeicher wurden über Jahrhunderte ebenso wie Wälder geplündert und zerstört und das Verbrennen von Erdöl und Kohle führte zu einem „Overload“ an Kohlendioxid in die Atmosphäre, zur menschgemachten Klimakrise.

Noch können wir deren Konsequenzen abmildern – wenn wir damit aufhören, weiterhin so viel CO2 zu produzieren und wenn wir so viel wie möglich davon der Atmosphäre entziehen und es als Kohlenstoff binden. „Aufforstung, Humusaufbau und die Pyrolyse von Biomasse (anstatt sie zu verbrennen), um den so gewonnenen Kohlenstoff in Form eines langzeitstabilen Feststoffs zu speichern, sind dabei die drei Schlüsselelemente“, sind die ExpertInnen des Fachverbandes Pflanzenkohle überzeugt.

Pflanzenkohle - vielseitig und kostbar
Pflanzenkohle – vielseitig und kostbar

Hier finden Sie Beispiele für neue, langlebige Einsatzgebiete von Biokohlenstoff – allesamt Chancen für eine Wirtschaft, die auf moderne Arbeitsplätze, saubere Luft und eine neue ökologische Lebensweise setzt, weil der alten langsam die Rohstoffe ausgehen.

Terra Preta

Ureinwohner Südamerikas stellten Terra Preta im Amazonas-Gebiet schon vor Jahrhunderten her, die dunkle, humus- und nährstoffreiche Erde mit hoher Fruchtbarkeit. Sie entsteht durch den langjährigen Eintrag von Asche, Biomasse, Küchenabfällen, Verkohlungsrückständen, pyrogenem Kohlenstoff, Knochen, Dung und menschlichen Fäkalien. Durch Mikroorganismen und Bodentiere wird organische Substanz teilweise abgebaut, stabilisiert und in die Tiefe verlagert. Ein wichtiger Bestandteil für die Genese der Terra Preta ist Pflanzenkohle, die etwa 20 Prozent des Kohlenstoffs ausmacht und durch ihren langsamen Abbau über circa 2.000 Jahre zur Stabilität beiträgt und Nährstoffe sowie Mikroorganismen bindet.

Terra Preta - mit Pflanzenkohle angereicherte Erde ist besonders fruchtbar
Terra Preta – mit Pflanzenkohle angereicherte Erde ist besonders fruchtbar. Foto: Wikipedia, Holger Casselmann

Aktivkohle

Aktivkohle wird hergestellt, indem biologisches Material so verkohlt wird, dass mikroskopisch kleinen Poren entstehen. Durch diese  können Gase und auch Wasser gefiltert und gereinigt werden. So wird in den USA zum Beispiel aus Maisabfällen Aktivkohle zur Wasserreinigung produziert und eingesetzt. Aktivkohle ist auch in der Medizin als Carbo medicinalis bekannt, denn Schadstoffe bleiben an den Molekülen hängen. Sie entfernt zum Beispiel Giftstoffe aus dem Magen-Darm-Trakt und macht sogar aus Cola (quasi) Wasser, indem sie die Farb- und Aromastoffe des Softdrinks bindet.

Rasterelektronenmikroskopie eines Aktivkohlepellets. Foto: Wikipedia, Mydriatic

Biokohlenstoff

Biokohlenstoff absorbiert Schadstoffe, trägt zur Kohlenstoffanreicherung in der Metallurgie bei und kann bei der Herstellung von Carbiden (z. B. Wolfram, Silizium, etc.) sowie als Kohlenstoffquelle für Reifen, Gummi und Kunststoffe eingesetzt werden. Sie hat sich zudem in der elektromagnetischen Abschirmung bewährt, im 3D-Druck und als Quelle für die Produktion von aktiviertem Kohlenstoff. Auch in Halbleitern und Batterien hat sie sich als Energiespeicher in zahlreichen Studien bewiesen.

Torsten Becker von den carbonauten (links) demonstriert für ForestFinest-Redakeurin Christine Sommer-Guist wie Biokohlenstoff in 3D-Druckern eingesetzt werden kann. Foto: Klaus Sasse

Holzkohle

Natürlich kann man Biokohle auch einfach nur verbrennen – zum Grillen und Heizen. Um eine Tonne Holzkohle zu produzieren, braucht man bis zu 12 Tonnen trockenes Rundholz. Das sollte entsprechend nur ein Nebenprodukt der Pflanzenkohle-Herstellung sein. Aber wenn sie aus Biomasse und Abfällen aus der Forstwirtschaft gemacht wird, tut sie etwas Gutes, weil sie Bäume aus wertvollen Wäldern, darunter auch Regenwäldern, davor bewahrt, gefällt und zu Grillkohle verarbeitet zu werden. 

Holzkohle aus Pflanzenresten, produziert von den carbonauten. Foto: Klaus Sasse

Die Betriebsmanager der ClimateCarbon-Eberswalde-Anlage haben aus dem Biokohlenstoff bislang viele Produkte entwickelt, die für Industrie, Handwerk und Bau sehr vielversprechende, umweltfreundliche und klimaschonende Alternativen zu herkömmlichen Materialien sind. Wir haben Sie in der Extrablatt-Ausgabe unseres Kundenmagazins ForestFinest vorgestellt.

Nachhaltig investieren – Mit Pflanzenkohle für’s Klima

Die ClimateCarbon Eberswalde GmbH & Co. KG stellt klimaschonend in Deutschland Biokohlenstoff her, aus Biomasse heimischer Wälder, für die es sonst keine Verwendung mehr gibt – ohne der Natur Schaden zuzufügen.

Mit einer Beteiligung an der Gesellschaft finanzieren Sie den Erwerb, die Errichtung und den Betrieb einer Karbonisierungsanlage in der Nähe von Berlin am Standort Eberswalde. In dieser werden rund 4.800 Tonnen Biokohlenstoff pro Jahr produziert und zusammen mit dem Nebenprodukt Strom abgesetzt.

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betreut seit 2008 das Kundenmagazin ForestFinest und sämtliche Printprodukte als Redakteurin und Autorin. Sie schreibt am liebsten über nachhaltig Gutes, das sich für Mensch und Umwelt rechnet.

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