Was hat 2017 für den Wald bedeutet?

2017 war für ForestFinance ein gutes Waldjahr: Mittlerweile hat das Unternehmen bereits mehr als 7.500 Hektar Tropenwald weltweit aufgeforstet und mehr als 9,5 Millionen Bäume gepflanzt. Das kann sich sehen lassen – aber wie ist es eigentlich sonst um den Wald bestellt?

Deutschland, deine Wälder

In Deutschland ist die Waldfläche noch recht beachtlich: 32 Prozent – 11,4 Millionen Hektar – unseres Landes sind mit Bäumen bedeckt. Darüber gibt der deutsche Waldbericht 2017 Aufschluss. Dabei sollte man aber nicht vergessen, dass es zuvor tausende von Jahren fast vollständig bewaldet war. Und dass „Wald“ eine Definitionssache ist: Rein rechtlich betrachtet ist ein Wald nämlich jede mit Forstpflanzen bestockte Grundfläche, inklusive Kahlschlägen, Gifteinsatz und Monokulturen.

Im FinalForest und im Waldreservat WildeBuche in der Eifel dürfen jahrhundertealte Bäume ungestört wachsen. Foto: ForestFinance
Im Waldfriedhof FinalForest und im Waldreservat WildeBuche in der Eifel dürfen jahrhundertealte Bäume ungestört wachsen. Foto: ForestFinance

Nur 36 Prozent dieser Wälder sind demnach auch tatsächlich als naturnah zu bezeichnen. Dennoch, eine beeindruckende Zahl, denn in den Wäldern Deutschlands sind ganze 2,5 Milliarden Tonnen Kohlenstoff gebunden. Auch steigt die Fläche mit älteren Bäumen ein wenig; seit 2002 hat das Durchschnittsalter der Bäume immerhin um viereinhalb Jahre auf 77 Jahre zugenommen. Einen wichtigen Beitrag leisten hier Projekte wie das Waldreservat WildeBuche, in dem mehrere hundert Jahre alte Bäume ungestört weiterwachsen können. „Die ökologische Wertigkeit der Wälder in Deutschland hat sich in den letzten Jahrzehnten deutlich verbessert“, heißt es entsprechend im Waldbericht, schränkt aber gleich ein, dass nach wie vor zahlreiche Tierarten gefährdet oder vom Aussterben bedroht sind.

Einsatz für den Wald

Auch 2017 haben sich deshalb vielerorts Menschen für den Wald eingesetzt. In Polen kämpften Aktivisten und Anwohner in diesem Jahr für den Erhalt des Białowieża-Nationalparks, wo die Regierung seit 2016 in großem Stil Bäume fällen lässt, obwohl der Wald unter Schutz steht. Im November 2017 verfügte der Europäische Gerichtshof schließlich einen Stopp der Rodungen. Der Białowieża-Nationalpark erstreckt sich auf fast 1.500 Quadratkilometern und gilt als einer der letzten Urwälder Europas. Auch in Deutschland gab es viel Engagement für Wald: Der uralte Hambacher Forst im rheinischen Braunkohlerevier entging erneut knapp der Rodung, dank des unermüdlichen Einsatzes zahlreicher Umweltaktivisten wurde diese bis März 2018 ausgesetzt. Seit Jahren schon wird hier gegen den Braunkohletagebau protestiert, rund 90 Prozent des Hambacher Waldes sind bereits verschwunden. 


Förster und Bestseller-Autor Peter Wohlleben spricht sich auf Facebook für den Erhalt des Hambacher Waldes aus. 

Blut fließt für Bäume

Anderswo sieht es leider noch deutlich schlimmer aus. Darunter müssen nicht nur Tiere und Pflanzen, sondern auch Menschen leiden, wie der Bericht „Blood-Stained Timber“ von Greenpeace Brasilien zeigt. Das Edelholz vom Amazonas wird stark nachgefragt und landet auch in unseren Geschäften – ohne, dass der Kunde ahnt, dass für seine Gartenmöbel über Leichen gegangen wurde und das im wahrsten Sinne des Wortes. Am 9. April 2017 starben laut Berichten von Greenpeace in Brasilien neun Menschen, die auf Land lebten, auf dem begehrte Holzarten wuchsen. Ein Einzelfall? Kaum. Wer in Brasilien den Wald gegen illegalen Raubbau verteidigt, lebt gefährlich. Dringend braucht es eine strengere Ahndung von Gesetzesverstößen. Bis dahin können Verbraucher in Deutschland nur eins tun: bei Holzprodukten unbedingt auf verlässliche Prüfungen und Siegel achten.

Die Satellitenbilder zeigen die massive Abholzung am Amazonas. Video: USGS/ESA/contains modified Copernicus Sentinel data (2016), processed by ESA
 

Der Baum des Jahres

Der Baum des Jahres 2017 war übrigens die Fichte. Ein Baum, der polarisiert: Die Fichte ist der häufigste Baum in Deutschland und gilt einerseits als Symbol für die gelungene Wiederbewaldung in Deutschland während der Holznot im 18. und 19. Jahrhundert. Andererseits sind die zahlreichen Fichten-Monokulturen, die seitdem das Land bedecken, anfällig für Sturmschäden, verursachen eine Versauerung des Bodens und sorgen für Nährstoffverluste. Nachfolgende Baumgenerationen haben es oft schwer – selbst wenn es sich wieder um Fichten handelt. Die Fichte gilt außerdem als diejenige Baumart mit dem schlechtesten Anpassungspotenzial an die Auswirkungen des kommenden Klimawandels – deshalb ist es wichtig, jetzt Maßnahmen zu ergreifen, um die Bestände dort, wo sie erhalten bleiben sollen, sinnvoll auf die kommenden Veränderungen vorzubereiten. Die Fichte als Baum des Jahres bot jedenfalls viele Gelegenheiten, über das Für und Wider, sowie die Entwicklung dieser besonderen Baumart zu diskutieren. 

Die Gemeine Fichte (Picea abies) – Baum des Jahres 2017.Foto: wikipedia
   

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