Oliven – Superfood mit Geschichte

Oliven haben schon unseren Vorfahren in der Jungsteinzeit gemundet, wie archäologische Funde aus Italien beweisen. Seit der Bronzezeit wird der Olivenbaum aus der Gattung der Ölbäume als Nutzpflanze aktiv kultiviert. Jahrtausende überdauert hat auch das älteste bekannte Exemplar seiner Art: Auf 2.000 bis 4.000 Jahre wird ein Olivenbaum auf Kreta geschätzt. Dabei dürfen die Methusalems ruhig krumm und schief wachsen, denn den knorrigsten Bäumen wird der beste Ertrag nachgesagt. Entsprechend seiner langen Geschichte ranken sich um den Olivenbaum Sagen und Legenden; so galt er im Griechenland der Antike als heiliger Baum der Göttin Athene und auch in der Bibel sowie im Koran findet er Erwähnung. Als Friedenssymbol und höchste Auszeichnung verheißt ein Olivenzweig große Ehre und ziert mehrere Landesflaggen.

Altehrwüdiger Olivenbaum in Karystos, Griechenland. Foto: Tim Bekaert
Altehrwüdiger Olivenbaum in Karystos, Griechenland. Foto: Tim Bekaert

Oliven in Marokko

Die Bäume gedeihen in trockenem Klima und haben keine großen Ansprüche an den Boden, weshalb sie sich hervorragend für das neue ForestFinance-Projekt in Marokko eignen, wo sie neben Dattelpalmen wachsen dürfen. Jahresmitteltemperaturen von 15 bis 20 Grad sind für den Olivenbaum optimal. Während große Hitze ihm nichts ausmacht, kann Frost tödlich sein. Ganz vorne in der Produzentenrangliste finden sich dementsprechend die Mittelmeernationen Spanien, Griechenland und Italien, gefolgt von der Türkei und Marokko auf Platz 5. Ganze 90 Prozent der Ernte werden zu Öl weiterverarbeitet. Dabei treiben krankheits- und wetterbedingt schlechte Ernten am Mittelmeer den Olivenpreis rasch in die Höhe.

90 Prozent der Oliven werden zu Öl verarbeitet. Foto: pixabay
90 Prozent der Oliven werden zu Öl verarbeitet. Foto: pixabay

Bittere Früchte

Genau genommen handelt es sich bei Oliven um Steinobst. Dabei ist Olive nicht gleich Olive: Allein im Mittelmeerraum gibt es über tausend verschiedene Sorten. Für das ForestFinance-Produkt Oase 1 in Marokko haben wir uns für die beiden Olivensorten Arbequina und Arbosana entschieden, die sich durch einen pikanten Geschmack, eine hohe Resilienz und hohe Produktivität auszeichnen. Obgleich Arbequina-Oliven mit nur ein bis zwei Gramm pro Frucht haselnussklein sind, liefern sie mehr Öl als ihre größeren Pendants, das ein mildes, besonders säurearmes Nussaroma entfaltet. Wie auch die Arbequina kommt die ebenfalls grüne Arbosana-Olive ursprünglich aus Spanien. Auch sie ist sehr ergiebig, unterscheidet sich jedoch durch einen kräftigeren, fruchtigen bis leicht pfeffrigen Geschmack des Öls.

Die Olive. A: Blühender Zweig 1: Geschlossene Blüte = Blütenknospe 2: Staubblätter, Vorder- und Rückseite in geöffneter Blüte 3: Blütenstempel in Blüte ohne Blütenhüllblätter 4: Olivenkern = Same der Steinfrucht, rechts Längsschnitt 5: Staubblatt 6: Blüte und Fruchtknoten: Längsschnitt 7: Olive im Querschnitt, Fruchtfleisch und Samen darstellend 8: Steinfrucht (Olive) 9: Sternhaar Quelle: Olea europaea – Illustrationaus „Köhler’s Medicinalpflanzen“ von 1887
Die Olive. A: Blühender Zweig 1: Geschlossene Blüte = Blütenknospe 2: Staubblätter, Vorder- und Rückseite in geöffneter Blüte 3: Blütenstempel in Blüte ohne Blütenhüllblätter 4: Olivenkern = Same der Steinfrucht, rechts Längsschnitt 5: Staubblatt 6: Blüte und Fruchtknoten: Längsschnitt 7: Olive im Querschnitt, Fruchtfleisch und Samen darstellend 8: Steinfrucht (Olive) 9: Sternhaar Quelle: Olea europaea – Illustration aus „Köhler’s Medicinalpflanzen“ von 1887.

Schwarze Schafe

Geläufiger ist die Unterscheidung zwischen grüner und schwarzer Olive. Doch die unterschiedliche Färbung ist nicht etwa durch verschiedene Sorten oder den Standort bedingt, sondern durch den Reifegrad der Olive. Grüne Oliven werden vorzeitig geerntet; nur die schwarzen Früchte sind tatsächlich ausgereift. Die unreifen, grünen Oliven wären uneingelegt bitter und ungenießbar. Wer im Supermarkt zu schwarzen Oliven greift, hat aber nicht zwangsläufig reife Oliven in der Hand, denn oft werden die grünen Oliven schwarz eingefärbt. Hier hilft nur ein Blick auf dem Etikett, wo entweder „geschwärzt“ oder der Zusatz E585 beziehungsweise E579 vermerkt sein muss. Echte schwarze Oliven sind etwa drei Mal so teuer.

Die Farbe der Olive verrät - sofern sie nicht künstlich gefärbt wurde - ihren Reifegrad. Foto: pixabay
Die Farbe der Olive verrät – sofern sie nicht künstlich gefärbt wurde – ihren Reifegrad. Foto: pixabay

Superfood Olive                                                                                                                         

Reif oder nicht, der Genuss der Olive ist durchaus gesund, denn sie enthält eine Vielzahl von Vitaminen, Mineralstoffen, Spurenelementen und ungesättigten Fettsäuren. Schwarze Oliven besitzen dabei mehr als doppelt so viele Kalorien wie grüne. Aufgrund der günstigen Zusammensetzung sind Oliven und das daraus gewonnene Öl ein viel gelobtes Superfood, dass Brustkrebs, Arterienverkalkung, Bluthochdruck und Herzinfarkt vorbeugt, außerdem entzündungshemmend wirkt und sich positiv auf das Hautbild auswirkt. Wer von den positiven gesundheitlichen Effekten profitieren möchte, sollte das Öl nicht zu stark erhitzen, da die wertvollen Inhaltsstoffe dann zerstört werden.

Nicht nur innerlich ist Olivenöl eine Wohltat für den Körper: Es findet auch in Hautcreme Verwendung. Bei der Gewinnung des Öls anfallende Reste, also Kerne und Trester, landen nicht zwangsläufig im Müll, sondern können als Biomasse-Brennstoff ihre Bestimmung finden. Auch das Holz des Baumes wird genutzt und beispielsweise zu Küchenzubehör, Flöten und anderen Gegenständen verarbeitet. Ein Alleskönner mit Geschichte also – und Zukunft.

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Online Redaktion | Übersetzung | kristin.steffan@forestfinance.de

Kristin Steffan schreibt seit mehr als zehn Jahren für ForestFinance – am liebsten über Themen rund um Umweltpädagogik, Klimaschutz und Biodiversität.

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