Stadtbäume im Sommer – Kühles Grün im Hitzestress

Bäume schützen das Klima – nicht nur in den Regenwäldern dieser Welt, sondern auch mitten in der Stadt. Wie es Stadtbäumen bei Hitze geht und wie man sie bei hochsommerlichen Temperaturen unterstützen kann, das erzählen wir Ihnen heute im Blog.

Straße mit Bäumen in der Stadt
Bäume spenden nicht nur Schatten, sondern filtern auch Schadstoffe am Straßenrand aus der Luft. Foto: pixabay

Ökodienstleister in der Stadt

Sommer, Sonne, Hitzewelle: Bei Temperaturen von bis zu 35° im Schatten ist es zwischen Häuserschluchten und aufgeheiztem Asphalt besonders in Städten gerade richtig drückend. Wenn die Temperaturen in der Stadt deutlich höher liegen als im ländlichen Umland, spricht die Wissenschaft von sogenannten „urban heat islands“, also städtischen Wärmeinseln. Der Temperaturunterschied ist in der Regel nachts größer als tagsüber und zeigt sich vor allem bei schwachem Wind. Die Hauptursachen für den urbanen Wärmeinseleffekt liegen in der Bebauung und der dadurch vergrößerten Oberfläche, welche mehr Sonneneinstrahlung einfängt, sowie an der Abwärme, die durch die erhöhte Energienutzung erzeugt wird.

Was da Abhilfe schaffen kann? Kühles Grün! Stadtbäume helfen insbesondere auf solchen Wärmeinseln dabei, die Temperatur zu regulieren. Trotz wenig Platz für Wurzeln zwischen viel Asphalt, ständig umgeben von Staub und Ruß, gedeihen Bäume auch in Städten erstaunlich gut. Heute weiß man: Bäume in der Stadt sind nicht bloß schmückendes Beiwerk, sondern erledigen wichtige Ökosystemdienstleistungen, dämmen Umweltverschmutzung, kühlen die Umgebung und helfen natürlich bei der Speicherung von CO2. All das erledigen Sie nebenbei, es sei denn, ihnen fehlt eines: Wasser!

Bäume leiden unter „Hitzestress“

In einer Studie der Harvard University ist deutlich geworden, dass der Hauptgrund für starken Schädlingsbefall, ausgeprägte Reaktionen auf Schadstoffe in der Luft oder andere Wachstumsbeeinträchtigungen der Bäume wohlmöglich auf ein einziges Hauptproblem zurückzuführen sind: Wassermangel.

Im Fokus der Studie stand die Weideneiche, der am häufigsten gepflanzten Schattenbaum im Südosten der USA. Die Eiche gilt als besonders widerstandsfähig und resistent – sobald sie aber nicht genügend Wasser zur Verfügung hat, leidet sie deutlich und zeigt eindeutige Symptome von Stress, so dass sie gegen andere Hindernisse, wie etwa Schädlingsbefall oder Schadstoffbelastungen, schlechter ankommt. Die Forscher fanden heraus: Bäume leiden unter „Hitzestress“, sobald eine ausreichende Wasserversorgung nicht mehr gewährleistet ist.

Paris, Allee, Bäume
Wärmeinsel Paris: Auch hier leidern die Stadtbäume in den Alleen unter Hitzestress. Foto: pixabay

Wenn die Pumpe streikt

Die Nahrungsaufnahme von Bäumen funktioniert quasi über eine Art Pumpe: Baumstämme haben dünne Gefäße, so genannte Xyleme (Holzgewebe), mit denen sie das Wasser über die Wurzeln und bis hinauf in die Blätter der Baumkrone ziehen. Je trockener der Boden, desto härter muss die Pumpe arbeiten –  und irgendwann ist auch die stärkste Pumpe nicht mehr stark genug. Zwischen zehn und mehreren hundert Litern Wasser transportiert ein Baum normalerweise tagtäglich von den Wurzeln bis hinauf in die Baumkrone. Ist der Boden zu trocken und das Leitgewebe zu schwach, wirft der Baum als erstes seine Blätter ab, später ganze Äste, als Schutz vor dem Verdursten. Sobald die Wasserleitfähigkeit auf unter 40 Prozent gesunken ist, stirbt der Baum schließlich. 

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Den Bäumen richtig helfen

In deutschen Städten leiden insbesondere Esche, Platane, Sommerlinde, Spitzahorn und Winterlinde unter der anhaltenden Trockenheit. Am besten zurecht kommen hingegen die  Pyramidenpappel, Rosskastanie, Robinie und der Bergahorn. Das Abwerfen der Rinde bei den in der Stadt häufig gepflanzten Platanen, das zur Zeit vielerorts beobachtet werden kann, hat allerdings nicht zwingend etwas mit der Hitze zu tun: Es ist ein Vorgang, der bei Platanen etwa alle drei Jahre vorkommt und hängt mit dem Wachstum des Stamms zusammen – wird die Rinde zu eng, wird sie einfach abgeworfen.

Als Anwohner in der Stadt kann man den gestressten Bäumen über die Trockenzeit hinweg helfen, verschiedene Umweltverbände haben bereits zum regelmäßigen Gießen vor der Haustür aufgerufen. Der BUND empfiehlt, Stadtbäume einmal pro Woche mit jeweils acht bis zehn Eimern Wasser zu gießen – am besten natürlich mit Brauchwasser. Insbesondere junge Bäume brauchen im Sommer Hilfe. Die Stadt Düsseldorf  rät beispielsweise, Jungbäumen mit 80 bis 100 Liter Wasser alle ein bis zwei Wochen unter die Arme zu greifen. Achten Sie beim Gießen darauf, dass das Wasser nicht direkt in den nächsten Gulli läuft, sondern gut im Boden versickert! Und, wie bei allen Pflanzen gilt auch hier: Das Gießen ist in den frühen Morgenstunden am effektivsten, da bei den milden Temperaturen kaum Gießwasser verdunstet und verloren geht. 

 

Online Redaktion | janina.mai@forestfinance.de

ist Teil des Kommunikationsteams bei ForestFinance. Sie schreibt gerne über Nachhaltigkeitstrends, Tiere und Grünes im Netz.

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