Sommerlektüre – die Tipps der ForestFinance-Redaktion

Im Sommer haben nicht nur die meisten Leute Zeit zum Reisen, sondern auch zum Lesen. Gemütlich im Liegestuhl im Garten oder auf dem Balkon lässt es sich eben am besten schmökern. Und wie wunderbar ist es, wenn man dann gleich Sommer, Sonne, Buch und Reisen verbinden kann! Drei Mitglieder des ForestFinance-Teams geben Ihnen ihre persönlichen Buchempfehlungen für die Sommerlektüre, zum Schmökern am Strand oder auf Balkonien.

 

Verblüffendes aus der Tierwelt: Pinguine sind kitzlig

Sommerlektüre-Empfehlung von Kristin Steffan, Redaktion

Hätten Sie’s gewusst? Pinguine sind kitzlig, Bienen schlafen nie und keiner schwimmt so langsam wie das Seepferdchen! Diese und eine Vielzahl weiterer tierischer Fakten von witzig über kurios bis herzerwärmend (Seeotter halten beim Schlafen Händchen – muss ich mehr sagen?) finden Sie in dem wunderbar kurzweiligen Buch der schwedischen Illustratorin Maja Säfström. Dieses Buch macht mit seinen typisch skandinavisch einfachen Zeichnungen nicht nur an schlechten Tagen gute Laune, es lädt auch Groß, Klein und überhaupt alle Altersklassen zum Raten und Staunen ein: Mein achtjähriger Sohn hat es kurzerhand zu einem Quiz umfunktioniert, das für lustigen Familienspaß sorgte. Oder wissen Sie aus dem Stegreif, ob das Zebra schwarze Streifen auf weißem Fell oder umgekehrt hat? Die Antwort finden Sie in „Pinguine sind kitzlig“!

 


Reisen auf dem Papier

Sommerlektüre-Empfehlungen von Katrin Spanke, Online-Marketing

Atlas Obscura. Foto: Katrin Spanke
Atlas Obscura. Foto: Katrin Spanke

Beim „Atlas Obscura“ ist der Name Programm! Zu jedem Land gibt es tolle mysteriöse, interessante und spannende Orte, die man sich unbedingt ansehen sollte. Die Orte selbst werden mit liebevollem Text und Bildern beschrieben und gezeigt und machen unbedingt Lust, die ganze Welt zu bereisen. Ein wunderbares Geschenk an sich selbst oder abenteuerlustige Freunde.

Blick in den „Atlas Obscura“. Foto: Katrin Spanke

Blick in den „Atlas Obscura“. Foto: Katrin Spanke

Charles Darwin – Die Fahrt der Beagle“ ist Biologie und Reiseabenteuer in einem Band und damit die perfekte Sommerlektüre. Als „Hobby-Biologin“ hat mich Darwin schon immer sehr fasziniert. Was sofort bei diesem Band auffällt, ist die enorme Größe und das Gewicht des Buches. Man muss es schon auf den Tisch oder Schoß legen, wenn man es lesen möchte. Als abendliche Bettlektüre ist es somit nicht geeignet. Das Papier und den Einband hätte ich mir etwas hochwertiger gewünscht, was die Zeichnungen und der Text allerdings wieder wett machen. Da es aufgrund des unhandlichen Formates nicht für den Reisekoffer geeignet ist, kann man es hervorragend zur Herbstzeit mit einer Tasse Tee oder Kaffee genießen.

Charles Darwin mal anders: "Die Fahrt der Beagle". Foto: Katrin Spanke
Charles Darwin mal anders: „Die Fahrt der Beagle“. Foto: Katrin Spanke

Im Buch selbst geht es um die Reise Charles Darwins, die 1831 begann. Darwin beschriebt die Orte, Menschen und Tiere, die ihm auf seiner Reise begegnen und ebnet damit den Grundstein zu seinem bedeutenden Buch „Die Entstehung der Arten“. Jede Buchseite ist liebevoll gestaltet und begleitet den Entdecker durch diverse Länder. Die Bilder und Zeichnungen zeigen Landkarten, Menschen, Tiere und vielerlei Dinge, die Darwin während seiner Reise begegnet sind.

Macht auch optisch was her: "Die Fahrt der Beagle". Foto: Katrin Spanke
Macht auch optisch was her: „Die Fahrt der Beagle“. Foto: Katrin Spanke

Das Buch ist ein tolles Geschenk für Reisefreudige und Biologieinteressierte und macht sich auch toll auf jedem Sofatisch.


 „The Hate U Give“ von Angie Thomas

Sommerlektüre-Empfehlung Inna Schneider, Veranstaltungen und Kommunikation

Hashtags wie #metoo, #timesup oder #blacklivesmatter prägen seit geraumer Zeit den Newsfeed in sozialen Medien wie Facebook, Twitter oder Instagram. Der Zweck dahinter: Menschenrechtler wollen auf soziale und gesellschaftliche Missstände aufmerksam und durch eine einfachere Suchmöglichkeit die neuesten Entwicklungen und Informationen schneller erreichbar machen. Inspiriert von der Black-Lives-Matter-Bewegung und Tupac Shakurs THUG LIFE von 1994 erzählt Angie Thomas in ihrem 2017 erschienenen Roman „The Hate U Give“ von dem afroamerikanischen Mädchen Starr Carter und ihrem Leben zwischen zwei Gesellschaften.

The Hate U Give Little Infants F***s Everybody, unter dem Akronym THUG LIFE zusammengefasst, bildet einen der Schwerpunkte im Roman und steht für eine Lebenseinstellung, etwas aus sich zu machen, sich hochzukämpfen, auch wenn oder gerade weil man aus ärmeren Verhältnissen stammt. Ähnlich wie bei Starr, der Protagonistin des Romans, die aus dem Armenviertel Garden Heights stammt, wo Drogenhandel und Schießereien zum Alltagsgeschäft sogenannter King Lords gehören. Ihre Eltern schicken sie auf eine bessere, „weiße“ Schule und Starr fühlt sich bald in beiden Welten zu Hause. Das gelingt ihr vor allem weil sie eine Meisterin der Anpassung ist und stets darauf achtet, wie sie in der Schule spricht, um nicht das „angry“ oder „sassy black girl“ zu sein. Andererseits findet sie es auch nicht schlecht als Schwarze als „cool by default“ unter ihren Mitschülern zu gelten.

The Hate U Give. Random House
The Hate U Give. Cover: Random House

Ein Ereignis bringt jedoch von jetzt auf gleich ihre beiden Leben ins Wanken: Starr muss mit ansehen, wie Khalil, einer ihrer schwarzen Freunde, bei einer Polizeikontrolle von einem Polizisten erschossen wird. Für Starr steht fest: Es war Mord. Gleichzeitig wird dieser tragische Fall von einigen King Lords und Gelegenheits-Gangstern aus Garden Heights dazu genutzt, Ausschreitungen und Plünderungen in der eigenen Nachbarschaft zu rechtfertigen. Auf der anderen Seite versucht der Polizist, der geschossen hat, sich öffentlich von seinen Handlungen freizusprechen.

In ihrer Schule kann Starr niemandem erzählen, dass sie die Zeugin ist und so entfernt sie sich immer mehr von ihren Freunden. Starr hat mehr und mehr das Gefühl, dass sie vielleicht doch nie ganz dazugehören wird, denn wie viele ihrer weißen Freunde haben schon einmal jemanden vor ihren Augen sterben sehen?

Inwiefern spielt es jedoch eine Rolle, dass ihr Vater sie bereits von Kindesbeinen an bis ins kleinste Detail darauf vorbereitet hat, wie sie sich als Schwarze Polizisten gegenüber zu verhalten hat? Wie viele andere können außerdem von sich behaupten, das 10-Punkte-Programm der teilweise umstrittenen Black Panthers in und auswendig aufsagen zu können? Handelt es sich hierbei um indoktrinierte und projizierte Vorurteile des Vaters oder sind es durchaus berechtigte Ängste der schwarzen Bevölkerung Amerikas gegenüber Polizisten? Ist es vielleicht auch eine „self-fulfilling prophecy“, dass irgendwann etwas so Schlimmes in Starrs Leben passieren MUSSTE, gerade weil sie aus Garden Heights kommt und sogar mit einigen King Lords bekannt ist? Und welchen Einfluss haben soziale Ungleichheiten und Ungerechtigkeiten insgesamt auf Starrs Leben und ihre Handlungen?

Der Roman bietet zwar wenig überraschende Wendungen, allerdings macht es ihn auch aus diesem Grund lesenswert, gerade weil er den Alltag vieler Afroamerikaner aus ärmeren Vierteln beschreibt. Zudem greift der Roman unterschiedliche Sichtweisen auf, gibt kein Richtig oder Falsch vor. Auf der einen Seite werden Generalverdacht und Polizeigewalt angeklagt, auf der anderen Seite werden mutwillige Zerstörung und Randale, die unter dem Deckmantel einer an sich positiv gemeinten Bewegung wüten, thematisiert.

Darum empfehle ich das Buch als Sommerlektüre:

Der Roman eignet sich für Jugendliche und (junge) Erwachsene und ist auch in Originalsprache für nicht englische Muttersprachler verständlich. Der sprachliche Kontrast und die unterschiedliche Schreibweise einzelner Dialoge unterstreichen die unterschiedliche Herkunft der Charaktere und sind stellvertretend für zwei Gesellschaftsschichten, die vordergründig im Roman stehen.

The Hate U Give bekam ich geschenkt, mit dem Hinweis, es ginge um eine Geschichte, die im Rahmen der Black Lives Matter-Debatte spielt. Um ehrlich zu sein, hatte ich mich vorher kaum mit dem Thema beschäftigt und bin recht erwartungslos an den Roman herangetreten. Mir war zwar klar, dass aus einer „schwarzen“ Perspektive geschrieben wird, überrascht war ich jedoch, dass auch negative Konsequenzen der Aufstände aber auch, Schießereien, Drogengeschäfte und Gewalt in den Armenviertel Amerikas, die dort zum normalen Leben gehören, thematisiert werden.

Neue Erkenntnisse über gesellschaftliche Strukturen in den USA hat mir der Roman zwar nicht gebracht, dafür ist das Land einfach zu präsent in meinem Alltag, durch verschiedene Medien und private Kontakte. Spannender finde ich eher die Frage, welche positiven Auswirkungen Bewegungen wie Black Lives Matter auf die gesamte amerikanische Gesellschaft in Zukunft haben werden oder ob sich der aus ihrer Sicht publik gemachte strukturelle Rassismus gegenüber Minderheiten verschärft.

Zum Weiterschmökern:

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