5 Fragen an NATURSTROM

Nachhaltigkeit ist Teil unserer DNA. Wir versuchen, so gut es geht, ressourcenschonend zu arbeiten und kooperieren gerne mit Partnern, die sich wie wir der Nachhaltigkeit verschrieben haben. Warum wir bei ForestFinance auf Ökostrom von NATURSTROM setzen, erklärt uns Miriam Ersch-Arnolds, Pressereferentin bei der NATURSTROM AG in unserer neuen Serie „5 Fragen an …“

Foto: NATURSTROM AG
Emmissionsfrei: Ein Photovoltaikpark in Bayern. Foto: NATURSTROM AG

Was genau ist Ökostrom? Auch der, den Stadtwerke anbieten?

Das ist eine gute Frage: Üblicherweise bezeichnet man mit dem Begriff Ökostrom elektrische Energie, die aus erneuerbaren Quellen wie Wind, Sonne und Biomasse erzeugt wird. Als Gegenpol dazu wird Strom aus Kohle, Atomenergie oder Gas in der Regel als „konventioneller Strom“ bezeichnet. Eine verbindliche Definition dafür, was Ökostrom eigentlich ist, existiert in Deutschland aber leider nicht. Ökostrom ist aber nicht gleich Ökostrom – denn Versorger, die es mit ihrem Engagement für die Energiewende nicht so genau nehmen, erwerben Herkunftsnachweise, die die Erzeugung von Ökostrom irgendwo in Europa bescheinigen. Mit diesen Nachweisen können sie an der Strombörse gekauften Kohle- und Atomstrom in Ökostrom „grün einfärben“. Das ist höchst intransparent und der Umweltnutzen dieser Tarife tendiert gegen null. Manche Anbieter verfügen außerdem über Anteile an Kohle- oder Atomkraftwerken. So verdienen sie trotz Ökostromtarifs weiterhin an der konventionellen Energieerzeugung mit. Wer das nicht indirekt unterstützen möchte, sollte einen unabhängigen Anbieter wählen, der ausschließlich auf erneuerbare Energien setzt. Außerdem sollten Verbraucherinnen und Verbraucher auf glaubwürdige Siegel, wie etwa das Grüner Strom Label (GSL) achten. Das Siegel wird von führenden Umweltverbänden wie BUND (Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland) und NABU (Naturschutzbund Deutschland) getragen und garantiert die Einhaltung strenger Nachhaltigkeitskriterien.

Das Grüne Strom Label ist das Siegel, das die großen Umwelterbände entwickelt haben. Es garantiert, dass der gekaufte Ökostrom tatsächlich aus erneuerbaren Energien stammt. Foto: Screenshot www.gruenerstromlabel.de
Das Grüne Strom Label ist das Siegel, das die großen Umwelterbände entwickelt haben. Es garantiert, dass der gekaufte Ökostrom tatsächlich aus erneuerbaren Energien stammt. Foto: Screenshot www.gruenerstromlabel.de

Wie können wir Verbraucher über den Stromverbrauch das Klima schützen – reicht der Wechsel zu Ökostrom?

Mit dem Wechsel zu einem echten Ökostrom-Tarif können Verbraucher schon viel bewirken. Denn je Kilowattstunde Strom wurden in Deutschland im Jahr 2016 durchschnittlich rund 471 Gramm CO2 in die Atmosphäre geblasen und 0,4 Milligramm Atommüll erzeugt. Echter Ökostrom produziert hingegen Null Gramm CO2 und Atommüll. Ein durchschnittlicher deutscher Haushalt verbraucht rund 3.600 Kilowattstunden pro Jahr. Mit Ökostrom kann ein Durchschnittshaushalt also Jahr für Jahr fast 1.700 Kilo CO2 einsparen.

Angesichts dessen, dass Deutschland nicht nur die selbst gesteckten Klimaziele für das Jahr 2020, sondern auch die weniger strengen EU-Klimaziele verfehlen wird, sollte jeder von uns mehr tun, als „nur“ seinen Stromtarif zu wechseln – und somit Vorbild für andere sein. Denn jeder kann seinen Alltag klima- und umweltfreundlicher gestalten: auf Flugreisen verzichten, weniger Fleisch essen oder häufiger mit dem Rad zur Arbeit fahren. Jeder noch so kleine Schritt zählt.

Dieser Philosophie haben wir uns bei NATURSTROM voll und ganz verschrieben und beschränken uns daher nicht darauf, unsere Kunden mit sauberer Energie zu versorgen. Jeden Bereich unseres Büroalltags gestalten wir so nachhaltig wie möglich. Zum Beispiel lassen wir alle Printmaterialien umweltfreundlich auf Recyclingpapier und mit Farben auf Pflanzenölbasis drucken. Zusätzlich kompensieren unsere Partnerdruckereien ihre CO2-Emissionen. Weitere Marketing- und auch Büromaterialien werden ebenfalls möglichst nachhaltig eingekauft. Zu Geschäftsterminen fahren wir in der Regel mit Bus und Bahn oder eigenen Elektrofahrzeugen. Viele Kolleginnen und Kollegen leben auch privat nachhaltig, engagieren sich in Repair Cafés, ernähren sich vegetarisch oder vegan oder sind in der Solidarischen Landwirtschaft aktiv.

Was tut Naturstrom für den Naturschutz?

So einiges. Unser naturstrom und naturstrom biogas erfüllen seit vielen Jahren die strengen Kriterien des Grüner-Strom- und des Grünes-Gas-Labels. Beide Siegel werden u.a. von den Umweltverbänden BUND und NABU getragen. Aufgrund dieser Zertifizierung enthalten unsere Tarife einen festen Förderbetrag, der in den Bau neuer Öko-Kraftwerke investiert wird. Dadurch konnten schon mehr als 300 saubere Wind-, Solar- und Biomasseanlagen gebaut oder mit ans Netz gebracht werden.

Beim Bau solcher eigener Anlagen achten wir in besonderem Maße auf Naturschutzbelange: So erfüllen beispielsweise unsere Freiflächen-Solaranlagen die NABU-Kriterien für naturverträgliche Solarparks. Mehrere dieser Anlagen haben wir auf ungenutzten, brachliegenden Flächen errichtet – etwa auf einer ehemaligen Mülldeponie oder einem Militärgelände.

Außerdem setzen wir in vielen Gemeinden und Städten nachhaltige Nahwärmenetze, Mieterstromprojekte und ganze Quartierskonzepte um. Bei all diesen Projekten wird Energie aus erneuerbaren Quellen direkt vor Ort erzeugt und verbraucht. Zusätzlich engagieren wir uns immer wieder für Umweltschutzprojekte im In- und Ausland.

Ihr engagiert euch für den Regenwaldschutz – wie tut ihr das und welche Ziele verfolgt ihr dabei?

Ein Beispiel dafür ist ein Projekt des NABU, der KfW-Entwicklungsbank und Burung Indonesia, das wir seit 2017 unterstützen. Die drei Partner möchten auf der indonesischen Insel Sulawesi den Regenwald schützen, indem sie die Lebensbedingungen durch die Stärkung des Kakaoanbaus verbessern.

Das Projektgebiet „Popayato Paguat“ ist in vielerlei Hinsicht einzigartig: Es zählt nicht nur zu den Regionen der Welt mit dem größten Anteil nur dort vorkommender Tier- und Pflanzenarten, sondern ist auch reich an Bodenschätzen. Daher möchten die Projektträger den Regenwald vor ökonomischen Begehrlichkeiten schützen. Ein entscheidender Schlüssel dafür ist der Kakaoanbau. Bisher erhalten die Bauern jedoch nur wenig Geld für ihren Kakao, da die Lieferkette sehr lang und die Ernten von schlechter Qualität sind. Um das zu ändern, hat die Hilfsorganisation Burung Indonesia in der nächstgrößeren Stadt Marisa ein Projektbüro errichtet. Da es hier häufig zu Stromausfällen kommt, wurde eine Photovoltaikanlage errichtet – unter anderem finanziert mit NATURSTROM-Geldern. Auch in einem der Kakaodörfer werden schon bald Solaranlagen errichtet, um eine neue Trocknungs- und Fermentierungsanlage zu betreiben. So kann der Kakao hochwertiger aufbereitet werden. NATURSTROM spendet für das Projekt über drei Jahre hinweg jeweils 10.000 Euro. Darüber hinaus unterstützen wir viele weitere Initiativen in Schwellen- und Entwicklungsländern, die Umwelt- und Klimaschutz und Entwicklungshilfe sinnvoll miteinander verknüpfen. Zuletzt haben wir für ein Projekt der Welthungerhilfe in Tadschikistan gespendet: Hier werden Wasserpumpen mit der Kraft der Sonne betrieben, um Felder zu bewässern und Hanggärten anzulegen, die die durch Abholzung entstandene Erosion stoppen soll. Außerdem engagiert sich NATURSTROM nun schon seit zehn Jahren gemeinsam mit der ANDHERI HILFE in Bangladesch. 2.000 Solar-Home-Systems, die armen Familien elektrisches Licht schenken, haben wir im Zuge dieser Zusammenarbeit ermöglicht.

 

Jetzt Regenwald schützen!

 

100 Prozent Ökostrom in Deutschland. Ist das überhaupt realistisch?

Ja – und dieses Ziel wurde auch bereits erreicht. Offizielle Zahlen des SMARD-Datenportals der Bundesnetzagentur zeigten am 1. Januar 2018 erstmals für kurze Zeit eine vollständige Deckung des deutschen Strombedarfes aus erneuerbaren Energien. Zwar ist dieser Bedarf an Feiertagen erfahrungsgemäß recht gering, und zudem wehte in den frühen Morgenstunden ein starker Wind, sodass rund 85 Prozent der erzeugten Energie aus Windkraft stammte, doch das kurzzeitige Erreichen der Ökostrom-Vollversorgung hat durchaus Symbolcharakter. Eine vollständig auf erneuerbaren Energien basierende Stromversorgung ist möglich – und zwar nicht erst in ferner Zukunft! Mit 36,1 Prozent war der Anteil nachhaltiger Energie am deutschen Stromverbrauch 2017 so hoch wie nie zuvor – Tendenz steigend.

René Ronz
Pressereferent | rene.ronz@forestfinance.de

René kümmert sich bei ForestFinance um die Pressearbeit. Als Autor schreibt er im Blog über grüne Finanzen und nachhaltige Geldanlagen.

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