Sustainable Development Goals: Nachhaltige Entwicklung und Gerechtigkeit bis 2030

Im September 2015 wurden bei der Generalversammlung der Vereinten Nationen in New York die Ziele für nachhaltige Entwicklung (auf Englisch: Sustainable Development Goals, kurz SDGs) verabschiedet. Sie sind die Nachfolger der sogenannten Milleniumsziele – eine Art Fahrplan für internationale Entwicklungszusammenarbeit. Bis 2010 sollen die hier beschlossenen Ziele umgesetzt werden, immer mehr Organisationen und Unternehmen bekennen sich zu den Zielen und arbeiten an deren Umsetzung.  Was das konkret bedeutet, welche Rolle Nationen und Unternehmen für nachhaltige Entwicklung spielen und wie sich ForestFinance engagiert – das lesen Sie heute bei uns. 

Aus acht mach siebzehn

„Sustainable Development Goals“ was ist hiermit eigentlich gemeint? Als im Jahr 2000 in New York die sogenannten Milleniumsziele (MDGs) verabschiedet wurden, gab es zum ersten mal einen weltweiten Konsens über globale Entwicklungsziele. Staats- und Regierungschefs aus 189 Ländern kamen zu einem bis dahin größten Gipfeltreffen der Vereinten Nationen zusammen und legten acht Ziele für gemeinsame Entwicklungspolitik fest. Die einzelnen Ziele betrafen Armuts- und Hungerbekämpfung, Bildung, Gleichstellung der Geschlechter, Verbesserung der Gesundheit von Müttern und Kindern, die Bekämpfung von HIV/Aids, sowie ökologische Nachhaltigkeit. 2015 wurden diese Ziele schließlich erweitert und auch konzeptionell überdacht  die UN legte die Sustainable Development Goals vor, 17 Ziele, die bis 2030 umgesetzt werden sollen:

Die 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung. Foto: Screenshot von sustainabledevelopment.un.org/sdgs

Gemeinsame Entwicklung …

Ein wichtiger Unterschied zu den MDGs ist zunächst einmal, dass die SDGs global und von allen UN-Mitgliedsstaaten erreicht werden sollen. Sieben der acht Milleniumsziele nahmen vornehmlich sogenannte Entwicklungsländer in die Pflicht  und ernteten dafür viel Kritik. Mit den Sustainable Development Goals hingegen sind alle Staaten gleichermaßen aufgefordert, die drängendsten Herausforderungen unserer Zeit gemeinsam zu lösen, und verpflichtet damit die Industrieländer in allen Bereichen ebenso wie alle andere Nationen. Die neuen Ziele wurden außerdem gemeinsam mit der Zivilbevölkerung sowie verschiedenen Nichtregierungsorganisationen entwickelt und richten sich auch an diese. Ob auf staatlicher und internationaler Ebene oder lokal durch Privatpersonen, Unternehmen, Organisationen, Vereine, Bildungseinrichtungen und Stiftungen: Jeder ist aufgefordert, dazu beizutragen, die Sustainable Development Goals bekannter zu machen und zu verwirklichen. 

… auf allen Ebenen

Eine weitere Besonderheit betrifft die verschiedenen Ebenen, die mit den SDGs unter einen Hut gebracht werden. Standen vormals eher sozialpolitische Bereiche im Vordergrund, rücken nun auch ökologische Themen in den Fokus. „Nachhaltige Entwicklung“ bedeutet insbesondere, die Wechselwirkungen zwischen Ökologie, Ökonomie und Sozialem zu berücksichtigen und anzuerkennen. Der gedankliche Zusammenschluss von Nachhaltigkeit, Wachstum und Armutsbekämpfung ist einzigartig – und dringend notwendig, um auf globaler Ebene eine lebenswerte Zukunft zu gestalten. 

 

Für eine nachhaltige und gerechte Zukunft: SDGs bei ForestFinance

17 Sustainable Development Goals gibt es insgesamt – bindend sind sie allesamt nicht und doch dienen sie nachhaltig orientierten Unternehmen wie ForestFinance als Richtlinien. Seit 2000 die ersten Ziele beschlossen wurden ist deutlich geworden: Ohne das Engagement nichtstaatlicher Akteure aus der privaten Wirtschaft ebenso wie aus Forschung und Gesellschaft können diese Ziele nicht erreicht werden. Ob in unseren Projektländern oder an unserem Standort in Bonn: Nachhaltigkeit ist der Kern der ForestFinance Unternehmensphilosophie und zahlreiche SDGs verfolgen wir bereits seit Jahren engagiert. Einige davon möchten wir Ihnen vorstellen.

 

Ziel 1: Keine Armut – Armut in jeder Form und überall beenden

Nur in Zusammenarbeit mit der lokalen Bevölkerung ist es möglich, langfristig und erfolgreich echten Wald mit ökologischem Mehrwert zu schaffen, der mehr ist als eine rasche Profit versprechende Schnellumtriebsplantage. Das beginnt bereits bei der Flächenauswahl: Wem gehört der Grund und Boden?

Ein fairer Interessensausgleich schließt ein, dass ForestFinance dazu beiträgt, die Arbeits- und Lebensbedingungen der lokalen Bevölkerung einschließlich der Landverkäufer in Panama zu verbessern – durch die Schaffung langfristiger und sozial gesicherter Arbeitsplätze, aber auch durch flankierende Sozialprogramme und einer engen Einbindung der Bevölkerung vor Ort. Dabei erhalten unsere Mitarbeiter auch eine leistungsgerechte Bezahlung, die über dem Landesmindestlohn liegt. Kinderarbeit ist tabu.

 

ForestFinance setzt bei der Bewirtschaftung der Edelkakaoflächen auf eine soziale und ökologische Agroforstwirtschaft. Auf den Forstflächen wachsen neben Kakaobäumen verschiedene einheimische Baumarten und Bananenpflanzen. Auch auf unseren Forstflächen experimentieren wir mit nachhaltiger Agroforstwirtschaft; so pflanzen wir aktuell versuchsweise Vanille zwischen den Bäumen an. Auf den Einsatz chemischer Mittel verzichten wir weitgehend.

 

Ziel 3: Gesundheit und Wohlergehen – Ein gesundes Leben für alle Menschen jeden Alters gewährleisten und ihr Wohlergehen fördern

Motivierte, zufriedene Mitarbeiter leisten hochwertige Arbeit, die sich für unsere Kunden auszahlt. Aus diesem Grund bieten wir mehr als nur ein faires Gehalt, das in den Projektländern weit über dem Mindestlohn liegt, Gesundheitschecks, Impfungen und zusätzlichen Versicherungsschutz. So helfen wir in familiären Notsituationen unbürokratisch mit Mikrokrediten. Unsere Unternehmensphilosophie spiegelt die Grundprinzipien der Internationalen Arbeitsorganisation (www.ilo.org) wider. Dazu gehört, dass wir garantiert ohne Kinderarbeit produzieren und grundsätzlich dagegen vorgehen. Im Feld investieren wir in Schutzkleidung und die sichere Anwendung von Maschinen. Aber auch Büroräume und das Arbeitsumfeld ansprechend zu gestalten, ist uns wichtig. 

Zertifizierungen stellen zusätzlich sicher, dass wir unseren hohen Standards nachweislich gerecht werden. Viele unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben mit ForestFinance den Einstieg in den Job und sofortige Verantwortung gefunden. Die meisten begleiten das Unternehmen seitdem mit großer Motivation und viel Engagement. Durch flache Hierarchien, Transparenz bei Entscheidungen und starke Mitbestimmung binden wir alle ein und schaffen Räume für Selbstverwirklichung.

 

 

Ziel 4: Hochwerte Bildung – Inklusive, gerechte und hochwertige Bildung gewährleisten und Möglichkeiten des lebenslangen Lernens für alle fördern

Egal ob in Deutschland oder in den Tropen: Weiterbildung gehört für unsere Mitarbeiter dazu, von der Alphabetisierung bis hin zu Computerkursen. Alle Forstarbeiter erwerben Fachwissen über das nachhaltige Management von Mischwäldern, innovative Forsttechnologien und Monitoringsysteme. So ist ein für die regionale Entwicklung wichtiger Knowhow-Transfer und permanenter Wissensaustausch mit den Forst-Fachabteilungen im Ausland und Deutschland gesichert.

Bestes Beispiel ist ein Train-the-Trainer-Programm zu nachhaltiger Forstwirtschaft, das ForestFinance in Vietnam mit Unterstützung des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung und weiterer Partner erarbeitet hat. Aber auch in Sachen Umweltbildung bleiben wir nicht untätig: Tropenwaldschutz ist nur dann effektiv, wenn die lokale Bevölkerung eingebunden wird. ForestFinance engagiert sich daher mit Umweltbildungsangeboten an panamaischen Schulen und hat einen öffentlichen Waldlehrpfad in Las Lajas eröffnet.

 

Ziel 5: Geschlechtergleichheit – Geschlechtergerechtigkeit und Selbstbestimmung für alle Frauen und Mädchen erreichen

ForestFinance setzt auf Gleichberechtigung: beim Einbringen von Ideen, aber auch zwischen Mann und Frau. Über 60 Prozent unserer Belegschaft sind Frauen, viele in Führungspositionen.

 

Ziel 12: Nachhaltige/r Konsum und Produktion – Für nachhaltige Konsum- und Produktionsmuster sorgen

ForestFinance ist Mitglied in der Internationale Produzenten Organisation. Gemeinsam mit den anderen Mitgliedern dieser Genossenschaft wollen wir Produkte direkt vom Erzeuger zum Käufer nach Hause bringen und beiden die Möglichkeit geben, sich kennenzulernen. Schon jetzt können wir allen Käufern garantieren: Ob Kakao von den Fincas in Panama oder Peru oder Holz aus den Wäldern Vietnams – alles wird fair, solidarisch und im Einklang mit der Natur erwirtschaftet und weiterverarbeitet.

 

Ziel 13: Maßnahmen zum Klimaschutz – Umgehend Maßnahmen zur Bekämpfung des Klimawandels und seiner Auswirkungen ergreifen

Das Treibhausgas CO2 wirkt global, unabhängig davon, wo es auf der Erde entstanden ist und in die Atmosphäre entlassen wurde. Eine CO2-Emission, die in Europa entsteht, kann durch ein Klimaschutzprojekt auf der anderen Seite des Globus ausgeglichen werden. 1,5 Hektar tropischer ForestFinance-Wald kompensieren so die lebenslang erzeugten CO2-Emissionen eines durchschnittlichen Deutschen.

 

Ziel 15: Leben an Land – Landökosysteme schützen, wiederherstellen und ihre nachhaltige Nutzung fördern, Wälder nachhaltig bewirtschaften, Wüstenbildung bekämpfen, Bodenverschlechterung stoppen und umkehren und den Biodiversitätsverlust stoppen

Mehr als 25 Prozent unserer Flächen dienen ausschließlich dem Naturschutz. Bereits bestehende Naturwälder innerhalb der Fincas werden erhalten und geschützt. Zusammen mit den wiederaufgeforsteten Brachflächen bilden diese Naturschutzflächen Trittsteinbiotope für viele seltene Tier- und Pflanzenarten. In Kolumbien pflanzen wir gezielt Akazien, die den Boden mit Nährstoffen anreichern und so auf eine spätere Mischwaldbepflanzung vorbereiten. Auch gegen die Wüstenbildung sind wir aktiv vorgegangen und haben mit DesertTimber in Ägypten ein Projekt zur Wüstenbegrünung gestartet, bei dem Abwässer zur Bewässerung verwendet werden.

 

Weitere Informationen zu den Sustainable Development Goals finden Sie hier:

Online Redaktion | janina.mai@forestfinance.de

ist Teil des Kommunikationsteams bei ForestFinance. Sie schreibt gerne über Nachhaltigkeitstrends, Tiere und Grünes im Netz.

Online Redaktion | Übersetzung | kristin.steffan@forestfinance.de

Kristin Steffan schreibt seit mehr als zehn Jahren für ForestFinance – am liebsten über Themen rund um Umweltpädagogik, Klimaschutz und Biodiversität.

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