Ein Hoch auf die biologische Vielfalt und alle, die sich für sie stark machen

Am 22. Mai ist internationaler Tag der Biodiversität. Man mag ja streiten, wie sinnvoll solche Tage überhaupt sind – schließlich gibt es auch den internationalen Tag der Handtücher oder den Welttag des Purzelbaums. Letztere stehen vor allem für Lebensfreude und haben somit auch ihren (tieferen) Sinn. Dass wir den 22. Mai unserer Umwelt und deren Vielfalt widmen, sie wenigstens einmal im Jahr vollends ins Zentrum der Aufmerksamkeit rücken, ist hingegen eine wirklich wichtige Angelegenheit. Und deswegen tragen wir unseren Beitrag dazu bei. Unterm Strich – machen wir das sogar tagtäglich. 

 

Der Samen gehört zu der Regenwald-Schlingpflanze Entada gigas, die wegen der hübschen Samen auch Seeherz heißt und wahrlich Gigantisches leistet: Ihre Samenkapseln werden bis zu zwei Meter lang und die Samen darin bis zu sechs Zentimeter groß. Die Hand gehört übrigens unserer Forstingenieurin Yaels Camacho, die unsere Wälder in Panama betreut. (Foto: ForestFinance, Katrin Spanke)

Der Internationale Tag der biologischen Vielfalt wird jährlich seit dem Jahr 2000 am 22. Mai gefeiert. Das Datum wurde ausgewählt, um an den 22. Mai 1992 zu erinnern, an dem in Nairobi Einigkeit über den Text des UN-Übereinkommens über biologische Vielfalt erzielt wurde. Dieses Übereinkommen wurde im Rahmen des Erdgipfels im Juni 1992 in Rio de Janeiro zur Zeichnung ausgelegt und ist heute mit über 190 Vertragsstaaten eines der erfolgreichsten Übereinkommen der Vereinten Nationen. Bis zum Jahr 2000 war übrigens der 29. Dezember der Tag der biologischen Vielfalt und ging zwischen Weihnachten und Neujahr in der öffentlichen Wahrnehmung ziemlich unter.

Die internationalen Gremien, Konferenzen und Anstrengungen

Seit der großen Umweltkonferenz in Rio 1992 gibt es das internationale Übereinkommen über die biologische Vielfalt namens Convention on Biological Diversity, kurz CBD. Das Übereinkommen hat drei primäre Ziele:

1. die Erhaltung biologischer und genetischer Vielfalt, inklusive Artenvielfalt und Vielfalt der Lebensräume

2. die nachhaltige Nutzung der biologischen Vielfalt

3. die gerechte Aufteilung der aus der Nutzung genetischer Ressourcen gewonnenen Vorteile

Dafür wurde ein politisches Entscheidungsgremium, die Vertragsstaatenkonferenz der CBD, eingerichtet, die alle zwei Jahre stattfindet und über die Beschlussempfehlungen von Experten und Nebenräten der CBD berät und beschließt. So wurde beispielsweise bei der letzten Konferenz in Mexiko 2016 beschlossen, alle Vertragsparteien aufzufordern, ihre Bemühungen in der Umsetzung des strategischen Plans der CBD (2011-2020) zu beschleunigen. Das klingt für Laien nach sehr langsam mahlenden Mühlen und „stets bemüht“, aber die Politik von 190 Staaten in eine Richtung zu lenken, ist eben ein mühsames Geschäft und es ist beruhigend, dass es Institutionen gibt, die sich dafür einsetzen.

 

Dieses Faultier begutachtet die Ernte auf unserer ForestFinance-Kakaofinca in Panama. In allen Wäldern und Forsten von ForestFinance leben zahlreiche Tiere und Pflanzen, die andernorts selten geworden sind. (Foto: ForestFinance, Augustin Fromageot)

 

Biodiversität schaffen und schützen mit echter „green economy“ 

Während auf dem politischen Parkett Abkommen und Dekrete beraten und unterzeichnet werden, machen Investoren zusammen mit ForestFinance „einfach“ schon mal weiter und pflanzen oder schützen Wälder auf vier Kontinenten. Seit mehr als 20 Jahren forstet ForestFinance im Auftrag seiner Kunden brachliegende Flächen und ehemaliges Weideland mit standortgerechtem, überwiegend einheimischem Mischwald auf und trägt damit direkt zum Schutz der Artenvielfalt bei. Unser Wiederaufforstungsmodell hat sich in Panama bewährt, und seit einigen Jahren ebenfalls in Kolumbien, Peru und Vietnam. Mit dem Waldfriedhof FinalForest und dem Waldreservat WildeBuche hat ForestFinance zudem zwei reine Waldschutzprojekte in Deutschland ganz ohne Holzproduktion initiiert. Und mit dem Projekt „DesertTimber“ macht ForestFinance sogar mit Hilfe von Abwässern in ägyptischen Wüsten Wald.

Allein in Panama wachsen inzwischen für unsere Kundinnen und Kunden auf 59 ForestFinance-Fincas – auf einer Gesamtfläche von rund 3.399 Hektar – 2.124 Hektar Mischwälder mit überwiegend einheimischen Edelholzbäumen heran. Von der Gesamtfläche sind 949 Hektar als reines Schutzgebiet ausgewiesen. Vor allem Feuchtgebiete und Grenzbereiche zu Flüssen werden konsequent geschützt, da sie Lebensraum unter anderem für zahlreiche Amphibienarten sind. Auch bereits bestehende Primärwald-Reste innerhalb der Fincas werden als Schutzfläche erhalten und sind somit vor menschlichen Zugriffen geschützt.

In der ForestFinance-Baumschule Santa Cruz werden Setzlinge umgesetzt und kommen in größere Behälter. Übrigens: Seit 1995 haben unsere Kollegen in Panama jährlich circa 200.000 selbstgezogene Setzlinge gepflanzt. (Foto: ForestFinance, Katrin Spanke)

 

Unsere politische Arbeit in Lateinamerika – zusammen für mehr Vielfalt

Zusammen mit der Rainforest Alliance, Aliarse, CATIE, Chiquita Brands, RUTA, REWE, GIZ, Corporación Bananera Nacional, Universidad para la Cooperación International und weiteren Organisationen hat ForestFinance die Biodiversity Partnership Mesoamerica (BPM) gegründet. Unsere Biodiversitätsbeauftragte Sabine Wischnat vertritt ForestFinance derzeit im Bereich Organisation (mehr über ihre Arbeit und die des BPM erfahren Sie im aktuellen Biodiversitätsbericht). Ziel der Vereinigung ist es, Biodiversitätsprojekte in Mittelamerika zu fördern. Die Mitglieder der Biodiversity Partnership Mesoamerica unterstützen Projekte in der Region – sowohl technisch als auch finanziell – und bieten allen engagierten Institutionen aus Wirtschaft, Forschung und Umweltschutz eine Plattform, auf der sie sich vernetzen können. So sollen jährlich mindestens drei Projekte – insbesondere aus den Bereichen Agroforst und Klimaschutz – starten, aber auch solche, die Schutzwälder schaffen und somit Artenschutz wie Biodiversität dienen.

 

Unser Engagement im Film

Unser Engagement für ein nachhaltiges Wirtschaften findet in Lateinamerika viel Beachtung. So fand Ende 2016 eine Delegationsreise der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) und der BPM auf den ForestFinance-Flächen in Chiriqui und auf der Kakao-Finca in Bocas del Toro statt. Die Exkursion war ein Angebot der BPM an ihre Mitglieder und Interessenten, zahlreiche Unternehmer und Praktiker mit Erfahrung in den Bereichen Land- und Waldbewirtschaftung, Monitoring und Ökotourismus nahmen sie an. Sie zeigten sich beeindruckt, wie mit einer ökologischen und sozialen Wirtschaftsweise Gewinne erzielt werden können.

Delegierte der Deutschen Geselleschaft für Internationale Entwicklungd (GIZ) und der Biodiversity Partnership Mesoamerica (BPM) besichtigen ForestFinance-Projektflächen in Panama.

Das ökologisch wie ökonomische Engagement von ForestFinance in Übersee findet auch in Deutschland großen Anklang. So berichtete die tagesschau über das ForestFinance-Edelkakao-Projekt und zeigte den Film „Kakao als Kapitalanlage“ von Oliver Ristau, den die Deutsche Welle zuerst ausstrahlte.

 

Und das können Sie jeden Tag für die Vielfalt tun

Sie können mit uns Wald machen und den Lebensraum von Tieren und Pflanzen in Lateinamerika und mit WildeBuche und FinalForest auch in Deutschland schützen oder sogar neuen erschaffen. Aber es zählen auch die vielen kleinen Schritte im Alltag: So kann jeder von uns beim Einkaufen auf Bio-Lebensmittel achten oder beim Möbelkauf die Zertifizierung des Holzes ebenso wichtig nehmen wie das Design. Auch Gärten, Balkone und Fensterbänke lassen sich insektenfreundlich gestalten. Im Netz finden sich viele weitere Tipps von Umweltschutzorganisationen zum Erhalt der Biodiversität. Sehr praktisch und vor allem vielseitig finden wir die 52 Tipps von odnature.

Die Broschüre „52 Tipps für die biologische Vielfalt“ wurde von der Generaldirektion der Europäischen Kommission herausgegeben. Sie ist schon etwas in die Jahre gekommen – aber dank ihrer Ausführlichkeit immer noch ein sehr praktischer Ratgeber für alle, die Umweltschutz in ihren Alltag einbinden wollen. (Foto: Cover der Broschüre, Screenshot, odnature)

 

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