Panama-Special Teil 4: die kleinen Unterschiede

ForestFinance arbeitet seit 1995 in Panama – pflanzt Wälder und Kakaobäume, schützt Regen- und Mangrovenwälder, schafft Arbeitsplätze und sichere Lebensräume für viele Tiere und Pflanzen. Seit Ende Januar 2022 schaut uns Clara Bidstrup dabei über die Schulter. Nun ist sie für uns in Panama unterwegs und berichtet regelmäßig von ihren Erfahrungen vor Ort. Dieses Mal geht es um die großen und kleinen Unterschiede: zwischen Deutschland und Panama, aber auch innerhalb der panamaischen Gesellschaft.

Hier können Sie die bisherigen Erlebnisse von Clara in Panama nachlesen:

Panama-Special Teil 1: Angekommen!

Panama-Special Teil 2: 10 Fun Facts über Panama

Panama-Special Teil 3: Clara und die Schokoladenfabrik

Blick vom Metropolitan Park auf Panama Stadt. Foto: Clara Bidstrup

Das Leben in Panama ist ein ganz anderes als in Deutschland. Es fängt schon beim Klima an: Ich muss mich jedes Mal mit Sonnenschutz eincremen, bevor ich zur Arbeit oder woanders hingehe, damit ich nicht verbrenne. Aber das bedeutet auch jeden Tag Sonnenschein und blauer Himmel, was wirklich herrlich ist; da kann man nur gut gelaunt sein.

Der Verkehr hier unterscheidet sich in vielen Aspekten, denn die meisten Straßen haben große Löcher und fast jeder fährt, wie er will. Dementsprechend sehen die Autos zum Teil aus: Beulen überall, Seitenspiegel fehlen oder manchmal fehlt sogar die ganze Stoßstange.

Straßen sind in Panama oft ein besonderes Erlebnis. Foto: Clara Bidstrup

Der Lebensstandard in Panama teilt sich in zwei Extreme: Es gibt die reichen und wohlhabenden Leute, die in schönen, großen Häusern wohnen, und gleich daneben wohnen Menschen in Vierteln mit kleinen Hütten, die manchmal nur aus Bambus und Metallblechdach bestehen. Das ist für mich erschütternd, dass die Unterschiede so groß sind. Zudem überraschen mich die Preise in den Supermärkten und Restaurants immer wieder, denn die Preise hier ähneln den Preisen in Europa. Dann frage ich mich jedes Mal, wie die Menschen, die nicht wohlhabend sind, gut leben können …

Panama ist ein Land der Kontraste
Panama, Land der Kontraste. Blick auf Panama Stadt. Foto: Clara Bidstrup

Die meisten Menschen, die ich getroffen habe, sind freundlich, fröhlich und hilfsbereit. Viele sprechen nur Spanisch und das unterscheidet sich erheblich von dem „Schulspanisch“ und dem, wie es in Spanien gesprochen wird. In Panama gibt es panamaische Slang-Ausdrücke, die nur hier eine Bedeutung haben, zum Beispiel: „Qué sopa?“ – was so viel heißt wie: „Was geht?“. Zudem gibt es das „Vosotros“ als zweite Form Plural in Panama nicht. Stattdessen wird das formelle „Ustedes“ benutzt, wenn man zu einer Gruppe redet. Man „siezt“ also alle. Der Grund hierfür liegt laut meinem Sprachlehrer in der Geschichte Panamas: Als die Spanier nach Panama kamen und die einheimische Bevölkerung Spanisch lehrten, wollten sie stets gesiezt werden und brachten ihnen somit gar nicht erst die „Vostotros“-Form (die „Du“-Form im Plural) bei. Bis heute nutzen die Panamaer:innen nur die „Ustedes“-Form und nicht die „Vosotros“-Form.

Ein weiterer wichtiger Aspekt, der Panama von anderen Ländern deutlich unterscheidet, ist die Natur! In unmittelbarer Nähe von Panama Stadt liegt der Metropolitan Park. Der Naturpark ist sehr schön und viele unterschiedlichen Tiere scheinen ihnen auch zu mögen. Ich selber habe dort Nasenbären, Affen, Vögel, Blattschneideameisen, Schmetterlinge und sogar ein Faultier in voller Freiheit gesehen – und das so nah an der Großstadt!

Der zu Panama Stadt nächstgelegenen Urwald befinden sich in Gamboa. Hier gibt es mehrere Naturpfade und auch Nationalparks, allerdings ist der Eintritt sehr teuer: Touristen zahlen 30 US-Dollar pro Person und Einwohner 12 US-Dollar, was sich die meisten Panamaer:innen nicht leisten können. Wenn man Glück hat, sieht man hier Tiere wie Nasenbären, Rehe, Faultiere, Affen, Schlangen oder einen Jaguar – denn diese gibt es hier auch! Ich selber habe in Gamboa zwei unterschiedliche Affenarten, ein Faultier, Vögel wie zum Beispiel Tukane und Papageien sowie hübsche Schmetterlinge, wie den blauen Morpho-Falter, beobachtet. Das Bemerkenswerte ist, dass ich diese Tiere in freier Natur gesehen habe, in ihrem Lebensraum! Das macht die Erfahrungen nochmal viel schöner!

Als ich in Las Lajas in unserem SchutzWald war, habe ich auf dem Naturpfad ebenfalls einen Affen gesehen. Das hat mich wirklich glücklich gemacht, denn für mich ist der Affe ein Beweis, dass ForestFinance es geschafft hat, einen Lebensraum der Natur zurückzugeben!

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Online Redaktion | Übersetzung | kristin.steffan@forestfinance.de

Kristin Steffan schreibt seit mehr als zehn Jahren für ForestFinance – am liebsten über Themen rund um Umweltpädagogik, Klimaschutz und Biodiversität.

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