Panama-Special Teil 5: Der Panamakanal – ein Nadelöhr mit Geschichte

ForestFinance arbeitet seit 1995 in Panama – pflanzt Wälder und Kakaobäume, schützt Regen- und Mangrovenwälder, schafft Arbeitsplätze und sichere Lebensräume für viele Tiere und Pflanzen. Seit Ende Januar 2022 schaut uns Clara Bidstrup dabei über die Schulter. Nun ist sie für uns in Panama unterwegs und berichtet regelmäßig von ihren Erfahrungen vor Ort. Heute erzählt Clara von ihrem Besuch des Panamakanals, der nicht nur zwei Weltmeere verbindet, sondern auch für das Land enorme Bedeutung hat.

Hier können Sie die bisherigen Erlebnisse von Clara in Panama nachlesen:

Panama-Special Teil 1: Angekommen!

Panama-Special Teil 2: 10 Fun Facts über Panama

Panama-Special Teil 3: Clara und die Schokoladenfabrik

Panama-Special Teil 4: Die kleinen Unterschiede

Panamakanal
Beliebtes Ziel für Schaulustige: Der Panamakanal. Foto: Clara Bidstrup

Er spült wortwörtlich am meisten Geld in die Staatskassen: Für das Land Panama ist der Panamakanal sehr wichtig. Im Lockdown während der Corona-Pandemie hat Panama stark gelitten, da kaum Schiffe den Kanal nutzten. Leider profitieren nicht alle Bürgerinnen und Bürger gleichermaßen von dem durch den Kanal eingenommenen Geld. Korruption ist auch in Panama ein großes Problem. Somit bekommen die Reichen noch mehr Geld und die Armen bleiben arm.

Ich habe die Schleusen auf der pazifischen Seite besucht, bei den sogenannten „Miraflores-Locks“ und hatte das Glück, mehrere Schiffe beim Passieren beobachten zu können.

Panamakanal
Der Panamakanal durchquert das Land vom Hafen von Balboa bis zum Hafen von Colon. Foto: Autoridad del Canal de Panama

Vom Berggipfel zur Insel

Ich wusste zwar, was mich erwarten würde, aber den Prozess selbst zu sehen, war wirklich spektakulär! Ich war überrascht, als ich hörte, dass der Kanal durchgehend 24 Stunden am Tag offen ist und dass ein Containerschiff acht bis zehn Stunden braucht, um von einem Ende zum anderen zu kommen. Ohne Kanal müssten die Schiffe um ganz Südamerika herumfahren. Das kann bis zu 70 Tage dauern, da die Strecke circa 20.000 Kilometer beträgt. Ich wusste auch nicht, dass Süßwasser durch den Kanal strömt. Doch als ich hörte, dass er ursprünglich ein Binnenmeer war und nur der Anfang und das Ende künstlich hinzugefügt worden sind, machte es Sinn für mich. Genauso, wie dass die heutigen Inseln damals eigentlich Berggipfel waren, da der Wasserspiegel künstlich erhöht worden ist.

Bei den Miraflores-Locks konnte ich die unterschiedlichen Wasserspiegel gut sehen: Das Binnenmeer hatte einen höheren Wasserspiegel, als der gebaute Kanal auf der pazifischen Seite. Der Prozess, das Schiff auf die andere Seite zu bekommen, war sehr zeitaufwändig, da der Wasserspiegel sich nur langsam veränderte. Das Schiff wurde dafür von mehreren kleinen Zügen dann durch die Schleusen gezogen, da sehr wenig Platz in den Schleusen ist. Der Prozess selber, das Schiff durch die Schleuse zu bringen, hat ungefähr eine halbe Stunde gedauert und war spannend mit anzusehen.

Panamakanal
Kleine Züge ziehen die schweren Containerschiffe durch den Kanal. Foto: Clara Bidstrup

Schon gewusst?

Der Bau des Panamakanals begann im Jahr 1881, durchgeführt von einem französischen Grafen namens Ferdinand de Lesseps. Sein Projekt scheiterte jedoch nach etwa neun Jahren, da er die Lage in Panama unterschätzt hatte:

  • Durch die Feuchtigkeit rosteten das Werkzeug und Lederutensilien wie Schuhe oder Gürtel schimmelten.
  • Heftige Regenfälle verursachten Erdrutsche und Schlammlawinen.
  • Das größte und schlimmste Problem waren allerdings die Moskitos, welche Malaria und Gelbfieber übertrugen. Daran starben tausende Arbeiter.

Erst sehr viel später, im Jahr 1914, sollte der Bau fertig und eröffnet werden. Von 2007 bis 2016 wurde der Kanal noch einmal erweitert und erlaubt nun weit größeren Containerschiffen das Passieren.

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