Fünf Fragen an unseren Klimaschutzexperten zu Kompensation, Corsia und KLM

Das Thema „Klima“ ist seit Monaten auf den Titel- und Startseiten. Kein Tag, an dem nicht über Hitzerekorde, Brände in Arktis und Wäldern und zum Erstaunen aller auch über beständig-beherzte jugendliche KämpferInnen für Klimaschutz geschrieben und geredet wird. Dabei passiert seit sehr vielen Jahren sehr viel. Vor allem Schlimmes. Und das in so unvorstellbaren Dimensionen, dass es die ganze Welt und ihr Klima gefährdet. Es geschieht aber auch Gutes: Projekte und Beschlüsse, die lang vor den ersten Geburtstagen der Friday-for-Future-Aktivisten ins Leben gerufen wurden, um die Klimaerwärmung einzudämmen. Noch sind es zu wenige und die, die es gibt, zeigen (noch) zu wenig Wirkung. Aber jeder Schritt in die richtige, klimaschützende Richtung zählt.

Die Klimaschutzagentur von ForestFinance - CO2OL
Die Klimaschutzagentur CO2OL entwickelt seit 1996 Projekte zum Klimaschutz. www.co2ol.de

Ein großes und wichtiges Projekt startete ForestFinance beispielsweise bereits 1996 und gründete „COOL – Verein zur Verminderung von Kohlendioxid“, der wenig später in CO2OL umbenannt wurde und heute gemeinsam mit der ForestFinest Consulting ein eigenständiges Unternehmen bildet. Wir haben Julian Ekelhof, Director CO2OL Climate Solution, gefragt, was gute Klimaschutzprojekte ausmacht, ob Kompensationen sinnvoll sind, um die Erderwärmung zu stoppen, und was er als Experte von Corsia hält, dem Klimakompensationsplan für Fluggesellschaften. Immerhin arbeitet CO2OL seit 2017 mit der niederländischen Fluggesellschaft KLM für deren CO2ZEROPrgramme zusammen.

Julian Ekelhof, Director CO2OL Climate Solutions, entwickelt das Angebot und die Marke von CO2OL und ist Ansprechpartner für Unternehmenskunden, Projektentwickler und sonstige Partner.
Julian Ekelhof, Director CO2OL Climate Solutions, entwickelt das Angebot und die Marke von CO2OL und ist Ansprechpartner für Unternehmenskunden und Projektentwickler.

Mit dem CO2ZEROProgramme bietet KLM seinen Passagieren an, die CO2-Emissionen ihrer Flugreisen zu kompensieren. Dank der Kooperation mit CO2OL fliegen die Passagiere aber nicht nur CO2-neutral, sie leisten auch einen Beitrag zur Ökologie und Ökonomie in Panama. Was genau zeichnet das CO2OL-Klimakompensationsprojekt aus?

KLM hat sich 2017 ganz bewusst für ein Aufforstungsprojekt entschieden, um mit ihrem Beitrag einen weitreichenden Nutzen zu erzielen. Bevor die Entscheidung für Panama gefallen ist, war KLM mehrfach mit Mitarbeitern selbst vor Ort und hat auch eine eigene Untersuchung der lokalen Effekte vorgenommen.

Das Projekt „CO2OL Tropical Mix“ in Panama ist seit vielen Jahren etabliert und wurde bereits mehrfach vergrößert. Daher war es für eine Organisation wie KLM auch als langfristiger Partner geeignet. Im Kern geht es darum, ehemalige Brach- und Weideflächen wieder aufzuforsten und so einen naturnahen Mischwald zu erschaffen. Doch allein damit ist es nicht getan. Es werden langfristige Arbeitsplätze geschaffen und das Projekt entwickelt sich mehr und mehr zu einem relevanten Wirtschaftsfaktor in der Region. Ganz wichtig ist auch der Wald als ein Hotspot für Biodiversität, als Lebensraum für Tiere und Pflanzen.

Übrigens hat dieses Klimaschutzprojekt als erstes seiner Art auch Kakaoflächen im Hinblick auf die CO2-Speicherung zertifiziert. Das ist besonders spannend, da es auf KLM Flügen auch bald Schokolade aus genau diesem „Klimaschutz-Kakao“ geben wird. So kann KLM anschaulich vom eigenen Klimaschutz-Engagements berichten und hoffentlich viele Nachahmer animieren.

Massive globale Aufforstung ist DER Joker im Kampf gegen den Klimawandel.“

Julian Ekelhof, CO2OL

Im Juli 2019 hat das renommierte ETH-Institut aus Zürich eine Studie veröffentlicht, nach der das engagierte Klimaziel von 1,5 Grad Erwärmung trotz aller schwierigen Umstände durch massive Maßnahmen in weltweite Aufforstung und den Stopp der Entwaldung noch zu schaffen ist. Man kann also sagen, dass KLM hier „auf das richtige Pferd gesetzt hat“. Massive globale Aufforstung ist DER Joker im Kampf gegen den Klimawandel. Diese Botschaft kommt in der Wirtschaft zunehmend an.

Der Gold Standard gilt als einer der anspruchvollsten Standards für Klimaschutzprojekte.

Gibt es Zertifizierungen oder Siegel, an denen sich VerbraucherInnen orientieren können, welche Klimaschutz- und Kompensationsprojekte wirklich ihren Sinn erfüllen – und welche in die Kategorie Greenwashing fallen?

Bei CO2OL legen wir großen Wert auf anspruchsvolle Zertifizierungen der durch uns begleiteten Klimaschutzprojekte.

Der Gold Standard, nach dem auch CO2OL Tropical Mix zertifiziert ist, gilt als der anspruchsvolle Standard in diesem Bereich. Jedes Projekt muss neben der gesamten Ausgangssituation und wissenschaftlich fundierten Klimaschutzwirkung auch darlegen, wie es zusätzlich weitere positive Effekte in Bereichen wie Biodiversität und Sozioökonomie erzielt.

Der neue Standard „Gold Standard for the Global Goals“ prüft dabei den Beitrag zu mindestens drei Global Goals, auch bekannt als Sustainable Development Goals der Vereinten Nationen (SDG). CO2OL Tropical Mix befindet sich aktuell in der Zertifizierung mit fünf SDGs, die künftig vermutlich sogar noch ergänzt werden.

Auch der Verified Carbon Standard (VCS) ist sehr weit verbreitet und anerkannt. Speziell Waldschutzprojekte lassen sich danach prüfen. Die freiwillige Zusatzprüfung gemäß Climate, Community and Biodiversity (CCB) Standard kann Zusatzeffekte belegen.

Aber auch der Plan Vivo Standard für Waldprojekte und vor allem der in den international regulierten Märkten eingesetzte Clean Development Mechanism (CDM) der Vereinten Nationen sind etabliert und anerkannt.

Diese Zertifizierungen geben eine wichtige Orientierung und bei der Auswahl von Klimaschutzprojekten kann bewusst darauf geachtet werden. Dennoch sollte jedes Projekt auch mit dem eigenen Menschenverstand betrachtet und hinterfragt werden. Sofern eine unabhängige Prüfung nicht ersichtlich ist, empfiehlt es sich aktiv nachzufragen. Ist ein Projekt zertifiziert, kann trotzdem geschaut werden – welche Nutzen werden erzielt? Sind mir diese Effekte wichtig?

KLM ist da ein gutes Beispiel. Trotz langjähriger Zertifizierung unserer Projekte hat sich das Team selbst vor Ort ein Bild gemacht und mit den Beteiligten gesprochen. Auch in anderen Projekten waren wir dieses Jahr bereits mit Kunden und Interessierten vor Ort und berichten anschließend auch für all jene von den Erfahrungen, die nicht selbst am Besuch teilnehmen konnten.

Wie viele Klimaschutzagenturen gibt es in Deutschland und wodurch unterscheiden sich ihre Arbeit und Angebote?

Das lässt sich auf Grund des vielseitigen Begriffs „Klimaschutz“ kaum sagen. In der konkreten Umsetzung von Klimaschutzstrategien bis hin zur Klimaneutralität dürfte es ein gutes Dutzend sein. Das grundsätzliche Vorgehen ist dabei meist relativ ähnlich, weil erprobt und einheitlich akzeptiert. Aber: Es gibt auch Unterschiede.

Zum Beispiel in der Art der unterstützten Klimaschutzprojekte. CO2OL legt hier einen klaren Fokus auf Wald-Klimaschutzprojekte. Das machen wir bereits seit 20 Jahren so, lange bevor Klimaschutz überhaupt so ein bekanntes Thema war. Im Zentrum unserer Arbeit stand immer der Aufbau neuer und der Schutz bestehender Wälder. Dass wir damit auf dem richtigen Weg sind, zeigt sich aktuell deutlicher denn je, da sich die Studien und Plädoyers  zu „Wälder für das Klima“ häufen (s.o.).

Wie schon erwähnt ist auch die Relevanz von Zertifizierungen ein Unterschied. Baumspenden sind legitim und wichtig. Aber für die Erreichung von nachweislicher Klimaneutralität und Glaubwürdigkeit von Projekten hat sich Zertifizierung von Projekt und Stilllegung von CO2-Zertifikaten als Best Practice etabliert.

Ein weiterer Unterschied ist die Nähe zu den unterstützen Klimaschutzprojekten. Der Anbieter ist entweder eine Art Händler, der etliche Projekte anbietet und diesen durch Ein- und Verkauf von CO2-Zertifikaten Unterstützung vermittelt. Oder aber die Organisation ist selbst an der Entwicklung von Projekten beteiligt. CO2OL gehört zu zweiten Gruppe. Wir arbeiten mit einer begrenzten Anzahl von Projekten, die wir aber sehr gut kennen und in dem meisten Fällen bereits von Beginn an begleiten.  In unserem Team sind auch fachliche Experten, die beispielsweise schon seit der Pflanzplanung mit dabei sind und unsere Projektpartner im Zertifizierungsprozess ebenso unterstützen wie im Monitoring oder der Kommunikation mit lokalen Stakeholdern. So können wir auch den Unterstützern zahlreiche Einblicke in die lokalen Prozesse und Auswirkungen bieten.

Hunderte Millionen Hektar lassen sich nicht ohne klare Strukturen effektiv und transparent aufforsten.“

Julian Ekelhof, CO2OL

Wie arbeitet CO2OL – welche Schwerpunkte legt ihr bei der Auswahl der Klimaschutzprojekte und in der Zusammenarbeit mit euren Kunden?

Bei den Klimaschutzprojekten sind wir immer sehr nah dran und möchten zählbare Effekte auf verschiedenen Ebenen sehen. Klimaschutz, Einbindung der Bevölkerung, Wertschöpfung, Förderung von Biodiversität – das alles muss ineinander greifen. Eine eindimensionale CO2-Betrachtung greift uns zu kurz.

Unsere Projekte sind – offen gesagt – nicht immer die billigsten. Aber wir sind überzeugt davon, dass nur mit guter Planung und nachhaltiger Nutzenstiftung das große Rad gedreht werden kann. Die aktuelle Entwicklung des Markts und die starke Nachfrage bestätigen uns darin. Vor einigen Jahren war das nicht selbstverständlich.

Wenn wir international, mit der Unterstützung der Wirtschaft, in großem Maßstab Klima- und Waldschutz vorantreiben wollen, sind außerdem verlässliche Zertifizierungen unserer Ansicht nach unerlässlich. Hunderte Millionen Hektar lassen sich nicht ohne klare Strukturen effektiv und transparent aufforsten. Erst recht nicht, wenn die Wirtschaft oder auch Privatpersonen freiwillig Geld dafür zur Verfügung stellen und es zu einem Teil der eigenen Bemühungen machen. Da werden zu Recht Transparenz und Glaubwürdigkeit gefordert.

„Wir sind überzeugt davon, dass nur mit guter Planung und nachhaltiger Nutzenstiftung das große Rad gedreht werden kann.“

Julian Ekelhof, CO2OL

In der Kooperation mit unseren Kunden ist uns ein ernsthaftes Interesse am Klimaschutz wichtig. Wie das genau funktioniert und welche Prioritäten gesetzt werden – das ist dann auch Teil unserer Begleitung und lässt sich nicht verallgemeinern. Fest steht: Die Regel „Erst vermeiden, dann reduzieren, und erst dann den nicht vermeidbaren Rest kompensieren“ kann heute nicht mehr gelten. Dafür reicht die Zeit schlicht nicht aus. CO2-Kompensation für Klimaneutralität ist der Joker, der jetzt und sofort zum Einsatz kommen muss. Parallel MUSS an Effizienz und Emissionsvermeidung gearbeitet werden. Das eine darf das andere nicht ausschließen. Aber es wird immer klarer, dass wir sofort handeln müssen. Von heute auf morgen werden nicht alle Emissionen vermieden, die Kompensation ist ein erprobtes und mit klaren Regeln laufendes System. Das muss massiv genutzt werden. Wenn dieses Verständnis und der Wille zur Umsetzung da sind, kann sich jede Organisation und jede Person auf den Weg machen.

Flugreisen sind klimaschädlich.
Laut Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) verbrennt keine andere Art der Fortbewegung so viel Energie wie eine Flugreise. „Obwohl der Flugverkehr nur einem kleinen Teil der Erdbevölkerung zur Verfügung steht, trägt das Fliegen bereits jetzt etwa knapp fünf Prozent zur globalen Erwärmung bei.“ Foto: Bilal EL-Daou, pixabay

Ab 2020 sollen Fluggesellschaften ihre CO2-Emissionen kompensieren. Wie sinnvoll ist der „CORSIA-Plan“ (Carbon Offsetting and Reduction Scheme for International Aviation) als Klimaschutzmaßnahme und welche Auswirkungen wird das auf die Arbeit der Klimaschutzagentur CO2OL haben?

Die Fluggesellschaften müssen ihre CO2-Emissionen nicht vollständig kompensieren, sondern die Industrie hat sich lediglich zu „klimaneutralem Wachstum“ verpflichtet. Das heißt, auch wenn der Luftverkehr zunimmt, sollen die daraus entstehenden CO2-Emissionen nicht weiter ansteigen. Das ist sicherlich auch ein Kritikpunkt an CORSIA. Die absoluten Emissionen werden zunächst weder reduziert noch komplett auf das langfristig angestrebte „Net Zero“ gesenkt. Solche Maßnahmen durch Fluggesellschaften sind also weiterhin freiwillig. Auch KLM wird weiterhin freiwillig komplett ­klimaneutrales Fliegen anbieten und an Reduktionen arbeiten.

Um das jetzige Ziel klimaneutralen Wachstums zu erreichen, soll die Technologie verbessert und Effizienz gesteigert werden. Steigen Emissionen dennoch weiter an, kommt die Unterstützung von Klimaschutzprojekten ins Spiel. Aktuell hat die verantwortliche Organisation ICAO noch nicht final festgelegt, welche Projekttypen dafür in Frage kommen. Wir gehen davon aus, dass durch CORSIA eine enorme neue Nachfrage auf zertifizierte Klimaschutzprojekte zukommt.

Unsere Arbeit ändert sich dadurch nicht grundlegend. Wir werden weiterhin hochwertigen Klimaschutz umsetzen und auf langfristigen Nutzen achten. Natürlich wäre es ein Fortschritt, wenn durch CORSIA konkrete neue Projekte entstehen können. Uns ist vor allem daran gelegen, dass dadurch nicht die Qualität leidet. Dann kann CORSIA ein echter Impuls werden und hoffentlich einerseits die eigene Ambition steigern und zugleich andere Industrien zu eigenen Verpflichtungen animieren.

LeserInnen fragen – wir antworten

Zu dem Interview erreichten uns spannende Fragen, die wir Ihnen zusammen mit den Antworten von Julian Ekelhof nicht vorenthalten möchten. Falls Sie weitere Fragen haben, zögern Sie nicht uns zu schreiben!

Wäre eine Firma wie CO2OL in der Lage, Kompensationen in der Größenordnung von 100 Millionen Tonnen oder zumindest einen Teil davon zu organisieren, um die gesetzten Klimaziele zu erreichen? Gäbe es hierfür genug Flächen?

CO2OL als Organisation wäre allein sicherlich nicht in der Lage, all diese Flächen auf Anhieb aufzuforsten. Aber glücklicherweise gibt es in Deutschland und weltweit viele Akteure, die gemeinsam an diesen Themen arbeiten. Bereits jetzt sind wir dabei, den Umfang der von uns begleiteten Maßnahmen massiv auszubauen. Es gibt Potential für Aufforstungen, die einem Vielfachen der aktuell zur Verfügung gestellten Unterstützung entsprechen. Eine zentrale Aussage der im Interview erwähnten Studie der ETH Zürich zielt übrigens auf genau diese Frage ab. Dass Aufforstung grundsätzlich Sinn macht, ist ja keine neue Erkenntnis. Es wurde aber speziell untersucht, welche Flächen dafür global verfügbar wären (ohne dabei Konflikte zu Siedlungsflächen oder Landwirtschaft zu verursachen). Und die hier gewonnenen Erkenntnisse sind sehr ermutigend:  Etwa 900 Millionen ha Fläche sind gut dafür geeignet und wären in der Lage den Großteil der menschenverursachten Emissionen wieder zu speichern.

Natürlich liegen zwischen dem Vorhandensein verfügbarer Flächen und den fertig gepflanzten Bäumen noch viele Schritte – genau hier setzt unsere Arbeit an. Wichtig ist außerdem, bestehende Wälder weiterhin bestmöglich zu schützen und gleichzeitig den Ausstoß weiterer THG-Emissionen massiv zu senken. Alle diese Maßnahmen können nur Hand in Hand funktionieren.

Was genau wird bei den KLM-Flügen kompensiert und wie kommen die Berechnungen zustande – etwa bei einem Flug von Amsterdam nach New York?

Die von KLM angebotene freiwillige CO2-Kompensation von Flügen deckt die komplette Klimaneutralität des Fluges ab. Dabei hätte KLM natürlich die Möglichkeit gehabt, die Kompensation zu einem Bruchteil der aktuellen Kosten umzusetzen – die Airline entschied sich aber explizit für die Unterstützung unseres Gold Standard zertifizierten Aufforstungsprojekts in Panama: Hier entsteht ein umfangreicher Zusatznutzen für und durch die Biodiversität, der durch die Zertifizierung stets überprüft wird. Es ist ebenfalls wichtig zu erwähnen, dass KLM die Erlöse vollständig in dieses Projekt weitergibt. Die eigentliche Berechnung der CO2-Emissionen wird von KLM selbst durchgeführt, transparent erläutert und durch KMPG verifiziert. Zu den Details der Berechnung können wir deshalb keine Aussagen machen. Die hier errechneten Werte sind aber durchaus vergleichbar mit anderen entsprechenden Berechnungen für eine solche Strecke.

Baumspenden sind legitim und wichtig, aber für die Erreichung von nachweislicher Klimaneutralität und Glaubwürdigkeit von Projekten hat sich die Zertifizierung von Projekt und Stilllegung von CO2-Zertifikaten als Best Practice etabliert.“ 

Was bedeutet das für ein Investment bei ForestFinance?

Auch die Flächen von ForestFinance sind größtenteils zertifiziert und können so ihren Beitrag zum Klimaschutz explizit ausweisen. Bei ForestFinance liegt der Fokus auf langfristigem und nachhaltigem Waldmanagement – dies geht deutlich über eine einfache Baumspende hinaus, die hier gemeint ist.

Der Satz bezieht sich allerdings ohnehin eher auf die offizielle CO2-Kompensation von Emissionen und die Stilllegung von CO2-Zertifikaten, vor allem durch Unternehmen im Rahmen ihrer Klimaschutzstrategie. Dazu eignet sich tatsächlich ein Investment bei ForestFinance nur bedingt, da die Investments andere Ziele verfolgen, als die quantifizierte CO2-Kompensation. Der Klimaschutz-Effekt ist natürlich trotzdem gegeben und kann für Anleger dennoch eine wichtige Rolle spielen.

betreut seit 2008 das Kundenmagazin ForestFinest und sämtliche Printprodukte als Redakteurin und Autorin. Sie schreibt am liebsten über nachhaltig Gutes, das sich für Mensch und Umwelt rechnet.

2 Kommentare zu “Fünf Fragen an unseren Klimaschutzexperten zu Kompensation, Corsia und KLM

  1. Für mich ist der kleine Absatz

    „Wie schon erwähnt ist auch die Relevanz von Zertifizierungen ein Unterschied. Baumspenden sind legitim und wichtig. Aber für die Erreichung von nachweislicher Klimaneutralität und Glaubwürdigkeit von Projekten hat sich Zertifizierung von Projekt und Stilllegung von CO2-Zertifikaten als Best Practice etabliert.“

    ziemlich wichtig. Aber ich verstehe ihn an mehreren Stellen nicht:
    # „Baumspenden sind legitim und wichtig. Aber …“ > soll ich also nichts mehr bei Forest Finance investieren?
    # die Relevanz von …? Was heißt das eigentl.? – „schon erwähnt“ ?
    # „Zertifizierung von Projekt“ = ?

    1. Hallo Herr Urban,
      wir haben den Beitrag um Ihre und weitere LeserInnenfragen ergänzt. Die Antworten von Julian Ekelhof finden Sie nun im letzten Abschnitt des Beitrags.

      Zu der Verständnisfrage „# die Relevanz von …? Was heißt das eigentl…? – „schon erwähnt“ ?“ ergänzt Herr Ekelhof:

      Diese Formulierung bezieht sich auf die Antwort zur zweiten Frage, die beginnt mit „Bei CO2OL legen wir großen Wert auf anspruchsvolle Zertifizierungen der durch uns begleiteten Klimaschutzprojekte“, sowie die weiteren Ausführungen in eben diesem Absatz. Daher „schon erwähnt“ und nicht nochmal im Detail erläutert.

      Wir hoffen, dass wir Ihre Fragen beantworten konnten und bedanken uns für Ihren Kommentar!

      Viele Grüße,

      Janina Mai
      Redaktion

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