25 Jahre ForestFinance – ehemalige MitarbeiterInnen berichten: Veronika Volbrachtova – Kunst trifft Buchhaltung

Wir feiern 25 Jahre ForestFinance – Grund genug, einmal ehemalige MitarbeiterInnen zu Wort kommen zu lassen, die uns auf diesem langen Weg begleitet haben! Veronika Volbrachtova ist bereits 2004 zu ForestFinance gestoßen und heute als Künstlerin tätig. Wir haben sie gefragt, was sie aus der Zeit bei ForestFinance mitgenommen hat.

Veronika Volbrachtova. Foto: privat

Wie bist Du zu ForestFinance gekommen und was waren Deine Aufgabengebiete?

Als Studentin habe ich einen Job gesucht, der zudem noch sinnvoll war und die Firma mir sympathisch. Christoph, mein Mann, hat damals schon fürs Pressebüro Assenmacher gearbeitet. Er hat gefragt und ich kam zum Vorstellungsgespräch. Das war 2004, glaube ich. Ich hatte bereits Erfahrung mit Personalbuchhaltung und sollte die doppelte Buchführung aufbauen. Habe ich gemacht. Aber erst war ich noch in der Gründungsphase mit Gewerbeanmeldung beschäftigt, lernte von Christoph die Kundenbuchhaltung und hatte auch mit Kundenservice zu tun.

Die doppelte Buchführung gelang ganz gut, obwohl ich mir das alles ziemlich schnell aneignen musste, auch mit Hilfe einer temporär eingesetzten Steuerfachangestellten, etwas später kam dann Karin zu uns. Die erste Steuerprüfung vom Finanzamt, die im Hause stattfand, habe ich – mit einigen Schweißperlen – überstanden.

Später übernahm ich auch die Kundenbuchhaltung von Christoph, Gespräche mit kniffligen Kundenanliegen, zeitweise war auch die Lohnbuchhaltung bei uns. Auch diesen Bereich habe ich mir mit Karin geteilt.

Was fällt Dir ein, wenn Du an diese Zeit zurückdenkst?

Vieles. Erstens fand ich es toll, mit Studium und zwei kleinen Kindern einen Chef zu haben, der uns angeboten hat, auch unsere Kinder mitbringen zu können, wenn der andere an der Uni war und sie nicht betreuen konnte. Dann natürlich die Firmenphilosophie, denn als Elternteil kommt man eigentlich fast automatisch auf ökologisch-biologische Produktionsweisen, Ökotest usw., daher hat mich der nachhaltige Aspekt begeistert. Die offene und freundlich freche Kommunikation mit Herrn Assenmacher war eine gute Erfahrung.

Und was sehr wichtig ist, die Möglichkeit, Neues zu lernen, mitunter komplexe Zusammenhänge zu diskutieren, mitgestalten. Und die Begeisterung meiner Kollegen, die mit mir oder später zum Unternehmen gekommen sind.

Veronika Volbrachtova beim Besuch der ForestFinance-Flächen in Panama. Foto: ForestFinance

Wohin hat Dich Dein Weg danach geführt?

Nach unserem Studium und einer turbulenten Zeit haben wir als Familie beschlossen, dass wir nach Berlin gehen – das war ein Jahr, bevor ich tatsächlich bei ForestFinance aufgehört habe. Daher wollte ich meine Nachfolgerin Christiane in alles einarbeiten, ihr alles übermitteln, was ich wusste und konnte.

Als wir in Berlin waren, war es eine komplett andere Situation. Keine Uni, keine regelmäßige Arbeit, dazu alles neu einrichten, Kinder in der Schule eingewöhnen und gut begleiten. Schon während meines Studiums der Kunstgeschichte habe ich künstlerisch gearbeitet und wollte es intensiv machen. Berlin ist eine sehr kunstaffine Stadt, es war (und ist) toll, diese Atmosphäre. Hauptsächlich habe ich dann gezeichnet, illustriert, meinen Künstlernamen „Weronaik“ entdeckt, in den späteren Arbeitsphasen kam die Dreidimensionalität mit Malerei und (wieder) Fotografie dazu. Mit meinen Kollegen habe ich ein paar Gruppenausstellungen gemacht, an Messen teilgenommen, mir eine Homepage zugelegt (www.weronaik.de).

Christoph hat das Familienunternehmen seiner Eltern, den Anton H. Konrad Verlag übernommen, für den ich PR-Arbeit mache.

Beides zusammen ist abwechslungsreich und Synergieeffekte sind nicht selten.

Wie haben die Erfahrungen, die Du zuvor bei ForestFinance gesammelt hast, Dich dabei beeinflusst oder Dir geholfen?

Über diese Frage habe ich am meisten nachgedacht. Die Hauptessenz ist vielleicht, dass man durch Lernen und Erfahrungen zur Expertise gelangt. Ich habe bei verschiedenen Fragen, die im Alltag von ForestFinance aufgetaucht sind, auch immer versucht, mir mehr Kenntnisse durch Kurse oder Bücher anzueignen, so wie ich das beim Studium gemacht habe, wie beispielsweise Kommunikation mit Kollegen, professionelle Kundenansprache, Datenbankverwaltung, Unternehmenskonstellationen erkennen. Es hat mir gefallen, Verantwortung zu übernehmen, in Gesprächen zu sagen, was gut läuft und was nicht, einen Weg zur Lösung zu finden.

Strukturell orientiert zu arbeiten, ist in der Kunst zwar nicht das Wichtigste, aber gibt einem Anregungen, ist von unschätzbarem Wert, im übertragenen Sinne, oder wenn man vor einem technischen Problem der Datenbank, des Druckers oder von Photoshop und InDesign steht. Oder versucht, verschiedene Materialien eines Bildes zu vereinen, das sein Eigenleben gerade entwickelt hat und sich nicht den eigenen Plänen fügen will.

Mit Menschen klar reden und offen kommunizieren, über Kunstwerke, Kunstgeschichte, Zusammenhänge von Strukturen, das begleitet einen immer.

Was sagst Du zur Entwicklung des Unternehmens, wenn Du Dir zum Beispiel die Website von heute ansiehst?

Diese Entschlossenheit und die Konzeptentwicklung vom Gründer haben mich beeindruckt. Ich konnte mir nicht vorstellen, wie sich das weiter entwickeln wird, wovon ich dann ein Teil war. Holzprodukte im Shop hatte ich mir damals schon gewünscht und freue mich, dass es eine Schreinerei in Panama gibt. Insgesamt gefällt mir, dass es ein gewinnorientiertes Unternehmen ist, das sich nicht nur ökologisch, sondern auch fair und sozial verantwortungsvoll verhält.

Die Beschreibung der Produkte auf Eurer Homepage nebst Risikoaufklärung ist solide und für den Besucher nachvollziehbar.

Breites Angebot, Nachhaltigkeit – sehr schön. Die Briefe beim Newsletter gefallen mir auch gut – keine Schönwäscherei und Selbstbeweihräucherung.

Ich hoffe, Ihr seid immer noch so jung, frisch und zuversichtlich wie damals!

Was möchtest Du dem Unternehmen für die nächsten 25 Jahre sagen?

Ich wünsche mir, dass ForestFinance in vielen weiteren Ländern gute Projekte realisiert, die den Menschen hier und dort gute Lebensbedingungen bietet. Und es soll der gleiche Pfeffer drin sein, den Harry Assenmacher reingebracht hat. Firmen, die ein echtes Profil haben, etwas rebellisch, innovativ, jung und frisch an Ideen, mag ich, mögen andere auch.

Solche Firmen sollten in der Entwicklungshilfe beratend tätig sein, weil sie den Fokus auf Aufbau und Selbständigkeit statt auf Abhängigkeit und Hilflosigkeit richten.

Meinem alten Chef, ForestFinance und Euch Allen wünsche ich viel Glück und gutes Gedeihen, tolle Ideen und Erfolg natürlich.

Online Redaktion | Übersetzung | kristin.steffan@forestfinance.de

Kristin Steffan schreibt seit mehr als zehn Jahren für ForestFinance – am liebsten über Themen rund um Umweltpädagogik, Klimaschutz und Biodiversität.

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