5 Fragen an: Umweltkrimiautor und ForestFinance-Kunde Torsten Jäger

Torsten Jäger schreibt Krimis. Aber nicht irgendwelche Krimis: Bei ihm spielen nicht nur Verbrecher, sondern auch die Umwelt eine Hauptrolle. In seinem neuen Buch „Unser aller Erbe“ ermittelt Kommissar Kelchbrunner in einem Mordfall, dessen Spuren ihn schließlich nach Island führen, wo ein umstrittener Staudamm gebaut werden soll. Wir haben den Autor gefragt, woher er seine Inspiration nimmt und warum er überzeugter ForestFinance-Kunde ist.

 

Die Natur ist seine Inspiration: Umweltkrimiautor und ForestFinance-Kunde Torsten Jäger am Huzenbachsee. Foto: privat
Die Natur ist seine Inspiration: Umweltkrimiautor und ForestFinance-Kunde Torsten Jäger am Huzenbachsee. Foto: privat

Gab es ein Schlüsselerlebnis, das Sie zum Naturschutz gebracht hat?

Torsten Jäger: Schon als Kind fand ich es toll, im Garten meines Großvaters mitzuarbeiten, in der Erde zu wühlen, Gemüse einzusäen, ihm beim Wachsen zuzuschauen und es zu ernten. Es war und ist für mich bis heute verblüffend, dass aus einem noch so winzigen, unspektakulären Samenkorn ein Strauch mit leckeren Tomaten, ein Radieschen, eine bunte Blume oder ein riesiger Baum werden kann.

Die wirkliche Liebe zur Natur entwickelte sich bei mir während einer Lebenskrise vor über zwanzig Jahren. Damals litt ich unter einer massiven Angsterkrankung und es kostete sehr viel Energie, mich aus dieser Isolation zu befreien. Dabei gaben mir die Natur, aber auch meine Haustiere, sehr viel Kraft und ich schaffte den Weg aus der Angst. Es schien mir daraufhin nur konsequent zu sein, der Natur etwas zurückzugeben und mich für ihren Erhalt einzusetzen. Seitdem bin ich aktiv im Naturschutz, denn es ist der wertvollste Schatz dieser Welt, den der Mensch für den schnellen Profit leichtfertig aufs Spiel setzt.

Die Natur ist für mich auch heute noch Kraftquelle, Erholungsort, Inspiration und Wunder zugleich. Daher stecke ich sehr viel Herzblut in meine Naturschutzprojekte, lege Naturteiche an, installiere Wildbienen-Hotels inmitten von Blumeninseln, baue Trockenmauern und versuche mit meinem Blog https://gruenschreiber.wordpress.com die Welt ein Stück weit grüner zu schreiben – anstatt sie den Schwarzmalern zu überlassen.

 

Wie haben Sie es geschafft, Verlage für „grüne Krimis“ zu begeistern?

Das erschien mir tatsächlich zunächst nicht einfach. Zumal es allgemein schwierig ist, überhaupt einen Verlag für ein Manuskript zu finden. Es gibt schließlich sehr viel gute Konkurrenz.

Doch konnte ich durch die Kombination von Naturschutzthemen mit dem Genre Krimi ganz gut überzeugen. Ökologische Themen bergen in sich schon sehr viel Spannung, die Natur hat hier enorm viel zu bieten. Ein Krimi, der neben einer packenden Handlung auch noch spannende Einblicke ins Honigbienenvolk gibt, oder den Leser mit zu einem zerstörerischen Staudammprojekt auf einer vor urtümlicher Natur strotzenden Vulkaninsel mitten im Atlantik nimmt: All dies bietet einen deutlichen Mehrwert und wird somit zur „Extra-Portion Spannung“. Und dies ohne den „moralischen Zeigefinger“ zu sehr zu bemühen.

Auch sind zum Glück viele ökologische Themen mitten in der Gesellschaft angekommen und somit auch bei den Verlagen präsent. Nachhaltigkeit, ganzheitliche Betrachtung, Klimaschutz und ökologischer Fußabdruck bekommen meiner Erfahrung nach immer mehr Raum im öffentlichen Bewusstsein.

Ebenso wie Komissar Kelchbrunner, den Protagonisten des neuen Romanes "Unser aller Erbe", führte es Torsten Jäger nach Island. Foto: privat
Ebenso wie Kommissar Kelchbrunner, den Protagonisten des neuen Romanes „Unser aller Erbe“, führte es auch Torsten Jäger nach Island. Foto: privat

 

Welches ökologische Dilemma erwartet die Hauptpersonen Ihrer Krimi-Reihe, Kommissar Kelchbrunner und seine Kollegin Juvanic, als nächstes?

Im nächsten Krimi ermitteln die rheinhessischen Kommissare wegen eines rituell anmutenden Mordes. Der Täter hat ein Messer aus Tierknochen hergestellt, einen Mann damit getötet, und ein mysteriöses Schlagwort hinterlassen, das aus der Szene radikaler Veganer stammt. Nachdem sich Kelchbrunner bei einigen Insidern umgehört hat, erfährt er hinter vorgehaltener Hand, dass wohl eine Tiermastanlage in Bodenheim gebaut werden soll. Mit diesen Plänen scheint der Mord in Verbindung zu stehen. Bis die Kommissare den Täter jedoch dingfest machen können, müssen weitere Menschen sterben und ein Skandal gewaltigen Ausmaßes offenbart sich im Laufe der weiteren Ermittlungen. Ein Skandal, der durchaus auch heute bereits Realität werden könnte, denn er basiert auf aktuellen Missständen und Fakten …

 

Sie sind seit Jahren BaumSparer. Was hat Sie davon überzeugt, bei ForestFinance zu investieren?

Vor allem das Herzblut, mit dem man für die Aufforstung und die Projekte kämpft. Ich bin schon sehr lange dabei und spüre, dass man aus Überzeugung bei der Sache ist. Für mich ist dies entscheidend, wenn es um Glaubwürdigkeit geht. Und somit investiere ich gerne weiterhin als BaumSparer für die, wie ich finde, beste Rendite: Eine grünere Zukunft!

Eine nachhaltige und ökologisch korrekte Geldanlage ist mir besonders wichtig, denn strategischer Konsum und grüne Investitionen sind in einer Welt, die vom Geld regiert wird, eine klare Wahl- und Steuermöglichkeit. Ein gutes Stück weit kann jeder von uns durch sein Investitions- und Kaufverhalten eine bessere Zeit einläuten und die Welt verbessern – und sei es nur im kleinen Maßstab. Doch viele kleine positive Veränderungen entfalten in der Summe letztlich ja auch eine große Wirkung.

"Unser aller Erbe" ist im Schardt-Verlag erschienen und für 13 Euro erhältlich. Foto: Torsten Jäger
Unser aller Erbe“ ist im Schardt-Verlag erschienen und für 13 Euro erhältlich. Foto: Torsten Jäger

 

Welches Projekt würden Sie unbedingt gerne noch angehen?

Oh, das ist eine gute Frage, denn da gibt es einiges.

In der Umsetzung befindet sich schon ein mir sehr wichtiges Projekt: Die Anlage einer lebendigen Laube, bestehend aus Hainbuchen, deren Äste so ineinander verwachsen, dass ein festes Gebilde entsteht, und ein Blätterdach darüber. Ich habe sie dieses Jahr in meinem Naturgarten gepflanzt, um darin in einigen Jahren „Naturgartenlesungen“ anbieten zu können. Ich benötigte dabei keinerlei Holz für den Bau, habe stattdessen neue Bäume gepflanzt, die Sauerstoff produzieren, Feinstaub und CO2 binden, das Mikroklima positiv beeinflussen und einen Lebensraum bieten. Diese Nachhaltigkeit war mir sehr wichtig.

Zudem bietet die Laube sicher einen ganz besonderen stimmungs- und energievollen Platz für Lesungen aus Krimis, Lyrik und anderen Genres. Denkbar ist hier auch die Zusammenarbeit mit anderen Autoren und Musikern aus der Region.

In meiner Schublade liegt außerdem seit Jahren das sehr umfangreiche Manuskript eines ganz besonderen Science-Fiction-Romans, das auf eine Überarbeitung wartet. Und nicht zuletzt geistert bereits die nächste Geschichte von Kelchbrunner und Juvanic durch meinen Kopf, die das Bienensterben mit der Flüchtlingsproblematik verknüpfen wird.

 

Zum Weiterlesen:

 

Online Redaktion | Übersetzung | kristin.steffan@forestfinance.de

Kristin Steffan schreibt seit mehr als zehn Jahren für ForestFinance – am liebsten über Themen rund um Umweltpädagogik, Klimaschutz und Biodiversität.

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