Nicht nur edel, sondern auch bio: Julissa Dominguez über die Zertifizierung unseres Panama-Kakaos

Endlich ist es geschafft: Unser Edelkakao der Finca Rio Uyama in Panama ist bio-zertifiziert! Julissa Dominguez, die für unsere Wälder dort verantwortlich ist, hat uns erzählt, was dafür alles nötig war. Wir freuen uns mit unseren panamaischen KollegInnen und gratulieren herzlich!

Von links nach rechts: Cecilia Morales (Mitarbeiterin unseres Forstdienstleisters Barca), Fidencio Abrego (Vorarbeiter der Finca Rio Uyama) and Jaime Picado (Auditor bei Bio Latina). Foto: ForestFinance

Welche Kriterien müssen erfüllt sein, um bei Bio Latina zertifiziert zu werden?

Bio Latina zertifiziert die biologische Produktion von Kaffee, Bohnen, Baumwolle ect. – und in unserem Fall von Kakao.

Die Kriterien, die wir erfüllen müssen, sind die in der EG-Grundverordnung Nr. 834/2007 über den ökologischen Landbau und der EG-Verordnung Nr. 889/2008 (Bestimmungen zur Durchführung der Verordnung 834/2007) festgelegt.

Sie fordern im Wesentlichen den Verzicht des Einsatzes von Chemikalien und die Verwendung von 100 Prozent biologischen Produkten. Auch bestimmen sie Standards für die Trennung von biologischen und konventionellen Produkten. Es sind Änderungen in der Infrastruktur erforderlich, um Kakao getrennt von anderen Farmen zu bewirtschaften.

So sieht das neue Bio-Siegel aus. Logo: Bio Latina

Welche Schritte musste ForestFinance in den letzten Jahren noch umsetzen, um das zu erreichen?

Es dauerte etwa drei Jahre, bis wir das Zertifikat erhielten. Das erste Jahr war eine Annäherung an und die Untersuchung der Bio-Kriterien. Das zweite und dritte Jahr bestand aus der Dokumentation der Änderungen, der Schulung unserer MitarbeiterInnen und der ständigen Suche nach Ersatz oder Verbesserung von Prozessen, die Auswirkungen haben könnten.

Zum Beispiel verwenden wir heute keine Chemikalien zur Ameisenbekämpfung, sondern eine Mischung aus Neen (Azadirachta indica-Baum), Nelken und Zimt. Dasselbe gilt für Pflanzendünger: eine reichhaltige Mischung organischer Düngemittel.

Wir führten das Interview mit Julissa Dominguez, die seit März 2018 in der Forstabteilung von ForestFinance tätig ist. Foto: ForestFinance

Hat der Ausbruch der Corona-Pandemie die Bio-Zertifizierung erschwert?

Als das Corona-Virus auftauchte, hatten wir bereits die Zertifizierung der Auditoren bestanden, aber wir wissen, dass wir uns weiter an die neue Corona-Realität anpassen müssen. Der Betrieb muss jetzt von Gruppen geführt werden, die Abstand voneinander halten. Es bedarf ein wenig Kontrolle, um sich die neuen Vorschriften immer wieder ins Gedächtnis zu rufen.

Die größte Herausforderung ist zweifellos diejenige, die in den nächsten Monaten auf uns zukommt: Wir erwarten einen Anstieg der Preise für landwirtschaftliche Produkte (Materialien und Betriebsmittel) und wir dürfen die Qualität des Betriebs nicht mindern.

Von links: Fidencio Abrego (Vorarbeiter der Finca Rio Uyama) and ForestFinance-Gründer und -Geschäftsführer Harry Assenmacher. Foto: ForestFinance

Wie sieht die Arbeit auf der Finca unter den aktuellen Hygieneanforderungen aus?

Wir hatten bereits einige Änderungen beschlossen, wie zum Beispiel die Verwendung von Masken in den Fermentationsbereichen, die eine Nicht-Kontamination des Produktes sicherstellen soll. Was uns jetzt sicherlich noch mehr Arbeit kosten wird, ist die Weiterentwicklung von Tätigkeiten wie Düngung und Ernte, bei denen wir in Gruppen von drei Personen arbeiten.

Was ist für die Zukunft geplant?

Diese Zertifizierung öffnet ein Fenster zu neuen Käufern. Genau wie bei dem in Panama verkauften Kaffee wollen wir mit dem Kakao Aroma und Feinkörnigkeit entwickeln. Die Bio-Märkte sind anspruchsvoller als die konventionellen Märkte, aber sie sind auch gute Käufer, und sie schätzen (monetär) den Aufwand für diese Art der Produktion.

Online Redaktion | Übersetzung | kristin.steffan@forestfinance.de

Kristin Steffan schreibt seit mehr als zehn Jahren für ForestFinance – am liebsten über Themen rund um Umweltpädagogik, Klimaschutz und Biodiversität.

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