DIY – Bienenwachstücher als Alternative zur Frischhaltefolie

Jeder kennt sie, (fast) jeder hat sie: Frischhaltefolie. Die aus Polyethylen oder Polyvinylchlorid (kurz PVC) bestehende Folie verhindert, dass Lebensmittel schneller verderben. Schön praktisch kann man die dünne Folie um alle möglichen Dinge wickeln und so die Lebensmittel frisch halten. Dabei gibt es nur ein Problem: Leider ist die Folie ein reines Wegwerfprodukt und landet nach der Verwendung direkt im Müll. Als Variante zur Frischhaltefolie bieten sich Schüsseln mit Deckeln an, zum Beispiel aus Edelstahl oder Glas, oder Frischhalteboxen. Dabei fällt allerdings dreckiges Geschirr an. Wir haben eine Alternative: Selbstgemachte Bienenwachstücher!

Die fertigen Bienenwachstücher passen sich der Form der eingewickelten Gegenstände an. Foto: Kristin Steffan
Die fertigen Bienenwachstücher passen sich der Form der eingewickelten Gegenstände an. Foto: Kristin Steffan

Bienenwachstücher bestehen aus mit Wachs getränktem Stoff. Durch Körperwärme wird das Wachs warm und biegsam, so dass man das Tuch leicht um aufgeschnittenes Obst und Gemüse wickeln oder auch mal als Abdeckung für die Salatschüssel nutzen kann. Bienenwachstücher sind käuflich erwebbar. Die sind aber nicht ganz billig. Der Preis amortisiert sich aber rasch durch die eingesparte Frischhaltefolie. Noch günstiger ist es, sie selbst zu machen und so haben wir uns ans Werk gemacht und am heimischen Küchentisch experimentiert. Anleitungen gibt es in verschiedenen Ausführungen frei verfügbar im Internet. Wir haben uns für folgende Variante entschieden:

Zubehör für Bienenwachstücher: 

  • (Bio)-Baumwolltuch nach Wahl
  • (Bio)-Bienenwachs (für unsere Tücher haben wir ca. 50 Gramm benötigt)
  • Backpapier
  • Bügeleisen
  • etwas Öl – Jojoba, Raps- oder Sonnenblumenöl
  • zwei unterschiedlich große Töpfe oder einen Topf und eine Glasschale
  • eine alte Unterlage, auf die auch etwas Wachs kommen darf
Utensilien für Bienenwachstücher: Bügeleisen, Wachs, Baumwolltuch, Schüssel
Die benötigten Utensilien: Bügeleisen, Wachs, Baumwolltuch, Schüssel. Foto: Katrin Spanke

Schritt 1: 

Zunächst muss das Bienenwachs schonend in einem Topf oder einer Glasschale im Wasserbad geschmolzen werden. Bitte nicht auf die Idee kommen, das Wachs in eine Schüssel in die Mikrowelle zu stellen! Das Wachs kann so nämlich schnell anbrennen. Einen Topf mit Wasser langsam erhitzen, das Wachs in eine Schale oder einen Topf geben und in das Wasserbad stellen. Das Wachs wird sehr schnell flüssig und kann beim Erhitzen leicht umgerührt werden. Nun ein paar Tropfen Öl hinzugeben. Bei unserem ersten Versuch haben wir dies vergessen, so dass das Tuch am Ende etwas steif war. Geht also auch, aber mit einem Schuss Öl wird das Tuch geschmeidiger. Beim zweiten Versuch haben wir das Wachs einfach mit einigen Tropfen Öl direkt auf das Tuch gegeben und mit dem Bügeleisen geschmolzen (Backpapier nicht vergessen).

Flüssiges Bienenwachs
Topf mit Bienenwachs. Foto: Katrin Spanke

Schritt 2: 

Das Baumwolltuch sollte nun tief ins Wachs gedrückt werden, so dass es vollständig darin versinkt und sich schön vollsaugen kann.

Baumwolltuch wird ins Bienenwachs getaucht
Das Baumwolltuch wird ins Bienenwachs getaucht. Foto: Katrin Spanke

Schritt 3: 

Das Tuch nun vorsichtig (!) aus dem heißen Wachs nehmen und auf das Backpapier legen. Das Tuch sollte zwischen zwei Lagen gepackt werden, damit es von beiden Seiten gebügelt werden kann. Bei unserem Versuch haben wir festgestellt, dass das Tuch natürlich zu viel Wachs aufgenommen hat. Beim Bügeln fliest dieses zwischen dem Backpapier raus, so dass die Unterlage etwas Wachs abbekommen kann. Hier empfiehlt sich ein altes Handtuch oder auch eine alte Decke.

Bienenwachstuch zwischen Backpapier
Bienenwachstuch zwischen Backpapier. Foto: Katrin Spanke

Schritt 4:

Das Tuch ist, nachdem es getrocknet ist, fertig und kann verwendet werden. Das Tolle ist, dass man es leicht feucht und maximal lauwarm abwischen kann. Sollte sich etwas Wachs mit der Zeit lösen, kann man es leicht wieder zwischen dem Backpapier neu bügeln, so dass sich die Reste wieder gut verteilen.

Baumwolltuch
Fertiges Bienenwachstuch. Foto: Katrin Spanke

Fazit und Anfängerfehler: 

Aufgrund des vergessenen Öls ist das Tuch etwas steif geworden. Wichtig: Beim Bügeln  eine Unterlage wählen, die schmutzig werden kann.

Das Tuch schaut jedenfalls hübsch aus und duftet schön nach Bienenwachs. Die Sommer- und Grillsaison kann also beruhigt starten und in unserem Kühlschrank bleibt alles frisch 🙂

 

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