5 Fragen an UTZ

UTZ Certified – dieses Siegel springt dem Supermarktbesucher ins Auge, wenn er die Regale mit Schokolade, Kaffee und Tee passiert. Es ist ein Gütesiegel, das den nachhaltigen Anbau eben dieser Produkte – im Fall der Schokolade des Kakaos – sicherstellt. Das wissen die meisten und greifen gerne zu. Auch für den ForestFinance-Edelkakao aus Peru und Panama arbeiten wir mit UTZ-Zertifizierung. Anfang diesen Jahres hat sich UTZ mit der Rainforest Alliance zusammengetan. Wofür die neue Kooperation steht und was sich dadurch ändert, erklärt uns Stephanie Gerteiser von UTZ in unserer Interviewreihe „5 Fragen an …“.

Der ForestFinance-Edelkakao aus Panama und Peru ist UTZ-zertifiziert. Foto: ForestFinance
Der ForestFinance-Edelkakao aus Panama und Peru trägt das UTZ-Siegel. Foto: ForestFinance

Wofür steht das UTZ-Label?

UTZ ist ein Programm und Label für nachhaltigen Anbau von Kaffee, Kakao, Tee und Haselnüssen. Wenn Sie das Logo auf einer Verpackung sehen, bedeutet das, dass die entsprechenden Rohstoffe nach den Anforderungen von UTZ angebaut und vermarktet wurden. Sie können sich darauf verlassen, dass dies besser für die Bauern, Arbeiter sowie deren Familien und Umwelt ist.

Was unterscheidet UTZ von Bio- oder der Fairtrade-Zertifizierung?

Wir werden oft gefragt, was der Unterschied zwischen UTZ und anderen Nachhaltigkeitslabels wie Fairtrade und Rainforest Alliance ist. In vieler Hinsicht sind diese drei Standards gleich. Wir alle haben Programme für Kaffee, Kakao und Tee (und jeder von uns hat auch andere Produkte im Programm); wir alle decken die drei Säulen der Nachhaltigkeit ab: People, Planet und Profit; und wir alle sind Mitglieder der ISEAL Alliance, die Mitgliederorganisation für glaubwürdige Nachhaltigkeitsstandards und arbeiten in verschiedenen Arbeitsgruppen zusammen. Seit Beginn des Jahres haben sich UTZ und die Rainforest Alliance zu einer Organisation zusammengeschlossen und entwickeln momentan ein neues, gemeinsames Programm. Einer der größten Unterschiede zwischen Fairtrade und UTZ liegt in dem Ansatz, die Einkommen der Bauern zu erhöhen. UTZ-zertifizierte Produzenten steigern ihr Einkommen durch bessere Ernten. Schulungen zu guter Anbaupraxis ermöglichen es ihnen, den Ertrag und die Qualität ihrer Kakao-, Kaffee-, Tee- oder Haselnussernten zu verbessern, während sie die Produktionskosten reduzieren. Es geht darum, Bauern zu fördern, sodass sie ihr Geschäft langfristig profitabel gestalten. Zentrales Element des Fairtrade Programmes ist, dass Produzenten durch einen zentral festgelegten Mindestpreis und Prämien gefördert werden und ihnen ein sicheres Einkommen garantiert wird, wenn sie ihre Ernte als Fairtrade verkaufen.

Wer darf das Label tragen?

Wir haben klare Regeln wann und wie das UTZ Logo verwendet werden darf, so dass jeder dem Logo und für was es steht vertrauen kann. Das UTZ Logo garantiert Konsumenten, dass sie durch Ihren Kauf nachhaltigen Anbau unterstützen. Tagtäglich überprüfen wir mehr als 40 Verpackungsdesigns um sicherzugehen, dass das UTZ Logo korrekt verwendet wird. Dies ist der Schlüssel für die Glaubwürdigkeit des Programmes.

Nur Firmen, die UTZ zertifizierte Produkte einkaufen, können das UTZ Logo verwenden, aber nicht alle Firmen tun dies. Die Verwendung des Logos ist nicht verpflichtet und manche Firmen entscheiden sich dies nicht zu tun.

 

UTZ – Das steckt dahinter (Blogbeitrag vom 15.02.2018)

 

Was sind die größten Erfolge von UTZ im Regenwaldschutz?

Der UTZ Standard legt fest, dass im Rahmen des Audits geprüft wird, ob zum Beispiel Kakao auf entwaldeten Flächen angebaut wurde. Grundsätzlich ist es nicht erlaubt, UTZ-zertifizierten Kakao auf Flächen anzubauen, die vor 2008 Primärwald waren. Weiterhin darf UTZ-zertifizierter Kakao nicht in geschützten Gebieten angebaut werden beziehungsweise näher als zwei Kilometer von der Grenze eines geschützten Gebietes. Ausnahmen müssen durch einen von Behörden genehmigten Managementplan genehmigt sein, den Schutz von Wald und Biodiversität gewährleistet.

Der Anbau von UTZ-zertifiziertem Kakao darf auch keinen Eingriff in Sekundärwälder verursachen. Auch hier gibt es Ausnahmen, die durch offizielle „Land Titles“ der lokalen Behörden belegt werden müssen.

Unsere Fragen beantwortete Stephanie Gerteiser, Global Key Account Manager Rainforest Alliance. Foto: Rainforest Alliance
Unsere Fragen beantwortete Stephanie Gerteiser, Global Key Account Manager Rainforest Alliance. Foto: Rainforest Alliance

Was bedeutet der Zusammenschluss mit der Rainforest Alliance?

Im Januar 2018 haben wir uns mit der Rainforest Alliance zusammengeschlossen. Unser Zusammenschluss wird uns eine größere Reichweite und eine stärkere Stimme geben. Damit werden wir unseren Einfluss noch weiter ausbauen und ein stärkerer Partner für unsere vielen Stakeholder sein. Der Zusammenschluss wird außerdem den Zertifizierungsprozess für Bauern und Lieferkettenakteure, die Mitglied in beiden Programmen sind, vereinfachen. Das bedeutet nicht nur, dass wir noch effizienter arbeiten können, sondern auch unseren Service für Bauern und Stakeholder weiterhin kontinuierlich verbessern können. Damit kann das Programm auch über die Zertifizierung hinaus in den Ursprungsländern seine Wirkung zeigen. Das neue Zertifizierungsprogramm baut auf der Erfahrung von zwei soliden und erfolgreichen Programmen auf, wird aber in Anspruch und Umsetzung darüber hinausgehen und die letzten Erkenntnisse und Innovationen in Bezug auf Standardkonzipierung, Qualität und Kontrolle berücksichtigen. Unsere Stakeholder sind herzlich eingeladen uns in diesem Prozess der Standardrevision zu unterstützen. Ein erster Draft des neuen Standards wird im November auf unserer Webseite veröffentlicht werden, gemeinsam mit Hinweisen zu regionalen Workshops sowie online Umfragen, mit denen wir den Input unserer Stakeholder einholen möchten.

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Pressereferent | rene.ronz@forestfinance.de

René kümmert sich bei ForestFinance um die Pressearbeit. Als Autor schreibt er im Blog über grüne Finanzen und nachhaltige Geldanlagen.

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