In Ökolandbau investieren oder selbst anbauen: Bio-Landwirtschaft für alle

Ökolandbau für alle: In Bio-Landwirtschaft investieren

Bio boomt. Wie aber teilhaben am Aufschwung und in Ökolandbau investieren? Während die einen gerne endlich verlässlich ökologisch erzeugte Lebensmittel hätten, am liebsten aus eigenem Anbau, möchten die anderen finanziell profitieren oder aus ideellen Gründen Flächen für den Ökolandbau sichern. Wir haben recherchiert, welche Möglichkeiten es gibt, in Bio-Landwirtschaft und Ökolandbau zu investieren.


Pachten und selbst Hand anlegen: die direkte Methode

Was steckt drin in Lebensmitteln? Selbst, wenn bio draufsteht, weiß der Verbraucher das nicht immer genau. Da liegt der Gedanke nahe, das Essen mit den eigenen Händen anzubauen, wenn Zeit und ein eigener Garten vorhanden sind. Letzteres ist bei Städtern oft Fehlanzeige. Wer aber zumindest ersteres besitzt, hat heute die Möglichkeit, einen Schrebergarten oder gleich ein Stückchen Acker selbst zu pachten und sich dabei zumindest die Vorarbeit zu sparen. Bei diesem Modell säen Biohöfe aus und stellen die benötigte Ausrüstung; den Rest erledigt der Pächter, der schließlich mit der Ernte belohnt wird. Wo das in Nordrhein-Westfalen möglich ist, lesen Sie auf der Seite von Ökolandbau NRW.

Ökolandbau handgemacht: Selbst Gemüse anzubauen kann auch für Kinder eine tolle Erfahrung sein.
Ökolandbau handgemacht: Selbst Gemüse anzubauen kann auch für Kinder eine tolle Erfahrung sein. Foto: Pixabay

Ökolandbau in Deutschland fördern und der Bio-Landwirtschaft Flächen sichern: das Genossenschaftsmodell

Vor ähnlichen Problemen wie Privatleute ohne eigenen Garten stehen Landwirte im größeren Format: Wollen sie Bio-Landwirtschaft betreiben, fehlen ihnen oft die Flächen. Daneben ist ein gewisses Startkapital für Fläche und Ausrüstung notwendig und der Erfolg ungewiss – ein großes finanzielles Risiko. Zwei Landwirte aus Brandenburg, deren Pachtflächen verkauft werden sollten, hatten die zündende Idee und wandten sich an die GLS Bank in Bochum. Diese gründete die BioBodenGesellschaft, aus der die heutige BioBoden-Genossenschaft entstanden ist. Mit der Unterstützung von 600 Menschen kaufte sie das Land.

Heute will die Genossenschaft das Gleiche im großen Stil: „Gemeinsam mit vielen Menschen und unseren Partnern aus der Naturkostbranche verbinden wir beide Seiten und sichern so Flächen für die Öko-Landwirtschaft, beziehungsweise bauen sie aus“, erklärt BioBoden-Vorstand Uwe Greff. „Mit einer Mitgliedschaft bei der BioBoden Genossenschaft übernehmen Verbraucherinnen und Verbraucher Verantwortung für die Produktion von regionalen Bio-Waren – dabei macht es natürlich keinen Unterschied, wo man lebt!“ Bei diesem Genossenschaftsmodell kann jeder ab 1.000 Euro Mitglied werden und so dafür sorgen, dass die Bio-Anbaufläche in Deutschland gesichert und ausgebaut wird. Die Dividende ist hier bis jetzt jedoch eher ideeller Natur: Ob es eine solche geben wird, kann laut BioBoden aktuell noch nicht prognostiziert werden. Bis jetzt besteht sie in einer lebenswerteren Umwelt.

Mit BioBoden können Verbraucher deutschen Ökolandbau investieren.
Mit BioBoden können Verbraucher in deutschen Ökolandbau investieren. Foto: Pixabay

Genussrechte: Rendite in Naturalien

Wer lieber buchstäblich etwas in der Hand haben möchte ohne aber selbst Hand anzulegen, für den sind Genussrechte das richtige Modell. Biobauern greifen dazu, um den Aufbau ihres Hofes zu finanzieren. Im Tausch gegen ein Darlehen erhalten InvestorInnen hier Lebensmittel. Das Konzept einer solidarischen Landwirtschaft hat sich mittlerweile bundesweit bewährt und viele Anhänger gefunden, denn es nutzt beiden Seiten: InvestorInnen erhalten gesundes Obst und Gemüse, Eier oder Milchprodukte und die Bauern eine Möglichkeit zur Finanzierung. Teilnehmende Höfe sind zum Beispiel unter www.genussgemeinschaft.de zu finden.

Einen ganz ähnlichen Weg geht der ChocolateTree von ForestFinance: Dafür, dass Kunden eine Kakaobaum-Patenschaft in Peru übernehmen, bekommen Sie fünf Tafeln nachhaltig produzierte Schokolade, eine Pflanzurkunde und die Garantie, dass der Patenbaum für mindestens 25 Jahre nach nachhaltigen Kriterien gehegt und gepflegt wird. Eine Bio-Zertifizierung besteht hier noch nicht.

Bio-Karotten frisch vom Feld? Mit Genussrechten wird das möglich.
Bio-Karotten frisch vom Feld? Mit Genussrechten wird das möglich. Foto: Pixabay

Investieren in Ökolandbau als Direktinvestment: finanzielle Früchte

Wer direkt in Ökolandbau und biologische Landwirtschaft investieren und die finanziellen Früchte seines Investments ernten möchte, hat es derzeit eher schwer. Ökologisch nachhaltige Geldanlagen gibt es mittlerweile einige; diese sind jedoch meist breit aufgestellt und enthalten nur einen kleinen Anteil Bio-Landwirtschaft.

Entsprechend häufig erreichte ForestFinance in den vergangenen Jahren der Kundenwunsch nach einem Direktinvestment in biologische Landwirtschaft. Die ForestFinance Gruppe macht seit fast einem viertel Jahrhundert rund um den Globus Wald und ist wegweisend aktiv in der Entwicklung nachhaltiger Forst- und Agroforstinvestments, die Erträge mit ökologischen und sozialen Effekten verbinden. Einer sorgfältigen Marktanalyse und gründlichen Suche nach geeigneten Flächen und ManagerInnen folgte die Entscheidung, in Marokko Oliven und Datteln in Bio-Qualität anzubauen (die WirtschaftsWoche berichtete). Wir entschieden uns für eine dünn besiedelte Wüstenregion, in der Oasengruppen liegen, in denen hauptsächlich Dattelpalmen angepflanzt werden. Diese bieten den Menschen eine wichtige Lebensgrundlage und bilden gleichzeitig eine natürliche Barriere gegen die Ausbreitung der Wüste. So können InvestorInnen nicht nur in biologische Landwirtschaft investieren und von Auszahlungen durch den Verkauf der Datteln und Oliven profitieren: Nach voraussichtlich sechs Jahren verkaufen wir die voll produktiven Olivenbäume und Dattelpalmen und zahlen die Erlöse aus. Mit dem Investment Oase 1 engagieren sich Kunden auch gegen die fortschreitende Wüstenbildung.

Mit dem neuesten Produkt von ForestFinance können Sie direkt in Bio-Datteln und -Oliven investieren.
Mit dem neuesten Produkt von ForestFinance können Sie direkt in Bio-Datteln und -Oliven investieren.
Online Redaktion | Übersetzung | kristin.steffan@forestfinance.de

Kristin Steffan schreibt seit mehr als zehn Jahren für ForestFinance – am liebsten über Themen rund um Umweltpädagogik, Klimaschutz und Biodiversität.

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahren Sie mehr darüber, wie Ihre Kommentardaten verarbeitet werden .