Ein Reisebericht durchs Jahr 2020

Harry Assenmacher

Auch für ForestFinance war, wie für fast alle Menschen weltweit, das Jahr 2020 kein „normales“. Und auch für 2021 sind alte Gewissheiten noch nicht in Sicht.

Statt eines klassischen Jahresrückblicks lesen Sie heute an dieser Stelle einen subjektiven „Zeit-Reise-Bericht“ von Geschäftsführer Harry Assenmacher – aus der Welt eines kleinen ökologischen Unternehmens, das solcherart Entwicklung auf gewisse Weise doch schon lange vorhergesehen hat.

Am Anfang: Plötzlich und unerwartet?

Als ich im Januar meine jährliche Planungsreise in die Projektländer beendete, war alles noch wie immer – fast. Erste Nachrichten aus China gingen um die Welt und während bei der Ankunft Anfang Januar nichts erkennbar war, sah ich vor dem Rückflug Ende des Monats auf dem Flughafen Tocumen in Panama schon die ersten medizinischen (Test-)Teams mit Mundschutz und Fiebermessung an den Schlangen ein- und auscheckender Passagiere. Während die meisten Flugreisenden das nur am Rande, teils genervt, teils amüsiert, zur Kenntnis nahmen, war ich durchaus schon besorgt. Freunde und Geschäftspartner aus China, mit denen ich in Kontakt stand, berichteten von drastischen Maßnahmen vor Ort, dem totalen Lockdown und vom wirtschaftlichen Stillstand. Und natürlich von der Angst der Menschen angesichts der Szenen aus den Kliniken. Schon das waren für uns keine folgenlosen Nachrichten. Unsere Investitionen und Pläne mit deutsch-chinesischen Kooperationspartnern und die Aufnahme des Geschäftsbetriebs in China wurden kurz vor Start abrupt gestoppt. Kein Verkauf von Kakao, kein Import von Holz, keine Wasserschutzprojekte durch Aufforstung. Die chinesischen Partner – die ja keine staatseigenen Großkonzerne waren – kämpften plötzlich selbst um das wirtschaftliche und teils physische Überleben. Das regionale Netzwerk war „stillgelegt“. Von einem Tag auf den anderen.

Vor dem Boarding reihten sich in meinem Kopf mögliche Folge-Szenarien aneinander. Szenarien, die ich angesichts des Klimawandels schon lange – fast seit Jahrzehnten – immer mal wieder durchgespielt und auch immer mal wieder kommuniziert hatte. Ich war als übertriebener Öko-Schwarzseher auf Veranstaltungen gern gesehen, als fundamentalistischer Gegenpol zu den echten, „wirklichen“ Realpolitik-Vertretern.

Berechtigte Sorge: Covid-19 erfasst (beinahe) die ganze Welt. Foto: unsplash.

Die Ausgangslage: Erntezeit am Horizont

Die Gespräche und Planungen in Kolumbien waren ausgezeichnet gelaufen. Der Bau eines Biomassekraftwerkes war nicht nur beschlossen, sondern die Anlage bereits in der industriellen Produktion abgeschlossen und sollte alsbald in Kolumbien eintreffen zur Endmontage vor Ort. Die ersten kleinen Testernten für Biomasse hatten stattgefunden, zwischen Juli und September sollte die Stromproduktion aufgenommen werden und damit auch die kontinuierliche Lieferung von Biomasse aus unseren Akazienforsten in Kolumbien.

Harry Assenmacher (rechts) auf der Kakaofinca Uyama in Panama, die seit letztem Jahr bio-zertifiziert ist.

In Panama befand sich die Kakaofinca Uyama nach langem Lernprozess endlich in der Endphase der Bio-Zertifizierung und auch die Erntemengen schienen sich zu stabilisieren. Eine schwierige Zeit und „Lernkurve“ lag hinter uns. In Panama Stadt wurde eine neue Schokoladenfabrik geplant, die mit ihren DOP-Produkten (Denominazione di Origine Panama) bereits in New York auf der Schokoladenmesse „Salon au Chocolat“ sehr erfolgreich gewesen war und nunmehr Maschinen für eine neue Produktionsstraße in Italien geordert hatte. Die Schokoladenfabrik DOP wartete darauf, unseren Kakao ab Frühjahr 2020 direkt vor Ort zu verarbeiten und zu vermarkten. Wir hatten einen exklusiven Belieferungsvertrag, da nur unser ForestFinance-Kakao die erforderliche, sehr gute und gleichbleibende Qualität liefern konnte. DOP hatte bereits Bestellungen getätigt und Abnahmeverträge aus den USA. Auch vor Ort lief das Kakaogeschäft langsam richtig an, insbesondere direkt in Panama, in unserem ForestFinance-Cafe, mitten in der touristischen Altstadt, das gleichermaßen beliebt bei Einheimischen als auch den tausenden Kreuzfahrttouristen ist. 2020 sollte das Jahr werden, in dem wir beginnen, die Früchte von vielen Jahren Arbeit zu ernten.

Zudem: Die Wachstumsraten der Waldprojekte waren gut und auch wenn die Holzpreise nach wie vor extrem niedrig waren, liefen die Endphase der Planung für den Erntebeginn 2020 und der Holzverkauf an asiatische Aufkäufer an. Auch die Prozesse der Weiterverarbeitung von überwiegend jungen Durchforstungshölzern in unserer eigenen Schreinerei, die in den letzten Jahren mühsam waren, spielten sich mehr und mehr ein. Die Schreinerei hatte sich mit einem ersten großen Auftrag einer Hotelgruppe für den Bau von Möbeln und Türen langsam aber sicher in den lokalen Markt gearbeitet. Jahre des mühsamen Teamaufbaus, der Schulung von Mitarbeitern lagen dort hinter uns. Langsam aber sicher entwickelten sich verschiedene „Baustellen“ zum Guten. Erntezeit am Horizont. Der Rückflug aus Südamerika wurde nur durch die Nachrichten aus China überschattet –  und unangenehme Ahnungen.

Frühjahr

Schon 20 Reisestunden später und zurück in Deutschland war alles wieder ganz „normal“. Karneval musste gefeiert werden –  eine „Spaß muss sein“-, „alles weit weg“- und „wird schon nicht so schlimm‘“-Haltung grassierte. Aber auch erste „Was wäre wenn“-Diskussionen lagen in der Luft.

Dazwischen erfreuliche Nachrichten aus Marokko – unserem neuen großen Projektland mit Dattel- und Olivenanbau. Landvorbereitung, Baumschule, Setzlinge und auch Verhandlungen mit den marokkanischen Behörden hinsichtlich Wasserrechten und auch staatlicher Subventionen verliefen erfolgreich – trotz massiver Einschränkungen und daraus resultierenden Verzögerungen. Und das Wichtigste: Das technische Team vor Ort leistete tolle Arbeit.

Das sah alles gar nicht schlecht aus – und dann kam der erste Lockdown. Zunächst für uns mit wenig zu spürenden Folgen. Gut –  es wurde „ruhiger“. Die Menschen hatten offensichtlich Besseres zu tun, als sich jetzt um Waldinvestments zu kümmern. Mehr als verständlich. Außerdem haben wir immer recht sparsam gewirtschaftet und Reserven, auf die wir zurückgreifen können – auch wenn wir als Unternehmen, das viel im Nicht-EU-Ausland tätig ist, keine direkten Corona-Hilfen bekamen. Kurzarbeitergeld für die Mitarbeiter, das später im Jahr kommen sollte, war schon eine – wenn auch kleine –  Hilfe für das Unternehmen. Für die Mitarbeiter eine große.

Doch die Pandemie schlug natürlich auch in den Projektländern zu. In Ländern mit „anderem“ Sozialsystem als in Deutschland. Lockdown hieß dort: Alle Arbeiter raus aus dem Wald, von den Kakaoflächen, aus dem Büro und ab nach Hause. Während man Buchhaltung und Verwaltung auch in Panama und Kolumbien vom Homeoffice aus erledigen kann, ließen sich Kakaofrüchte nicht virtuell ernten oder weiterverarbeiten, Bäume nur im direkten Kontakt fällen und verladen. Entwicklungen, die wir in Europa, speziell in Deutschland zunächst „nur“  sanft, beispielsweise in Bezug auf die Knappheit von medizinische Masken zu spüren bekamen, holten uns vor Ort direkt ein: Logistikketten kamen zum Stillstand. Land- und forstwirtschaftliche Produktionsstätten waren auf beiden Seiten abgeschnitten. Die Zulieferung von Ersatzteilen, Biodünger oder Pflanzmaterial stockte ebenso wie Ernte und Abtransport oder die Weiterverarbeitung.

Hygieneregeln und bestmögliche Information für alle MitarbeiterInnen stehen an der Tagesordnung …
… nicht nur im Büro, sondern auch auf dem Feld, wie hier auf der Kakaofinca in Panama. Fotos: ForestFinance

Sommer

Die komplette Biomasse-Energieanlage für Kolumbien steckte in Containern irgendwo in unterschiedlichen Häfen des Globus. Abgeerntete Biomasse, zur Energieerzeugung vorgesehen, konnte nicht genutzt werden. Container mit Kakao warteten vergeblich auf Abtransport. Maschinen aus Norditalien für die Schokoladenproduktion standen in Norditalien und nicht in Panama, wo sie erwartet wurden. Förster und andere Mitarbeiter durften zum Beispiel bis September in bestimmte Länder überhaupt nicht einreisen. Innerhalb der Projektländer war Reisen und Transport zu einer gefährlichen Aktion geworden. Länder, in denen Millionen Menschen heute von dem leben, was sie gestern verdient haben, und heute das verdienen, wovon ihre Familie morgen leben soll, können einen „harten“ Lockdown nur durch hohe Sicherheitsrisiken erzwingen. Hunger zwingt zur „Aktion“ und die bedeutet nicht immer nur Arbeitssuche oder Betteln.

Unser Café im quirligen Weltkulturerbe Casco Viejo Panama, mit viel Mühe und Investitionen über vier Jahre aufgebaut, musste schließen. Touristen sind bis heute nicht in die ehemaligen touristischen Hotspots zurückgekehrt. Kurzum: Die direkten ökonomischen Auswirkungen der Pandemie und der Lockdowns waren in fast allen Projektländern sehr viel schneller, ja sofort, spürbar. Selbst in Marokko, wo wir zunächst mit geringen Einschränkungen konfrontiert waren, zeichneten sich doch noch große Herausforderungen ab. Mit vereinten Kräften hat das Team das Oase-Projekt dennoch weiterentwickeln können.

2020 war mehr als nur ein verlorenes Jahr. Das war es auch. Aber nicht nur haben sich fast alle Projekte um ein Jahr verzögert: Netzwerke – auch logistische – müssen wieder neu aufgebaut und neue Partner gesucht werden, da so manche das Jahr 2020 nicht überstanden haben.

Herbst

Nach den Sommermonaten, die in Deutschland eine Pandemie-Pause vorgaukelten und ein kleines bisschen Alltagsnormalität mit sich brachten, kam der Herbst und Corona traf – ebenso wie die europäischen Länder – insbesondere Südamerika heftig. In Peru hat die erste Welle so stark gewütet, dass wir mit der zweiten beinahe Glück hatten: In der Region um unsere Kakaofincas herum, ist die Bevölkerung einerseits vielfach schon einmal infiziert gewesen, teilimmun und hat bereits aus der Erfahrung mit den vielen Opfern gelernt. Alle sind sehr vorsichtig und rücksichtsvoll. Die Gemeinden halten sich strikt an Hygienekonzepte. Ebenso wie unsere Mitarbeiter auf den Fincas und im Wald.

Mitten im erhofften Post-Pandemie-Neustart mitsamt seinen Lockerungen beginnt also die „Zweite Welle“. Auch hier:  Kein Unterschied zu den europäischen Ländern. Ab Oktober/November schnellen Infektions-, Erkrankungs- und Opferraten überall in die Höhe. Wir in Bonn und Deutschland können uns wieder nur schwer vorstellen, was das in Ländern mit eingeschränktem oder gar keinem sozialen Netz bedeutet. In Ländern mit einem „Gesundheitssystem“ das, sofern überhaupt vorhanden, nur für einen kleinen, wohlhabenden Teil der Bevölkerung real vorhanden ist. Grenzen zwischen einigen Landesteilen werden geschlossen, die Regenzeit zerstört zusätzlich Straßenverbindungen und Container mit Kakao müssen plötzlich über eine Landesgrenze zum nächstliegenden Auslandshafen gebracht werden – nur 40 Kilometer entfernt – aber dazwischen: Lichtjahre an Hürden und Bürokratie. Wir beginnen die EU einerseits noch mehr zu schätzen, aber andererseits auch zu verfluchen, weil wir aus keinem Rettungstopf Unterstützung bekommen. Wir verstehen die Hilferufe der Gastronomen und Selbstständigen, die auf ihre Staatshilfen warten, nachdem ihnen quasi ein Berufsverbot ausgesprochen wurde.

Winter – und 2020 2.0

Der Jahreswechsel naht und mit ihm Weihnachten. Eine merkwürdig ruhige Unruhe. All überall Lockdowns. Der Rückblick auf das Jahr hinterlässt ein ausgeprägtes „Was war? Wie – schon vorbei?“. Die Tage und Monate waren gefüllt mit verschiedensten Vorgängen, Problemen (halt, heute sagt man dazu ja „Herausforderungen“), aber auch überraschenden Lösungen und neuen Wegen. Aber irgendwie fühlt es sich so an, als hätte das Jahr auch nicht richtig stattgefunden. 2021 ist gefühlt wie 2020 nur 2.0.: Alles ist upgedatet und wir müssen mal schauen, ob die neue Version nun läuft.

Trotz weltweiter Pandemie mit noch gar nicht überschaubaren ökonomischen Folgen, stehen wir als kleines Unternehmen immer noch „gut“ da. Und liegen weiter richtig, sprich, sind strategisch gut positioniert. Immer deutlicher wird auch in der öffentlichen Meinung und Politik, dass Pandemie und Umweltzerstörung eng zusammengehören. Die verheerenden Brände in Kalifornien und Südamerika, die Dürresommer in Deutschland und die jetzt sehr sichtbar sterbenden Wälder hierzulande, sind zwar schon im Dezember und zum Jahreswechsel wieder aus der Aufmerksamkeit, weil die medialen Wellen um „Wann, wie und wie viel Impfstoff kommt“ und das Endspiel um die US-Präsidentschaft scheinbar alles in den Hintergrund drängen. Aber hinter den ganz aktuellen, wirklich brennenden Themen und Problemen, ist immer mehr Menschen und Medien sehr bewusst: Der Klimawandel, die Umweltzerstörung gehen nicht nur weiter, sondern sie sind auch, zusammen mit unserer Lebens- und Wirtschaftsweise, Mit-Ursache für die globale Krise. Eine Dauerkrise, die eigentlich schon lange da ist, aber die erstmals direkt massiv in unser Alltagsleben und unsere Lebensweise eingreift – auch in den reichen Ländern der Welt.


Der Wald wächst in Ruhe weiter – wie hier auf der Finca Mamoní II in Panama. Foto: ForestFinance

Wir stellen fest, dass wir mit unseren seit inzwischen über 25 Jahren vertretenen Ansichten zu Klima, Umwelt und Sozialem richtig lagen und liegen. Aber auch, dass wir – so klein und eigentlich unbedeutend als Unternehmen wir sein mögen – abhängig sind vom existierenden globalen Wirtschaftssystem. Der „Markt“ nimmt keine Rücksicht auf soziale und ökologische Notwendigkeiten. Der Markt honoriert ökologisch-nachhaltiges Wirtschaften nicht, wenn es nicht durch den Staat verordnet oder subventioniert wird. So sind Rohstoffpreise für die Hersteller (Länder und Menschen!) noch immer viel zu niedrig. Ganz praktisch gefolgert: Kakao müsste, wenn man ihn nachhaltig und klimafreundlich anbauen wollte, mindestens das Doppelte kosten. Stattdessen grassiert weiter Regenwaldzerstörung, Sklavenarbeit und Billigschokolade beim Discounter. Und das wiederholt sich bei vielen Lebensmitteln.

Unsere und Ihre Wälder, auch außerhalb der EU, überstehen die Krise: Sie wachsen, binden Kohlenstoff und entziehen damit der Atmosphäre CO2 und wirken dem Klimawandel entgegen. Wenigstens diese Dienstleistung des Waldes wird – eben wegen gesetzlicher Vorschriften – langsam etwas besser honoriert und hilft, den Wald zu erhalten. Viele andere Dienstleistungen von Wald und Mensch in der Land- und Forstwirtschaft, auch unserer Mitarbeiter, honoriert der Markt noch nicht.

Einen Teil dessen, was wir für 2020 geplant hatten, müssen wir um mindestens ein Jahr oder sogar zwei verschieben. Diese Verschiebungen bedeuten für unsere Kunden mitunter auch Verzögerungen bei Ernten und Auszahlungen. Der Wald wächst in der Zwischenzeit weiter. Andere, neue Projekte haben wir hingegen entwickelt und starten sie schon 2021. Ein Projekt zu Karbonisierung zum Beispiel (das Binden des Kohlenstoffs, der in Holz oder Biomasse vorliegt): ein Stichwort für Produkte wie Bio-Holzkohle, Terra Preta oder Kohlenstoff-„Kunststoffe“. Aber auch die Ausweitung der Lebensmittelproduktion. Neben Kakao, Datteln, Oliven nun auch Mandeln. All das aus und vom Wald und seinen Bäumen. Alles klimafreundlich, nachhaltig und sozial.

Die (noch viel zu langsamen) Veränderungen, wie der CO2-Preis oder die EU-Richtlinien für nachhaltige Investments, werden uns dabei unterstützen. Und natürlich unsere vielen KundInnen und InvestorInnen. Und unsere MitarbeiterInnen in allen Ländern und allen Projekten, die wie alle Menschen ein besonders herausforderndes Jahr erlebt haben. Nun starten wir neu –  und machen weiter Wald. Machen Sie mit. Es könnte der Anfang von vielleicht etwas wirklich viel Besserem sein.

Ihr

P.S. Natürlich werden unsere Kunden auch 2021 wieder Projektberichte, Newsletter, Blog-Beiträge und unser Kundenmagazin ForestFinest mit Fakten und Informationen aus ihrem Wald erhalten. Wir bitten um etwas Geduld, denn die Erfassung von Daten etc. hat sich 2020 schwierig gestaltet.

8 Kommentare zu “Ein Reisebericht durchs Jahr 2020

  1. Danke für den ehrlichen, berührenden Bericht. So nah auf die weit-entfernt liegenden Gegebenheiten blicken zu können, ist erschreckend und auch hilfreich. Um hier gut auf dem Boden zu bleiben. Und nicht zu jammern – was ich bislang gut geschafft habe.
    In Mitteleuropa, geht es letztlich oft so gut – die Relation wird in dem Bericht ja sehr deutlich – dass wir von hier aus wirkliches und WIRKsames Neudenken- und handeln forcieren können. Dazu gehört für mich auch, ein Unternehmen,
    “ so klein und eigentlich unbedeutend als Unternehmen wir sein mögen“ zu unterstützen. Es geht mir das Herz auf, wenn ich über die Jahre sehe, wie Ihr mit Mensch und dem Teil der Natur umgeht, den Ihr zu kultivieren Euch vorgenommen habt. Zu aller Vorteil. In bestmöglich Verbindung, was drumherum lebt und webt. Danke dafür.

  2. Hallo Herr Assenmacher, Ihr ausführlicher Bericht über das Jahr 2020 hat mich wirklich sehr bewegt. Bewundernswert, was die Mitarbeiter von ForestFinance überall in den Projektländern und in all ihren verschiedenen Funktionen leisten. Allen meinen herzlichen Dank. Und Euch und uns allen wünsche ich so sehr, dass 2021 nicht noch größere „Herausforderungen“ mit sich bringt. Sehr richtig und wichtig ist die Feststellung, dass diese (und jede andere) Pandemie sehr viel mit unserem Verhalten zur natürlichen Umwelt zu tun hat. Wir brauchten diese Pandemie ganz dringend zum Aufwachen!

  3. Leider wird nicht von Vietnam berichtet. Oder habe ich das überlesen?
    Es wäre schön auch hier nach langer Zeit die Entwicklung zu erfahren. Es ist ja ein Projekt, dass schon seit mehr als 10 Jahren läuft und damit länger als ursprünglich geplant.

    1. Sehr geehrter Herr Stegemann,

      vielen Dank für Ihre Reaktion auf meinen Blogbeitrag. In der Tat ist die Beschreibung unserer Aktivitäten in Vietnam etwas kurz gekommen auch, weil es forstlich und in der Bearbeitung kaum negative Einflüsse durch Corona gab. Wie sie vielleicht wissen, ist Vietnam eines der Länder, das sehr schnell rigoros reagiert hat und deshalb auch nur mit wenig bis gar keinen Infektionen zu kämpfen hat. Die dort durchgeführten Lockdowns haben aber eben auch – wenn nur geringfügig – die Arbeit im Feld beeinträchtigt. Ein erster Teil des Projekts haben wir im vergangenen Jahr abschließen können und dies an die entsprechenden Kunden berichtet. Für andere Teile des Projekts befinden uns in den letzten Zügen und erwarten die Schlussabrechnung sowie den Transfer der Verkaufserlöse für dieses Jahr.

      Das verbleibende Projekt befindet sich nach schweren Sturmschäden und Wiederaufforstung in der Verlängerung, so dass wir hier in voraussichtlich ein bis zwei Jahren mit einem Verkauf der Akazien rechnen. Natürlich unterliegen auch die vietnamesischen Mitarbeiter in den Akazienwäldern und vor allem in Büros einigen Auflagen, bedingt durch Corona. Einen genauen Statusbericht erwarten wir auch hier erst wieder, wenn alle Mitarbeiter regelmäßig auch zur Datenerfassung in die Wälder gehen können. Auch hier werden wir weiter direkt berichten.

      Mit freundlichen Grüßen
      Ihr Harry Assenmacher

  4. Sehr geehrter Herr Assenmacher,
    vielen Dank für den ausführlichen Bericht zu ungefähr allen aufgetretenen Problemen.
    Gestatten Sie trotzdem ein einhaken bei ein/zwei Punkten :

    Es wäre ob der Länge des Berichts nicht problematisch,kurz die Sorge um die Logistikprobleme
    quasi zu „Entsorgen“ ,indem Sie erwähnen,das insbesondere das Kraftwerk mittlerweile angekommen und gesichert ist – (oder etwa nicht?).
    Zweitens habe ich irgendwo im Bereich Green Accacia etwas verpasst :
    Mein Stand ist : Vermutlich erhebliche Verluste wg. schlechter Preise in Vietnam (u. folglich im asiatischen Raum ?)
    Dann erfahre ich aus Ihrem Bericht von „asiatischen Aufkäufern“ (scheinbar Green Accacia Kolumbien,oder was sonst?)
    Am Ende wird dann darauf verwiesen,wie prospektiert : Die Bäume wachsen in Ruhe weiter .
    Das will ich auch hoffen,denn was in Vietnam wg. des sicher vernünftigen Rückzugs aus dem Land
    alternativlos schien,kann ja in Kolumbien so nicht stattfinden.
    Ich denke, das ich nicht der einzige bin,der da nicht recht mitkommt und bitte höflich um eine Erläuterung
    der Zusammenhänge.
    Schöne Grüße
    aus dem weitgehend entfichteten OWL
    C.Heinze
    besonders an alle Projekte

    1. Sehr geehrte Frau oder sehr geehrter Herr Heinze,

      vielen Dank für Ihre Rückmeldung zu meinem Blogbeitrag und Ihre Fragen. Was die „Logistikprobleme“ betrifft, können wir nur insofern „Entwarnung“ geben, als inzwischen alle Maschinen in Kolumbien eingetroffen sind. Coronabedingt ist die Auslieferung vor Ort noch nicht erfolgt, so dass auch noch keine Montage vorgenommen werden konnte. Auch können die erforderlichen (Aufbau-)Ingenieure des Herstellers, teils noch nicht, teils nur unter großen Schwierigkeiten einreisen (Flugverbindungen, notwendige Tests und Quarantäne, generelle Einreisebeschränkungen aus und in verschiedene Länder) Wir hoffen aber, dass auch diese Verzögerungen letztlich aufgelöst werden – allerdings, genau wie in Deutschland/EU – haben wir uns unsere kolumbianischen Partner wenig bis keinen beschleunigenden Einfluss auf diese Vorgänge. So lange die Rahmenbedingungen sich nicht ändern, werden wir mit weiteren Verzögerungen rechnen müssen. Es scheint aber so (Stand letzte Woche), dass der Transport vor Ort stattfinden kann. Auch wir leben hier mit wöchentlich ‚angepassten‘ Maßnahmen und geänderten Situationen vor Ort. Sobald die Verwertung der Biomasse vor Ort endlich losgehen kann, sehen wir klarer über den tatsächlichen Verzug und werden auch direkt informieren.

      Bei Ihrer zweite Frage zu den asiatischen Aufkäufern habe ich offensichtlich nicht exakt formuliert. Die Aussage bezieht sich auf die Wälder in Panama. Seit einigen Jahren beziehen indische und chinesische Aufkäufer unsere Durchforstungshölzer der Teak-Ernten in Panama. Diese Aufkäufer haben nichts mit GreenAcacia – weder in Vietnam noch Kolumbien zu tun. Und in der Tat: Die Bäume wachsen weiter – was gut ist. Allerdings gibt es im Moment so gut wie keine sinnvolle Vermarktungsmöglichkeit ob der o.g. Situation. Für die Vietnamesischen Projekte gibt es forstlich keine Veränderungen. Hier wurden in Teilen Flächen wie geplant wieder aufgeforstet und andere Projekte (wo dies nicht möglich war) sind, wie geplant und kommuniziert, in der Endabwicklung.

      Ihre Grüße aus dem weitgehend entfichteten OWL geben wir gern weiter. Wir wissen von vielen anderen Kunden, dass die Werte in deutschen Wäldern erheblich Schaden genommen haben. Hoffen wir auch für die deutschen Waldbesitzer, dass sich die Rahmenbedingungen schnellstmöglich bessern – wie auch in unseren Projektländern.

      Mit herzlichen Grüßen

      Ihr Harry Assenmacher

  5. Ich schließe mich von Herzen dem Kommentar von Monika an, besser kann ich es nicht ausdrücken! Ich danke allen MitarbeiterInnen von Herzen wo immer sie leben und arbeiten die trotz aller Schwierigkeiten „bei der Stange bleiben“ und wünsche allen viel Kraft – physisch und psychisch – Durchhaltevermögen, Phantasie und Tatkraft für neue Entwicklungen und bei all dem viel Freude über das was immer noch und immer wieder möglich ist!

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