Panama-Special Teil 8: Kakao mit Mehrblick

ForestFinance arbeitet seit 1995 in Panama – pflanzt Wälder und Kakao, schützt Regen- und Mangrovenwälder, schafft Arbeitsplätze und sichere Lebensräume für viele Tiere und Pflanzen. Im ersten Halbjahr 2022 schaute uns Clara Bidstrup dabei über die Schulter. Unterwegs in Panama berichtete sie regelmäßig von ihren Erfahrungen vor Ort. In Bocas del Toro staunte sie über die Vielfalt in unseren Kakaowäldern und den Mee(h)rblick. Staunen Sie mit!

Nuria Guerra (Administration) und Luis Acosta (Vorarbeiter) mit Clara Bidstrup auf der Finca Quebrada Pitti. Foto: ForestFinance
Nuria Guerra (Administration) und Luis Acosta (Vorarbeiter) mit Clara Bidstrup auf der Finca Quebrada Pitti. Foto: ForestFinance

Hier können Sie die bisherigen Erlebnisse von Clara in Panama nachlesen:

Panama-Special Teil 1: Angekommen!

Panama-Special Teil 2: 10 Fun Facts über Panama

Panama-Special Teil 3: Clara und die Schokoladenfabrik

Panama-Special Teil 4: Die kleinen Unterschiede

Panama-Special Teil 5: Der Panamakanal – ein Nadelöhr mit Geschichte

Panama-Special Teil 6: Von großen Tieren und kleinen Setzlingen

Panama-Special Teil 7: Augen auf beim Fincakauf

Meine nächste Reise für ForestFinance ging nach Bocas del Toro, wo die Kakaowälder wachsen. Um nach Isla Colon, Bocas del Toro, zu kommen, hatte ich die Wahl zwischen einer zehn bis zwölf Stunden langen Busfahrt, die 10 bis 15 US-Dollar kostet, oder einem einstündigen Flug. Da ich von meinen vorherigen Trips bereits die reparaturbedürftigen Straßen und stark klimatisierten Busse Panamas kannte, habe ich mich für den Kurzflug entschieden. Dafür musste ich zu einem kleinen Flughafen in Albrook (Vorort von Panama). Der Flughafen dort besteht nur aus einer Fluggesellschaft, einer Paketstation, einem Café, einem Restaurant und einem Supermarkt. Zwanzig Minuten vor der Boardingzeit geht man durch eine kleine Security-Kontrolle und ist direkt am Gate – da es nur ein Gate gibt!
Sobald das Flugzeug vor dem Gate stand, ging es schon los, schnell wurden alle Koffer eingeladen und ich konnte einsteigen. Das Flugzeug selber war auch sehr klein: Bis zu 54 Personen passten in diesen Flieger hinein. Nach einer Stunde landeten wir auf dem Flughafen in Bocas del Toro auf der Insel Colon. Auch hier war alles sehr schlicht gehalten. Ich bin aus dem Flugzeug ausgestiegen, habe meinen Koffer bekommen und dann war ich auch schon draußen auf den Straßen von Bocas del Toro. Ich bin auf dem direkten Weg zu meinem Airbnb gegangen, damit ich meine Taschen absetzen konnte, um in aller Ruhe Bocas del Toro zu entdecken. 

Blick aus dem Flugzeugfenster: Isla Colon. Foto: Clara Bidstrup
Blick aus dem Flugzeugfenster: Isla Colon. Foto: Clara Bidstrup

Das Zentrum von Bocas del Toro liegt direkt in der Nähe des Flughafens und man kann alles per Fuß erreichen und die Einheimischen fahren hier viel Fahrrad. Man merkt sofort, dass es hier viele Touristen gibt und dass die hier lebenden Menschen aufgrund dessen gut Englisch sprechen können. Manche beschreiben Bocas del Toro auch als das panamaische Mallorca, weil hier so viele Touristen sind und jede Nacht Partys stattfinden. 

Blick aus dem Wassertaxi. Foto: Clara Bidstrup
Blick aus dem Wassertaxi. Foto: Clara Bidstrup

Die ForestFinance-Fincas sind auf dem Festland. Um dahinzukommen nahm ich ein Wassertaxi, was eine sehr coole Erfahrung war! Anstatt mit einem Bus zu fahren, durfte ich 30 Minuten in einem Boot verbringen und kam im Hafen in Almirante, am Festland, an. Der Hafen ist leider sehr schmutzig, genauso wie die Insel Colon, denn Müll wird hier oft einfach auf die Straßen oder ins Wasser geschmissen. So etwas zu sehen macht mich einfach traurig, denn die Natur hier ist so traumhaft schön. Zum Glück sind unsere Fincas sehr sauber und ich habe mitbekommen, als ich durch die Fincas gelaufen bin, wie die Mitarbeitenden die paar einzelnen Flaschen, die durch andere Menschen in den Fincas gelandet sind, aufgehoben und weggeschmissen haben. Das ist genau die richtige Einstellung, finde ich. 

Unser neues Kakaovideo enthält auch einige Aufnahmen, die Clara für uns in Bocas del Toro gemacht hat. Video: ForestFinance

Am Mittwoch, den 18. Mai 2022, war ich das erste Mal auf unseren Fincas in Bocas del Toro und trotz Regen war ich begeistert! Die Kakaobäume live zu sehen, ist ein tolles Erlebnis und einfach einzigartig, denn solche Bäume sieht man nicht überall. Mir wurde erklärt, dass ForestFinance viele unterschiedliche Kakaobaumarten pflanzt, weshalb sie das ganze Jahr über ernten können. Ein weiterer Faktor, der das ermöglicht, ist natürlich das Klima. Julissa Dominguez, die als Forstwissenschaftlerin für die Fincas zuständig ist, erzählte mir, dass der einzige trockene Monat der Januar ist, ansonsten regnet es hier das ganze Jahr durch – zum Glück nicht jeden einzelnen Tag, aber viel mehr als in den Provinzen Chiriquí oder Panamá.

Blüten und Früchte wachsen an Kakaobäumen gleichzeitig. Foto: Clara Bidstrup
Blüten und Früchte wachsen an Kakaobäumen gleichzeitig. Foto: Clara Bidstrup

Auf den Fincas konnte ich viele einzelne Blüten an den Ästen und Stämmen der Kakaobäume sehen. Diese werden nach neun Monaten zu Kakaofrüchten, erklärte mir Julissa. Dadurch, dass ForestFinance unterschiedliche Baumarten hat, konnte ich den Verlauf von Blüte zur Kakaofrucht gut verfolgen, denn an manchen Bäumen konnte ich Blüten sehen, an anderen kleine Kakaofrüchte – die so groß wie ein kleiner Finger waren. Beim nächsten Kakaobaum waren die Kakaofrüchte schon größer oder sogar reif. Durch die unterschiedlichen Arten gibt es auch unterschiedliche Farben von Kakaofrüchten, manche sind reif, wenn sie rot sind und manche, wenn sie grün sind.

Forstwissenschaftlerin Julissa Dominguez mit einem Kakaosetzling, der gleich in die Erde gebracht werden soll. Foto: Clara Bidstrup
Forstwissenschaftlerin Julissa Dominguez mit einem Kakaosetzling, der gleich in die Erde gebracht werden soll. Foto: Clara Bidstrup

Als ich von Julissa Dominguez und Luis Acosta über die Finca Quebrada Pitti geführt worden bin, durfte ich sogar eine reife Kakaofrucht „probieren“, denn das Fruchtfleisch um die einzelnen Kakaobohnen kann man lutschen. Ich wusste das nicht und war zuerst verwundert, als Julissa mir die Kakaofrucht anbot, aber natürlich habe ich die Chance ergriffen, aus der frisch aufgeschnittenen Kakaofrucht eine Kakaobohne genommen und das Fruchtfleisch abgelutscht. Zu meiner Überraschung war dieses sehr süß und lecker. Den eigentlichen Geschmack kann ich gar nicht genau beschreiben, weil er so einzigartig und einmalig ist. Ich kann nur allen Leserinnen und Lesern empfehlen, die Kakaobäume zu besuchen und dies auch mal zu probieren. 

In der Ferne das Meer: Blick von der Finca Quebrada Pitti. Foto: Clara Bidstrup
In der Ferne das Meer: Blick von der Finca Quebrada Pitti. Foto: Clara Bidstrup

Die Finca Quebrada Pitti liegt auf einem Berg, weshalb man von oben sogar Meerblick hat, und sie ist 187 Hektar groß. Auf zwei Dritteln des Grundstücks wachsen keine Kakaobäume, sondern dort wird die Natur geschützt und bietet einen Lebensraum für die Tiere. Als ich oben auf der Finca angekommen war, und den Blick aufs Meer hatte, war es für mich ein magischer Moment: Von Kakaobäumen umgeben zu sein und aufs Meer zu gucken, fühlte sich einfach besonders an. Vogelgesänge, unter anderem von Tukanen, und das ferne Gebrüll der Affen machten es noch schöner. Der Weg runter führte durch ein Teil des geschützten Waldes, wo viele einheimische Bäume wachsen. Ich konnte einen Tukan im Baum entdecken und auf dem Boden einen kleinen grün-schwarzen Giftfrosch. 

Gut versteckt und doch entdeckt: Pfeilgiftfrosch auf der Finca Quebrada Pitti. Mehr zu den Fröschen in den ForestFinance-Wäldern lesen Sie hier. Foto: Clara Bidstrup
Gut versteckt und doch entdeckt: Pfeilgiftfrosch auf der Finca Quebrada Pitti. Mehr zu den Fröschen in den ForestFinance-Wäldern lesen Sie hier. Foto: Clara Bidstrup

Danach sind wir zur Finca Uyama gefahren. Der Name kommt von dem Fluss, welcher neben unserer Finca fließt, was zufolge hat, dass diese manchmal durch zu viel Regen überflutet wird. Zu meinem Glück war dies nicht der Fall, als ich sie besucht hatte und wir konnten sogar ein Faultier oben auf einem Baum sehen. Dort waren die Mitarbeiter dabei die Finca „sauber zu machen“, das heißt, das Unkraut und hohes Gras zu entfernen, damit die Kakaobäume den idealen Lebensraum bekommen. Dieser Prozess ist körperlich anstrengend und aufwändig, allerdings muss es nur drei bis vier Mal im Jahr gemacht werden.

Mächtige Bäume wachsen in der Waldschutzzone der Finca Quebrada Pitti in Bocas del Toro. Naturschutzflächen sind ein fester Bestandteil der ForestFinance-Projekte. Foto: Clara Bidstrup
Mächtige Bäume wachsen in der Waldschutzzone der Finca Quebrada Pitti in Bocas del Toro. Naturschutzflächen sind ein fester Bestandteil der ForestFinance-Projekte. Foto: Clara Bidstrup

Am nächsten Tag besuchte ich Finca Limon, da dort die Kakaobohnen geröstet werden. Diesen Prozess persönlich mitzubekommen, war sehr beeindruckend. Die einzelnen Schritte und die Arbeit zu sehen, die hinter einem Sack Kakaobohnen stehen, machen mich bis heute sprachlos. Die Fermentierung dauert mehrere Tage und zwischendurch werden die Bohnen immer wieder durchmischt, damit sie gleichmäßig fermentieren. Sobald die Kakaobohnen ganz trocken sind, werden die guten und heilen per Hand in einen Sack sortiert, was wirklich zeitaufwändig ist – hierbei spreche ich aus Erfahrung, da ich für einen Tag mithelfen durfte. Der fertige Sack wird dann verschlossen und an die Kunden oder in unserem Fall an die Schokoladenmanufaktur La Factoría verschickt, damit daraus eine leckere Schokolade für unsere Kunden entsteht.

Handarbeit: Clara Bidstrup, Javier Abrego, Virgina Quintero und Habdiel Abrego sortieren Kakaobohnen. Foto: ForestFinance
Handarbeit: Clara Bidstrup, Javier Abrego, Virgina Quintero und Habdiel Abrego sortieren Kakaobohnen. Foto: ForestFinance

Für mich persönlich sind die Fincas in Bocas del Toro die schönsten, die ich bis jetzt besucht habe, aufgrund der Kakaobäume, die es nicht in Europa gibt. Somit war es für mich das erste Mal, welche mit meinen eigenen Augen zu sehen, was dieses Erlebnis so besonders gemacht hat. Außerdem war der Ausblick aufs Meer von der Finca Quebrada Pitti wirklich spektakulär! 


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für Sie, die Umwelt und die Menschen in Peru und Panama – garantiert ohne Kinderarbeit.

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